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Franz Beckenbauer war bis 2009 Präsident des FC Bayern München © getty

Jupp Heynckes' Vertrag bei den Bayern läuft noch bis 2013, doch offenbar denken die Bosse schon über den Nachfolger nach.

Von Reinhard Franke

München - Der Vertrag von Trainer Jupp Heynckes beim FC Bayern läuft noch bis 2013. Dennoch wird schon jetzt darüber spekuliert, wer einmal sein Nachfolger werden könnte.

Die Bayern haben aus Fehlern gelernt. Einen weiteren Fehlgriff wie 2008 Jürgen Klinsman will man sich an der Säbener Straße nicht leisten.

Und die Blicke der Bayern gehen bei ihren Gedankenspielen immer öfter zum Niederrhein.

Und das nicht, weil der 66-jährige Heynckes aus Mönchengladbach stammt.

Gladbacher Höhenflug lässt aufhorchen

Die aktuellen Erfolge der Gladbacher Borussia 514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag) sind den Bayern nicht verborgen geblieben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nun macht sich Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer für Gladbachs Trainer Lucien Favre stark.

"Ich kann verstehen, dass sich ein Trainer seiner Qualität auch einmal ins gemachte Nest setzen möchte. In einem Klub, in dem er nicht immer um Spieler kämpfen und betteln muss, sondern aus dem Vollen schöpfen kann", sagte Beckenbauer der "Sport Bild".

Bayern die "erste Adresse"

Aus Beckenbauers Sicht gibt es da "aber nicht sehr viele Mannschaften." Für Favre sei der FC Bayern "sicherlich die erste Adresse."

Weiter sagte der "Kaiser": "Ich denke schon, dass Favre die Autorität auch bei einer Mannschaft wie Bayern hätte. Die erfahrenen Spieler merken schnell, ob der Trainer vor ihnen ein Scharlatan und Dampfplauderer ist oder eben jemand, der seinen Job versteht."

Und er fügte an: "Ein Ribery weiß das sofort, wenn er mit so einem Trainer spricht. Und der Favre kann es, das ist überhaupt keine Frage."

Gladbach verhandelt seit Wochen mit Favre um einen Verlängerung seines Kontrakts. Der Vertrag des Schweizers bei der Borussia läuft noch bis 2013, genau wie der von Heynckes.

Gemeinsame Schweizer Zeit

Nicht nur Beckenbauer gefällt Favres Arbeit, auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der den Coach aus der gemeinsamen Zeit in der Schweiz kennt, schwärmt vom Borussen-Erfolgscoach.

"Karl-Heinz und ich haben uns schon öfter über Favre und seine Qualität unterhalten", verriet Beckenbauer.

"Er kennt ihn gut und sagt, dass er bereits als Spieler diese Trainer-Fähigkeiten gezeigt hat. So wie Favre seine Mannschat einstellt, da muss ich schon sagen: Das ist eine Disziplin, die man kaum in einer anderen Mannschaft sieht."

Rummenigge und Favre spielten von 1987 bis 1990 drei Jahre bei Servette Genf zusammen.

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