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Schalkes Matip (l.) und Gladbach-Shootingstar Reus: Das Hinspiel gewann Schalke mit 1:0 © getty

Im Duell zwischen Gladbach und Schalke könnte ein Team im Titel-Vierkampf abrutschen. Das glaubt auch Olaf Thon bei SPORT1.

Von Matthias Becker

München - Es ist, als hätten sich die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 abgesprochen.

Jedenfalls gaben sie sich während der Woche sowohl rund um den Borussia-Park als auch in Gelsenkirchen große Mühe, das Topspiel des 21. Spieltags (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) möglichst kleinzureden.

"Die Bundesliga ist jede Woche richtungsweisend", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schalke-Coach Huub Stevens spottete sogar über die Bedeutung einer Niederlage in der Partie: "Wir werden nicht aufhören, Fußball zu spielen, es geht auch dann weiter."

Schalke-Profis sind heiß

Gut möglich, dass die sportliche Führung beider Klubs das Feuer aus der Begegnung nehmen will, das hitzige Pokalduell mit dem fiesen Tritt von Jermaine Jones gegen Marco Reus ist noch in allzu schlechter Erinnerung.

Zumindest bei den Schalkern ist die Botschaft vom "ganz normalen Spiel" nicht wirklich angekommen. "Nach dem Spiel in Mönchengladbach wissen wir, wohin die Reise geht", sagte Joel Matip.

Auch Torjäger Klaas-Jan Huntelaar sprach von einem "sehr wichtigen Spiel". (EXKLUSIV: Christian Fuchs im Interview)

Wegweiser im Titelrennen?

Und das ist es auch.

Am Samstag sind mit Tabellenführer Borussia Dortmund (gegen Leverkusen), dem FC Bayern (gegen Kaiserslautern) und eben Schalke und Gladbach die "Fantastischen Vier" im Titelkampf gefordert.

Bislang holten "Fohlen" und "Knappen" je sieben Punkte in der Rückrunde - ein Stolperer im direkten Duell könnte aber schon einen ersten klaren Rückschritt im Kampf um die Spitze bedeuten.

"In diesem Spiel kann sich schon zeigen, wer sich oben festbeißt und wer ein bisschen abrutscht", sagt Schalke-Legende Olaf Thon im Gespräch mit SPORT1.

"Deshalb glaube ich eher an ein Unentschieden."

[kaltura id="0_pb4i8jdm" class="full_size" title="Schalke oder Gladbach Wer bleibt dran "]

"Konkurrent um den europäischen Wettbewerb"

Aus seiner Sicht ist Gladbach durch die 120-Pokalminuten gegen Berlin nicht im Nachteil.

Denn: "Borussia Mönchengladbach hat natürlich jetzt die Euphorie des Sieges und der Halbfinal-Qualifikation. Das kann auch ein bisschen pushen."

Ohnehin vermutet Thon, dass die Kontrahenten sich um Platz 3 - und damit die direkte Champions-League-Qualifikation - zanken werden.

Das will auch Schalkes Manager Horst Heldt so verstanden wissen (517643DIASHOW: Der 21. Spieltag).

"Gladbach ist ein direkter Konkurrent um den europäischen Wettbewerb. Wir wollen gewinnen, das ist schwierig, aber nicht unmöglich", versicherte Heldt.

Gladbacher Defensive beeindruckt

Vor allem, weil die Borussia mit erst zwölf Gegentoren die beste Abwehr der Liga stellt. Einige Berichterstatter schrieben sogar euphorisiert von der besten Defensive Europas.

Fakt ist: Nur drei Teams gelang es in der Bundesliga-Geschichte, nach 20 Spielen weniger Treffer kassiert zu haben.

Mit 54 Prozent gewonnener Zweikämpfe führt Gladbach auch diese Wertung ligaweit an.

"Viel Respekt für Lucien Favre, der eine gute Mannschaft zusammengestellt hat", bemerkte Stevens deshalb auch.

Schalke offensiv eine Macht

Dass der Niederländer, lange als Verfechter der Defensive ("Die Null muss stehen") verschrien, mit seinem Team auch überragende Statistiken aufweisen kann, verschweigt er elegant.

Mit 46 Toren stellen die Schalker den zweitbesten Angriff der Liga hinter den Bayern (47) und haben mit fast 22 Prozent verwerteter Chancen zudem die treffsichersten Spieler in ihren Reihen.

"Schalke ist in vielen Situationen sehr gefährlich. Sie schalten bei Kontern schnell um und laufen unheimlich viel", stellte Favre deshalb auch fest.

Farfan in die Startelf?

Davon, dass die Gladbacher am Mittwoch den Pokalfight bei Hertha BSC überstehen mussten, lassen sich die Gäste nicht täuschen.

"Wenn man Erfolg hat, steckt man eine Englische Woche mit einem Spiel über 120 Minuten viel leichter weg", weiß Stevens.

Als Gegenmittel gegen diese Euphorie erwägt Stevens, Jefferson Farfan in die Schalker Startelf zu beordern.

Entwarnung bei Reus

Die Gladbacher konnten am Freitag erleichtert die Einsatzbereitschaft von Torjäger Reus vermelden.

Denn insgeheim wissen sie natürlich auch am Borussia-Park: Gegen Schalke werden vielleicht schon die Weichen dafür gestellt, ob es eine überragende, oder eine historische Saison wird.

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