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Ralf Rangnick belegte mit Hoffenheim Platz drei beim Mannheimer Hallenturnier © getty

Nach permanenten Schmähgesängen durch Mannheimer Fans beim Hallenturnier platzt Hoffenheims Coach Ralf Rangnick der Kragen.

Von Andreas Kloo

München/Mannheim - Nächste Runde im Dauer-Streit zwischen 1899 Hoffenheim und Regionalligist Waldhof Mannheim:

Beim Mannheimer Hallenturnier musste sich die Mannschaft des Herbstmeisters permanente Pfiffe und Schmähgesänge der Waldhof-Fans gefallen lassen.

Im Halbfinale unterlag Hoffenheim den Manheimern dann auch noch nach Neunmeterschießen. (Hoffenheim blamiert sich)

Danach platzte Trainer Ralf Rangnick der Kragen.

"Es ist ein Unding, dass die Waldhof-Fans pausenlos gegen uns gepfiffen, immer unsere gegnerische Mannschaft angefeuert haben", schimpfte er.

"Es kann auch nicht sein, dass sie singen 'ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier'. An Stelle von Dietmar Hopp würde ich Waldhof keinen Euro mehr geben."

"Ohne uns gäbe es diesen Verein nicht mehr"

Auch am Tag danach hat sich der 50-Jährige noch nicht beruhigt: "Wenn man von 1500 Wahnsinnigen über fünf Stunden lang angefeindet wird, bringt einen das schon auf die Palme", beschreibt Rangnick bei Sport1.de seine Gefühlswelt.

"Natürlich könnte ich auch sagen, es ist mir egal. Aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, stellt man fest: Ohne uns gäbe es diesen Verein gar nicht mehr. Dann stimmt mich das schon bedenklich", so Rangnick weiter.

Der Coach spielt damit auf Dietmar Hopps Hilfeleistungen für Waldhof im Vorjahr an: Hoffenheims Mäzen hatte die Mannheimer mit 500.000 Euro vor der Pleite bewahrt und außerdem noch ein Jugendförderzentrum für drei Millionen Euro finanziert.

Waldhof: Juristische Schritte gegen Hopp

Dennoch kam es vor einigen Wochen zum Streit zwischen Mannheim und Hopp. Waldhof-Präsident Mario Nöll, der inzwischen seinen Rücktritt erklärte, hatte juristische Schritte gegen Hoffenheims Mäzen angekündigt. (Vorwürfe gegen Hopp)

Angeblich soll ein Teil von Hopps Darlehen an Bedingungen geknüpft sein.

Dazu soll unter anderem die Entschuldung des SV Waldhof Mannheim gehören. Momentan fehlt dem früheren Bundesligisten ein Betrag von 1,1 Millionen Euro.

Sollte diese Lücke nicht geschlossen werden, droht dem Verein die Insolvenz. Noch im Januar wird es einen Erörterungstermin mit dem DFB geben.

Auf die Sprechchöre beim Hallenturnier reagierte Hopp allerdings wesentlich gelassener als Rangnick. "Ich fand das Verhalten gar nicht so schlimm. Das war nicht vergleichbar mit früheren Anfeindungen", sagte er.

"Lieber keine Tradition"

Rangnick ist da anderer Meinung und wirft den Mannheimer Fans "fehlenden Intellekt" vor:

"Wenn das, was Mannheim zeigt, die Tradition ist, die uns angeblich fehlt, dann wollen wir lieber gar keine Tradition haben", spielt er außerdem auf regelmäßige Vorwürfe in Richtung des Herbstmeisters an.

Auch der Vorstandvorsitzende des FC Bayern, Karl-Heinz-Rummenigge, hatte ja in Richtung Hoffenheim gestichelt: "Wo haben die sich in den letzten hundert Jahren eigentlich versteckt?"

Hildebrand-Wechsel ein "Sechser im Lotto"

Neuzugang Timo Hildebrand nimmt derartige Sprüche des Rekordmeisters gelassen hin. "Die Attacken aus München sind nichts Neues, früher war Bremen das Ziel, jetzt sind wir es. Das ist nur ein Zeichen, dass sie Respekt vor uns haben", sagte der Ex-Nationaltorwart der "Bild".

Der prominente Nezugang vom FC Valencia stand beim Hallenturnier noch nicht zwischen den Pfosten. Für ihn sei Hoffenheim "kein Sprungbrett, sondern eine Perspektive".

Daher bezeichnete er den Wechsel als "Sechser im Lotto - für beide Seiten".

Ein Großteil der Waldhof-Fans teilen Hildebrands Begeisterung für Hoffenheim offenbar nicht.

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