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Felix Magath wurde mit dem VfL Wolfsburg 2009 Deutscher Meister © getty

Der "Wölfe"-Trainer kritisiert trotz des Siegs gegen Freiburg die Leistung seiner Spieler. Der Tabellenletzte schöpft neuen Mut.

Wolfsburg - Die Fans trotzten der Eiseskälte mit Jubelgesängen, die Reporter fragten schon nach der Europa League, aber Felix Magath ließ sich den mühsamen 3:2-Arbeitssieg des VfL Wolfsburg gegen Schlusslicht SC Freiburg (Bericht) von niemandem schönreden.

"Auf einen solchen Erfolg kann ich nicht stolz sein. Freiburg war die bessere Mannschaft, wir haben mit Glück gewonnen", sagte der Coach der Niedersachsen und rührte bei diesen Worten missmutig in seiner Teetasse.

"Es ist nicht erklärbar, warum wir in Führung gehen und diese Führung uns dann keine Sicherheit gibt, sondern uns bequem macht", ärgerte er sich bei LIGA total!.

"Die Mannschaft hat danach das Fußballspielen eingestellt."

In einer solchen Verfassung hätten die Norddeutschen auf der internationalen Bühne in der Tat nichts verloren. 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Der Tabellenletzte war für die Platzherren weit mehr als ein harmloser Sparringspartner und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Doch das Glück war an diesem frostigen Abend ein grün-weißer Wolfsburger.

Jiracek und Schäfer im Glück

Die beiden Tore des Winter-Einkaufs Petr Jiracek in der 5. und 61. Minute waren abgefälschte Schüsse, dem Treffer von Marcel Schäfer (14.) ging eine Abseitsposition des Vorlagengebers Giovanni Sio voraus.

Zweimal kamen die Breisgauer durch Tore von Johannes Flum (17.) und Daniel Caligiuri (38.) wieder zurück, ein drittes Mal wollte dieser Kraftakt nicht gelingen.

"Das ist auch das Positivste an dem Spiel - dass man schlecht spielt und gewinnt. Das ist ein Fortschritt gegenüber der Vorrunde", meinte Magath.

Freiburg schöpft Mut

Nicht das Ergebnis, aber die Leistung machte den Gästen Mut für den Abstiegskampf der kommenden Monate. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Unser Team lebt. Wir haben die Qualität, in der Liga zu bleiben", behauptete Caligiuri nach seinem ersten Bundesligator, und auch der neue Trainer Christian Streich dachte überhaupt nicht ans Aufgeben.

"Meine Jungs sind total hungrig und machen richtig Spaß. Für unsere Verhältnisse haben wir hier großartig mitgehalten", erklärte der SC-Trainer.

Streich hadert

Streichs Jungspunde präsentierten sich den 23.057 Zuschauern sogar schon abgeklärter als ihr Trainer, der sich nach dem Schlusspfiff ein wenig zu sehr in der Rolle des permanent benachteiligten Hinterbänklers gefiel.

"Wer hinschauen kann, sieht auch, was uns passiert. Mehr darf ich nicht sagen", fabulierte der Fußball-Lehrer diffus.

Sein erfahrener Trainerkollege Magath versuchte zu übersetzen: "Gemeint ist wohl, dass Fehlentscheidungen der Schiedsrichter meistens die kleineren Vereine treffen."

Neuer Torgefahr durch Jiracek

Richtig entschieden hat Magath bei seiner ausgefallenen Transferpolitik offensichtlich im Fall von Petr Jiracek.

Der in der Winterpause für vier Millionen Euro aus Pilsen losgeeiste Nationalspieler erzielte nicht nur zwei Treffer, sondern brachte auch die seit längerem vermisste Torgefährlichkeit in die Mittelfeldachse der "Wölfe" zurück.

"Petr ist einer, der uns auch weiterhin helfen wird", lobte Magath den 25-Jährigen mit der wallenden Haarpracht.

Redebedarf für die Woche

Für die meisten von Jiraceks Teamkollegen hatte der Coach, der neben der Geschäftsführung mittlerweile sogar die Herausgabe des Stadionmagazins übernommen hat, weniger freundliche Worte und sogar eine Prise Spott parat:

"Vielleicht standen die Spieler zu sehr unter Druck, weil wir am Wochenende die Fanklubs besuchen."

Eine Rechtfertigung kann das aber nicht sein, weshalb Magath Nachholbedarf bei seinem Team sieht: "Warum das insgesamt so dürftig war, nachdem das Spiel so wunschgemäß begonnen hat - das ist etwas, worüber wie diese Woche noch reden müssen."

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