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Verteidiger Khalid Boulahrouz spielt seit 2008 beim VfB Stuttgart © getty

Nach dem Pokal-Aus gegen Bayern vergattert Khalid Boulahrouz bei SPORT1 seinen VfB auf das Schicksalsspiel gegen Hertha.

Von Christian Paschwitz

München/Stuttgart - Sie waren recht euphorisch beim VfB Stuttgart nach dem gefühlten Erfolg bei Bayer Leverkusen, als sich das Team mit viel Moral noch ein 2:2 erkämpft hatte.

Umso härter traf die Schwaben das 0:2-Viertelfinal-Aus gegen den FC Bayern (Nachbericht).

Weniger wegen des Ergebnisses an sich, sondern vielmehr, weil der mutlose Auftritt zeitweise einer Selbstaufgabe glich.

Kein Wunder, dass vor dem Duell gegen Tabellen-Nachbar Hertha BSC Berlin (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) im Ländle nun die Alarmglocken schrillen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Da zählt nichts Anderes"

"Wir müssen gewinnen, egal wie. Da zählt nichts Anderes", fordert im SPORT1-Interview deshalb auch Khalid Boulahrouz.

Der 30-jährige Abwehr-Routinier hat noch immer keine Erklärung für den sportlichen Offenbarungseid im Pokal und nimmt seine Teamkollegen in die Pflicht.

Boulahrouz mahnt jedoch auch zur Geduld, will von Abstiegskampf vorerst nichts wissen - und teilt die Wiedergutmachungsforderung von Sportdirektor Fredi Bobic gegenüber den Fans nur bedingt.

SPORT1: Herr Boulahrouz, haben Sie mittlerweile eine Erklärung für den erschreckend schwachen VfB-Auftritt gegen die Bayern? (516554DIASHOW: Das DFB-Pokal-Viertelfinale)

Khalid Boulahrouz: Es ist natürlich bitter zuzugeben, aber Bayern München war einfach eine Nummer zu groß. Und wir haben zu wenig dagegengehalten: Fakt ist, dass die Bayern den Ball gut und schnell haben laufen lassen. So haben sie immer den freien Mann gefunden. Und für uns war es so einfach unmöglich, ins Spiel hineinzukommen. Dazu hätten wir mehr attackiert müssen.

[kaltura id="0_h197mpmw" class="full_size" title=" Bauerntrick Skibbe kocht vor Wut"]

SPORT1: In der Liga läuft es nicht, muss sich der VfB allmählich nach unten orientieren, und im Pokal kam nun das Aus. Ist die Saison damit quasi schon gelaufen?

Boulahrouz: Nein, die Saison ist noch nicht gelaufen, weil wir noch einige Spiele haben. Und die Liga ist ein anderer Wettbewerb - das hat nichts mit dem Auftritt gegen die Bayern zu tun. Am Samstag geht es gegen Hertha BSC. Da müssen wir zeigen, dass wir ganz anders auftreten können.

SPORT1: Gegen Bayern hatte man den Eindruck, als habe jemand nach 20 Minuten den Stecker rausgezogen. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass es nun anders läuft?

Boulahrouz: Gegen die Bayern kamen wir im Mittelfeld irgendwie nicht mehr heran an den Gegner. Dann konnten wir nur noch abwarten, ihnen vielleicht im letzten Moment den Ball zu klauen. Gegen einen Gegner, der so präzise spielt, ist es schwierig. Das soll uns gegen Hertha aber nicht noch einmal passieren.

SPORT1: Die Mannschaft hatte sich intern ja erst in der Vorwoche zu einer Krisensitzung getroffen und zusammengerauft, was gegen Leverkusen zumindest noch einen Punkt gerettet hat. Ist dieser Effekt jetzt schon wieder verpufft?

Boulahrouz: Nein. Wir haben unser Spiel umgestellt, und das müssen wir jetzt wieder perfektionieren. Das geht nicht von heute auf morgen, dafür brauchen wir Trainingseinheiten. Im letzten Jahr hat das auch etwas gedauert. Das wird sicherlich wieder kommen, aber es braucht Zeit. Zum Großteil wissen wir schon, wie wir uns verhalten müssen. Das müssen wir jetzt gut abstimmen, und wir müssen auf dem Platz miteinander reden. Wenn sich alle daran beteiligen, macht es das einfacher für uns alle. Das fehlt uns im Moment noch.

SPORT1: Wird die Partie gegen Hertha zum Schicksalsspiel?

Boulahrouz: Das ist unsere direkte Konkurrenz. Wir müssen gewinnen, egal wie. Da zählt nichts Anderes.

SPORT1: Inwiefern haben Sie auch bei den Fans etwas gutzumachen? Sportdirektor Fredi Bobic hat gezürnt, die Pokal-Leistung war eine Frechheit den Zuschauern gegenüber?

Boulahrouz: Die Fans waren geduldig und haben sich gut verhalten und nicht gepfiffen. Aber warum müssen wir über die Fans reden? Dass Fredi Bobic sauer ist, ist okay. Aber wir haben sowieso immer den Anspruch, zu gewinnen - schon allein vor uns selbst.

SPORT1: Und wenn der VfB nicht gewinnt, hat der Abstiegskampf begonnen?

Boulahrouz: Dann schauen wir erst mal, wie die Tabelle aussieht.

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