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Arjen Robben hat in dieser Bundesligasaison in elf Spielen fünf Tore erzielt © imago

Nach dem Stotterstart wird der Superstar scharf kritisiert, die Zahlen sprechen gegen ihn. Bei Ribery teilen sich die Meinungen.

München - Als Arjen Robben nach dem 1:1 beim Hamburger SV (Bericht) vor die Mikrofone trat, machte er gleich seinem Ärger Luft.

"So reicht es nicht für die Spitze. Wir brauchen einfach nur mal wieder einen souveränen Sieg, das würde uns befreien", klagte der Bayern-Star.

Und er merkte noch an: "Wir brauchen ein Programm, mit dem wir wieder gewinnen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das klang ein bisschen nach Systemkritik. Nach einer Forderung an Trainer Jupp Heynckes umzustellen.

Heftige Kritik

Damit liegt Robben auf einer Linie mit vielen Beobachtern, die sich vor allem Toni Kroos statt Thomas Müller auf der Zehn wünschen.

Nur mit den weiteren Meinungsäußerungen ehemaliger Profis dürfte der derzeit wenig überzeugende Flügelkünstler nicht einverstanden sein.

Vor dem Pokal-Viertelfinale der Bayern beim VfB Stuttgart am Mittwoch fällt deren Kritik nämlich vor allem an Robben heftig aus.

"Für mich gibt es da überhaupt keine Diskussion: Robben muss raus", sagte der ehemalige Bayern-Profi und SPORT1-Experte Mario Basler zuletzt im Kia Doppelpass (Video, Mario-Basler-Kolumne).

Thon: "Lustlose Primadonnen"

Basler, derzeit Trainer beim akut abstiegsbedrohten Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen, befindet sich mit seiner Meinung in prominenter Gesellschaft.

Olaf Thon, ebenfalls ein ehemaliger Münchner, bezog im "kicker" Franck Ribery gleich mit ein in seinen Rundumschlag.

"Das Spiel des Rekordmeisters bleibt zu statisch", mäkelte Thon, nachdem Bayern die Tabellenspitze an Dortmund abgeben musste.

"Die sogenannten Superstars Robben und Ribery geben sich als Primadonnen. Gerade dieses Duo ist ein Paradebeispiel für Lustlosigkeit, Spiel aus dem Stand."

[kaltura id="0_9l2fi1ix" class="full_size" title="Strunz analysiert Robbens Spiel"]

Strunz: "Robben sucht den Turboknopf"

Thon stellt damit auch Ribery an den Pranger, der zuletzt stets noch Bayerns bester Offensivspieler war.

SPORT1-Experte Thomas Strunz unterstützt in seiner Spieltagsanalyse zumindest die Kritik an Robben.

"Er sucht nach seiner Form und dem Turboknopf", stellte Strunz fest und belegt das mit Zahlen.

In den drei Rückrundenspielen gab Robben gerade einmal vier Flanken, zudem gelang ihm keine einzige Torvorlage.

Die Fans sehen den Niederländer ebenfalls in einem Leistungstief. Im SPORT1-Trend glauben 43 Prozent, dass der Rekordmeister ohne Robben in der Startelf besser dran wäre.

Dass der FC Bayern den Offensiv-Spieler brauche, sagen hingegen nur 38,5 Prozent der User (Stand: Dienstag, 12 Uhr; 27.547 abgegebene Stimmen).

Effenberg sieht Fortschritte

In den Chor der Kritiker stimmte auf "Sky" auch Stefan Effenberg, weiterer Ex-Bayer, ein.

Zwar erkennt er bei Robben und Ribery sogar einen Aufwärtstrend, fordert aber taktische Veränderungen durch Heynckes.

"Beide sind auf dem Weg, wieder stärker zu werden. Aber zum Teil spielen sie zu statisch", sagte Effenberg: "Man sollte eine Systemveränderung vornehmen, dass man nicht so berechenbar ist."

"Leicht auszurechnen"

Die Qualität in der Offensive sei ja vorhanden, gerade bei Robben. Aber: "Wenn man ihn immer auf die Außenbahn stellt, dann ist er leicht auszurechnen."

Besser wäre es, Robben mehr Freiheiten zu geben, findet Effenberg, "wenn er sich mehr herumtreiben würde".

Basler ist da wesentlich radikaler. Er erinnert an die Seriensiege der ersten Saisonhälfte: "Die erfolgreiche Zeit des FC Bayern in der Vorrunde war die, als Robben nicht gespielt hat. Mit Müller auf rechts und Kroos auf der Zehn."

Schmadtke verteidigt Robben

Als sich Basler am Sonntag Robben vorknöpfte, konnte sich Studiogast Jörg Schmadtke nur wundern.

Hannovers Sportdirektor sah sich veranlasst, den Niederländer in Schutz zu nehmen.

"Das hört sich hier ein bisschen so an, als ob Robben eine Vollbratwurst wäre. Das ist ein Topspieler auf internationalem Niveau", stellte Schmadtke klar.

Am Mittwoch in Stuttgart, so viel steht fest, geht es für die Bayern tatsächlich um die Wurst. Eine Niederlage, und der Traum vom Triple wäre schon geplatzt.

Heynckes bleibt ruhig

Robben und Ribery sind genauso gefordert wie die anderen Bayern. Heynckes reagierte indes kühl auf das Dauerfeuer der Experten.

"Wir müssen sehr hartnäckig und intensiv arbeiten. Alles andere nehme ich gelassen zur Kenntnis", betonte der Bayern-Coach am Montagnachmittag.

Und zu Thons Kritik meinte er: "Das ist die Meinung von Olaf Thon. Solche Äußerungen muss er verantworten."

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