In seiner SPORT1-Kolumne redet Toni Schumacher Klartext über die Situationen in Berlin, Köln und Hoffenheim. Vom BVB schwärmt er.

Hallo Fußball-Fans,

Das ganze Land bibbert unter der Winter-Kälte.

Aber Borussia Dortmund erwärmt ganz Fußball-Deutschland.

Der Titelverteidiger hat zu Leidenschaft, Dynamik, Leichtigkeit zurückgefunden und ist nun für mich DER Favorit auf den Titel.

Aber reden wir nicht über den Titelkampf.

Mich regt viel mehr die Diskussion über einige Trainer auf. Michael Skibbe, Holger Stanislawski und Stale Solbakken wurden zu Wackel-Kandidaten ernannt.

Wieso eigentlich?

Nehmen wir doch mal die Hertha. Seit Oktober ohne Sieg. Dazu der Zoff im alten Jahr mit Trainer Markus Babbel. Und nun soll Skibbe Schuld an der Talfahrt sein? Unwahrscheinlich, die Krise scheint mir von den Hertha-Machern hausgemacht und sie haben sie zu verantworten!

Stanislawski und Hoffenheim - ein Trainer der Fußball lebt, liebt und auf der Zunge trägt. Aus der Weltstadt Hamburg in die Provinz, wo eine lustlose Truppe nicht erst seit "Stani" Fußball je nach Laune kickt.

Ein Stanislawski und eine "Heiß-Kiste" wie Tom Starke im Tor können alleine aber Hoffenheim leider kein Leben einhauchen.

In Köln kommt nie Ruhe auf. Lieber Stale Solbakken, dass haben schon 30 Trainer vor Ihnen erfahren müssen. Doch was der Norweger - der Mann ist so gerade wie der Mast eines Wikingerschiffs - sich in der Domstadt alles gefallen lassen muss - schwer fassbar.

Sportdirektor Volker Finke kann es (mal wieder wie bei Ex-Coach Frank Schaefer) nicht richtig mit dem Trainer. Geschäftsführer Claus Horstmann mischt sich neuerdings auch in den sportlichen Bereich ein.

Horstmanns Äußerungen sind der erste Schritt, zumindest das erste Anzeichen, zum Trainer-Abschuss. Harmonie in der Führungsspitze hört und fühlt sich anders an. Mich freut es jedenfalls für Solbakken, dass er mit seiner Truppe auf dem Betze siegte.

UND: Ich kann nur hoffen, dass die Fans in Köln die Arbeit des Trainers zu schätzen wissen.

Und noch ein Wort zu zwei anderen Trainern: Robin Dutt und Bruno Labbadia.

Was passiert, wenn zwei Konzept-Trainer aufeinander treffen, habe ich am Samstag bei Leverkusen gegen Stuttgart gesehen - ein schwacher Kick, bei dem auf beiden Seiten ein Konzept schwer auszumachen war.

Beide Mannschaften bleiben weit hinter ihren Ansprüchen zurück. Doch diese beiden Trainer sind im Gegensatz zu ihren Kollegen Skibbe, Stanislawski und Solbakken nicht in der Diskussion.

Ihr seht, in der Liga brennen jede Menge Lunten, mal sehen, wo es zuerst knallt.

Euer Toni Schumacher

Der frühere Weltklasse-Torhüter Toni Schumacher arbeitet ab sofort wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 und ist zudem TV-Experte bei LIGA total! Als Profi wurde der zweifache Fußballer des Jahres Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul. In seinen 76 Länderspielen gewann der heute 57-Jährige den EM-Titel 1980 und wurde zweimal Vize-Weltmeister.

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