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Für Jupp Heynckes ist der FC Bayern München bereits die 14. Station als Trainer © getty

Nach vier Punkten aus drei Spielen nimmt sich der Trainer in die Pflicht. Vor dem Spiel beim VfB vertraut er der Offensive.

Vom FC Bayern berichtet Reinhard Franke

München - Jupp Heynckes ist ein Mann, der nur ganz selten aus der Haut fährt 514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag) .

Auch am Montag in der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel beim VfB Stuttgart (Mittwoch ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) war er die Ruhe selbst.

Der beunruhigende Rückrundenstart mit einer Niederlage, einem Sieg und einem Unentschieden haben beim 66-Jährigen die Stimmung nicht ins Negative kippen lassen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Gegenteil. Heynckes weiß, worauf es jetzt ankommt.

"Jetzt ist der Trainer noch mehr gefragt"

Er nimmt sich selbst in die Pflicht.

"Jetzt ist man als Trainer noch mehr gefragt", sagte Heynckes: "Wir müssen die Automatismen hervorholen, dass das ganze Mannschaftsgefüge wieder passt. Da ist der Trainer sehr wichtig."

Die Frage, ob er nach den drei Spielen mehr Druck verspüre, ließ bei ihm nur ein müdes Lächeln aufkommen.

"Ein Spieler oder Trainer, der gewissenhaft arbeitet, verspürt den Druck nicht, weil er durch seine Gedanken bei der Arbeit den Druck wegnimmt. Ich konnte immer schon gut mit Druck umgehen."

Heynckes lebt Gelassenheit vor

Gelassenheit ist das große Wort bei Heynckes.

Er gewinnt der Aufgabe am Mittwoch in Stuttgart sogar Positives ab.

"Ich finde es gut, dass wir Mittwoch wieder spielen. Es ist eine neue Herausforderung und im Pokal hat man Ambitionen und da will man weiterkommen."

Für Heynckes ist die Pokalpartie eine "willkommene Angelegenheit", um sich "wieder die Sicherheit im Spiel zu holen, die uns auszeichnet."

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Frage der Zeit, bis die Offensive explodiert

Für den Bayern-Coach ist es nur "eine Frage der Zeit", wann es wieder besser läuft.

Vor allem bei seinen Offensivspielern: "Ich bin da sehr zuversichtlich, dass sie bald explodieren werden."

Er weiß, woran es liegt, dass der Erfolg aus der Vorrunde noch nicht ganz zurückgekehrt ist.

"Ich weiß, woran es hakt. Unser Problem ist, dass wir unsere Fehler minimieren müssen", sagte Heynckes: "Wir müssen versuchen, so selbstverständlich Fußball zu spielen wie im alten Jahr."

Die vier Punkte aus den drei Spielen sind für Heynckes "zu wenig". Er spricht die Missstände an - mit deutlichen Worten.

"Tacheles reden"

"Als Trainer kann man nicht immer moderat sein, sondern muss auch mal Tacheles reden."

Zufrieden? Nein, das ist er bei aller Gelassenheit nicht. Er wollte drei Siege zum Rückrundenstart.

"Wenn wir früher 5:0 gewonnen haben und ich habe kein Tor gemacht, bin ich immer missmutig nach Hause gefahren."

Heynckes wirkte am Montag aber alles andere als missmutig.

Thon-Kritik lässt Heynckes kalt

Selbst die Kritik von früheren Bayern-Spielern macht ihm nichts aus. Olaf Thon nahm bei der Analyse der Bayern-Probleme zuletzt kein Blatt vor den Mund.

Der Ex-Bayer lästerte insbesondere über die klemmende Flügelzange.

Ihr Fett weg bekamen dabei vor allem Arjen Robben und Franck Ribery, die Thon als die "sogenannten Superstars" geißelt.

Die beiden gäben "sich als Primadonnen, die, wenn sie in Zweikämpfe verwickelt werden, sich aufführen, als ob sie unter Artenschutz stehen, nicht mal böse angeschaut oder gar gefoult werden dürfen."

"Solche Äußerungen muss er verantworten"

Doch selbst solche Kritik von außen kann Heynckes nicht aus der Ruhe bringen.

"Man kennt das, das Ex-Bayern Ratschläge geben. Wenn das Ansatzpunkte sind, die Situation zu verbessern, werde ich darüber nachdenken."

Und weiter: "Das ist die Meinung von Olaf Thon. Solche Äußerungen muss er verantworten."

Sprach's und grinste.

Erinnerungen an Turin

Heynckes hat "vollstes Vertrauen" in seine Mannschaft. Und er verrät etwas.

Er sehne sich nach einem Spiel wie vor zwei Jahren in der Ära von Louis van Gaal, als der FC Bayern in der Champions League bei Juventus Turin 4:1 siegte und danach eine Siegesserie startete.

"Das Spiel am Mittwoch kann so ein Spiel sein, es ist sehr bedeutend. Bei uns muss wieder die Leichtigkeit zu sehen sein."

Heynckes nimmt Müller in Schutz

Bei Thomas Müller fehlt diese seit Wochen.

Doch trotz seiner mäßigen Leistungen nahm Heynckes Müller am Montag in Schutz:

"Thomas arbeitet sehr intensiv, ist fleißig im Training. Es ist auch bei ihm eine Frage der Zeit. Man muss den Willen haben und den hat der Thomas."

Robben ist Papa

Vielleicht wird auch Robben ein anderes Gesicht zeigen und sich die Thon-Kritik zu Herzen nehmen.

Grund für gute Laune gibt es bei ihm nämlich.

Der Niederländer ist am Sonntagabend zum dritten Mal Vater geworden.

Der Junge namens Kai kam um 23.15 Uhr zur Welt.

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