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Albert Streits Vertrag bei Schalke 04 läuft noch bis zum 30. Juni 2012 © getty

Nach seiner Ausmusterung bei Schalke 04 erhebt Albert Streit bei Sport1.de schwere Vorwürfe und droht mit seinem Verbleib.

Von Peter Schmieder und Martin Volkmar

München - Albert Streit könnte sich für Schalke 04 endgültig als eines der teuersten Missverständnisse der Vereinsgeschichte erweisen.

Neben den 2,6 Millionen Euro Ablöse, die die Königsblauen vor einem Jahr an Eintracht Frankfurt zahlten, drohen weitere Millionen-Ausgaben ohne Gegenleistung.

Eigentlich wollten die Schalker mit der Verbannung Streits (Spielerporträt) aus dem Profi-Kader einen Schlussstrich unter die unglückliche Zeit mit dem Fehleinkauf ziehen.

Doch stattdessen kündigt der Mittelfeldspieler nun an, seinen bis 2012 laufenden und mit rund zwei Millionen Euro pro Jahr hervorragend dotierten Vertrag auf der Tribüne abzusitzen.

"Nicht bereit, für die Hälfte zu spielen"

"Nur wenn es sportlich und finanziell passt, werde ich wechseln. Ich bin nicht bereit irgendwo für die Hälfte zu spielen", erklärte Streit im Gespräch mit Sport1.de.

Sollte es bis zum 31. Januar kein "sportlich und wirtschaftlich passendes" Angebot geben, droht der 28-Jährige den Verantwortlichen: "Dann bleibe ich auf Schalke. Mein Vertrag läuft noch dreieinhalb Jahre."

Zumal fraglich ist, wer für einen Reservisten so viel Geld locker machen würde. In Frankfurt hat Streit bei seinem Abgang verbrannte Erde hinterlassen. Und sein vorheriger Verein 1. FC Köln braucht derzeit jeden Cent für die Rückholaktion von Lukas Podolski.

Schalke will keinen Verlust mit den Aussortierten machen

Abschreckend für andere Vereine dürfte neben dem hohen Gehalt vor allem die zusätzliche Ablösesumme sein. "Was wir investiert haben, wollen wir auch wieder rausholen", hat Schalkes Manager Andreas Müller angekündigt.

Dann aber droht auch bei den ebenfalls ausgemusterten Peter Lövenkrands und Ze Roberto II ein kostspieliger Verbleib.

Daher glaubt Streit nicht, dass Müller seinen Worten Taten Folgen lassen wird. "Sie werden kein Geld verlangen. Sie wollen mich so schnell wie möglich von der Gehaltsliste streichen", glaubt der Mittelfeldspieler, der ab sofort nur noch mit den Regionalliga-Amateuren trainieren darf.

"Ich weiß auch nicht, wie man das noch rechtfertigen kann, für einen Spieler eine Ablösesumme zu verlangen, der nicht mal mit der Mannschaft trainiert."

"Ich muss das ja nicht erklären"

Die Tatsache, dass die Schalker im vergangenen Winter fast drei Millionen Euro für ihn ausgaben, obwohl er im Sommer ablösefrei hätte wechseln können, kann sich auch Streit im Rückblick nicht erklären.

"Die Frage stelle nicht nur ich. Aber ich muss das ja nicht erklären. Ich habe das Geld ja nicht ausgegeben", stellt er süffisant fest.

An ihm habe es jedenfalls nicht gelegen: "Ich habe mich nie hängengelassen. Ich habe sogar im Urlaub mehr gemacht, als ich hätte machen sollen."

Vielmehr habe er nie das Vertrauen von Trainer Fred Rutten gespürt. "Rutten ist feige. Die Schuldigen stehen auf dem Platz. Aber an die großen Stars traut er sich nicht ran", sagte Streit der "Bild" mit Blick auf die enttäuschende Hinrunde.

Rutten widerspricht energisch

Dem widersprach der Coach allerdings energisch: "Ich würde den Besten nicht aus der Mannschaft nehmen, selbst wenn es ein Arschloch wäre. Aber wir sprechen hier nicht über Maradona."

Doch Streit legt gegenüber Sport1.de nach. "Ich habe nie eine Chance bekommen, obwohl es in der Vorrunde nicht so gut lief", sagte er.

"Seitdem ich hier bin, habe ich mich nicht wohl gefühlt. Ich habe nie das Vertrauen gespürt, dass ich in den Verhandlungen mit den Schalkern eigentlich immer gespürt hatte. Damals wollten sie mich unbedingt haben."

Nachdem er die Rückrundenvorbereitung wegen einer Knieoperation nicht richtig mitmachen konnte, spielte er unter Mirko Slomka und danach unter Rutten jedoch nie die Rolle, die die Schalker und auch er selbst erwartet hatten.

Nur 14 Einsätze

Nur 14 Mal kam der gebürtige Bukarester in der Bundesliga zum Einsatz. Daher sei sein Wechsel "sportlich der größte Fehler" gewesen, erklärt Streit.

Wirtschaftlich aber "habe ich den besten Vertrag meines Lebens unterschrieben".

Gut möglich, dass er das nun auf Schalker Kosten auf der Tribüne genießen wird.

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