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Jonathan Schmid (r., mit Oliver Sorg) kam 2008 vom Offenburger FV zum SC Freiburg © getty

In Freiburg sollen vor dem Spiel in Wolfsburg junge Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen. Der VfL schielt Richtung Europa.

Von Jakob Gajdzik

München - Mit Unbekannten zum Klassenziel.

So könnte die Formel des SC Freiburg im Abstiegskampf lauten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beim Tabellenletzten sollen in der Partie beim VfL Wolfsburg (20 Uhr im LIVE-TICKER) Spieler wie Immanuel Höhn, Oliver Sorg, Matthias Ginter oder Jonathan Schmid die Kohlen aus dem Feuer holen.

Jugend ist Trumpf im Breisgau, von den neuen Hoffnungsträgern ist keiner älter als 21 Jahre.

Jugend statt Schnellschüsse

Trotz der 12 Millionen Euro, die Newcastle United im Winter für Papiss Demba Cisse in den Breisgau überwies, hat der SC keine Schnellschüsse auf dem Transfermarkt getätigt.

Stattdessen setzt man auf den eigenen Nachwuchs. Bisher mit Erfolg, wie es scheint.

Unter dem neuen Trainer Christian Streich gab es in den drei Rückrundenspielen vier Punkte. Dazu trug sich - auch ohne Cisse - in jedem dieser Spiele mindestens ein Freiburger in die Torschützenliste ein.

Zuletzt gegen Werder Bremen (2:2) traf Schmid zum Ausgleich und auch der erst 18-Jährige Ginter durfte bereits jubeln.

Streich lobt "psychische Stabilität"

Die "psychische Stabilität der Mannschaft" lobte Streich nach der letzen Partie gegen Werder und hofft, dass die Mannschaft gegen den Klub aus der VW-Stadt die positiven Ansätze weiterverfolgt.

"Wir wissen, was dort an individueller Qualität auf uns zukommt, aber wir werden alles dafür tun, um in Wolfsburg die positiven Dinge aus dem letzten Spiel gegen Bremen bestätigen zu können", sagte der Freiburg-Trainer.

Allerdings muss Streich weitere personelle Rückschläge verkraften. Neben den bereits verhinderten Garra Dembele (Afrika-Cup), Mensur Mujdza (Aufbautraining) und Julian Schuster (entzündeter Nerv), fallen gegen den VfL nun auch Anton Putsila (Zahn-OP) und Pavel Krmas (Muskelfaserriss) aus.

Krmas-Ausfall schmerzt

Besonders der Ausfall des Tschechen tut dem SC weh.

"Das ist schon unangenehm", sagte Streich. "Pavel fehlt der Gruppe enorm, denn er tut auch viel dafür, dass wir eine Mannschaft sind"

Dafür kehrt auf der Innenverteidiger-Position der gegen Bremen rotgesperrte Fallou Diagne zurück.

Mit einem Sieg könnten die Freiburger die "rote Laterne" zumindest bis Sonntag abgeben.

Wolfsburg will Aufwärtstrend bestätigen

Doch auch der Gastgeber aus Niedersachsen will seinen Aufwärtstrend mit sieben Punkten aus den vergangenen vier Spielen fortsetzen.

Besonders das torlose Remis zuletzt gegen Borussia Mönchengladbach gab den "Wölfen" neues Selbstvertrauen - und lässt sie mit einem Auge gar auf den Europapokal schielen.

Dank der Konstellation, dass mit dem FC Bayern sowie den beiden Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach die ersten drei der Tabelle in DFB-Pokal-Halbfinale stehen, könnte am Ende Platz sieben zur Teilnahme an der Europa League reichen.

"Wichtig, noch höher zu klettern"

Mit einem Sieg könnte man bis auf drei Zähler an diesen Platz herankommen.

"Gegen Freiburg wollen und müssen wir gewinnen. Es ist wichtig, um in der Tabelle noch höher zu klettern", nimmt sich Linksverteidiger Ricardo Rodriguez vor.

Trainer Felix Magath will dagegen von solchen Zielen noch nichts wissen. "Damit beschäftige ich mich nicht. Ich will immer gewinnen. Das empfehle ich auch meinen Spielern", sagte der VfL-Coach.

Dazu winkt den Wolfsburgern die Einstellung des Vereinsrekordes von 1997, wenn man gegen Freiburg das vierte Heimspiel in Folge ohne Gegentor übersteht.

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