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Markus Babbel begann seine Trainerkarriere im November 2008 in Stuttgart © getty

Hoffenheims neuer Trainer geht bei seiner Vorstellung auf den 1899-Mäzen zu. Eine Kehrtwende soll es schon in Bremen geben.

Sinsheim - Den Schulterschluss mit dem mächtigen Mäzen Dietmar Hopp suchen und das Abstiegsgespenst aus Hoffenheim vertreiben:

Der neue Trainer Markus Babbel will beim strauchelnden Bundesligisten 1899 Hoffenheim nach der umstrittenen Entlassung von Publikumsliebling Holger Stanislawski schon am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) bei Werder Bremen sportlich für die Kehrtwende sorgen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir wollen versuchen, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Dafür müssen wir aber alle an einem Strang ziehen. Wenn ich nicht überzeugt wäre, hätte ich es ohnehin nicht gemacht. Wir müssen die Mannschaft wieder auf ihre Stärken besinnen", sagte Babbel bei seiner Vorstellung am Freitag in Zuzenhausen.

Image? "Absolut wurscht"

Rücksicht will Babbel nur auf SAP-Milliardär Hopp nehmen - die Befindlichkeiten der enttäuschten Fans der Kraichgauer interessieren den gebürtigen Münchner dagegen nur am Rande.

"Ich will erfolgreich arbeiten. Was ich dabei für ein Image habe, ist mir absolut wurscht", sagte der ehemalige Coach von Hertha BSC und dem VfB Stuttgart. Zu diesem Zeitpunkt hatte der 39-Jährige noch nicht einmal sein neues Team begrüßt:

"Wir gehen jetzt erst einmal auf den Trainingsplatz, dann werde ich der Mannschaft meine Philosophie vorstellen."

Babbel bringt Co-Trainer mit

Als Co-Trainer bringt Babbel Rainer Widmayer mit, mit dem er bereits in Stuttgart und bei der Hertha zusammengearbeitet hatte.

Babbel hatte zuletzt die Berliner betreut, war dort aber am 18. Dezember ausgerechnet nach einem Duell bei den Hoffenheimern (1:1) entlassen worden.

Der Europameister von 1996 erhält im Kraichgau einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.

[kaltura id="0_ah36i7ll" class="full_size" title="Babbel als Seelsorger gefragt"]

1899-Tattoo schon geplant

"Über meine Hertha-Tätowierung kommt aber jetzt kein schwarzer Balken", sagte Babbel, der seinen Körper spätestens im Sommer aber mit einem 1899-Tattoo "verschönern" will.

Bis dahin muss der Europameister von 1996 die Hoffenheimer aber erst einmal auf Kurs bringen.

Nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen und dem unrühmlichen Pokal-Aus gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth (0:1) ist die Moral beim Retortenklub derzeit am Boden.

Und die Anhänger sind sauer, weil sie in dem beliebten Stanislawski ein Bauernopfer sehen (EINWURF: Scheitern mit Ansage).

"Es ist sicher ein negativer Trend da, den müssen wir jetzt stoppen. Wir werden richtig hart arbeiten", sagte Babbel, der sich das ein oder andere Mal zu Phrasen hinreißen ließ: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz."

Schmusekurs mit Hopp

Mit dem mächtigen Mäzen Hopp will Babbel ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf Stanislawski erst einmal auf Schmusekurs gehen.

"Ich habe keine Angst, aber großen Respekt vor der Lebensleistung von Dietmar Hopp. Und ich finde es auch absolut legitim, wenn er sich zu sportlichen Dingen äußert. Er hat jedes Recht dazu, sich an mich zu wenden", sagte Babbel, der offenbar schon am ersten Tag von den Fehlern seines Vorgängers gelernt hat.

Hopp hatte nach dem 2:2 gegen Augsburg die Taktik von Stanislawski kritisiert und damit die Entlassung des Ex-Coaches eingeleitet.

Verhandlungen mit Tanner

Babbel war erst am späten Donnerstagabend in Richtung Hoffenheim gereist. Dort verhandelte Babbel mit dem ebenfalls umstrittenen Manager Ernst Tanner.

Die erste Kontaktaufnahme hatte es bereits vor dem Pokalspiel gegen Fürth (Spielbericht) gegeben. Stanislawski wäre möglicherweise auch bei einem Einzug in das DFB-Pokal-Halbfinale entlassen worden.

"Die letzten Tage waren sehr turbulent, die Stimmung dementsprechend. Der Trend ist für den Klub sehr gefährlich", sagte Tanner.

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