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Mike Hanke (l., mit Unnerstall) wechselte im Januar 2011 von Hannover 96 nach Gladbach © getty

Die Borussia spielt S04 schwindlig und erobert Platz 3. Für Favre ist das "keine Überraschung", Stevens greift sein Team an.

Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat mit atemberaubenden Offensivfußball im Verfolgerduell mit Schalke 04 triumphiert und ist nun erster Jäger des Bundesliga-Spitzenduos.

Die vor der Pause wie entfesselt aufspielende Borussia besiegte die chancenlosen Königsblauen mit 3:0 (3:0) und verdrängte mit 43 Punkten den direkten Konkurrenten (41) vom dritten Platz.

"Das ist unglaublich, was hier im Moment passiert", erklärte Roman Neustädter bei LIGA total!.

Während die Schalker nach zuletzt sechs Spielen in Folge ohne Niederlage einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen mussten, hat Gladbach nun Bayern München (44) und Spitzenreiter Borussia Dortmund (46) direkt vor Augen.

Marco Reus (2.), der Ex-Schalker Mike Hanke (15.) und Juan Arango (32.) machten mit ihren Toren für die in jeder Hinsicht beeindruckende Elf vom Niederrhein schon in der ersten Halbzeit alles klar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Blitzstart durch Reus

52 Tage nach dem 3:1-Sieg der Borussia im Pokal-Achtelfinale und dem aufsehenerregenden Tritt des Schalkers Jermaine Jones auf den Fuß von Reus ging es von Beginn an wieder hoch her - allerdings nur in eine Richtung.

Nach 110 Sekunden traf Reus vor 54.049 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park mit seinem 13. Saisontor zum 1:0 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

Der Nationalspieler nahm den Ball nach einem Pass von Patrick Herrmann mit dem Rücken zum Tor an und ließ dem Schalker Schlussmann Lars Unnerstall mit einem Schuss aus der Drehung keine Chance.

Höwedes ist angefressen

Vor allem Gäste-Kapitän Benedikt Höwedes hatte Reus nicht entschlossen genug attackiert.

"Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in den Zweikämpfen, konnten die taktischen Vorgaben zu keiner Zeit erfüllen. Die Abstände waren zu groß, die Gladbacher konnten spielen, wie sie wollten. Die erste Halbzeit war indiskutabel, wir haben gar kein Mittel gefunden", motzte Höwedes.

Auch nach dem frühen Tor blieben die Gastgeber drückend überlegen. Schalke stand dem schnellen Gladbacher Kombinationsspiel machtlos gegenüber.

"Es ist keine Überraschung: Wir haben oft schon sehr gut gespielt", stellte ein erfreuter Favre bei LIGA total! fest: "Die Spieler haben viele Freiheiten und sie haben heute hervorragend kombiniert."

Schalker Abwehr überfordert

Das 2:0 fiel fast zwangsläufig: Der überragende Hanke vollstreckte nach einem sehenswerten doppelten Doppelpass mit Herrmann und Arango eiskalt. Die Schalker Deckung schaute erneut nur zu.

"Wir haben das Spiel über 90 Minuten dominiert, das war schon beeindruckend von uns", sagte Hanke.

"Es war wichtig für uns, so früh zu führen. Das 2:0 hat uns dann totales Vertrauen gegeben - dieses Tor war noch wichtiger", betonte Favre.

Freistoßtor von Arango

Danach drosselte Gladbach das atemberaubende Tempo, blieb aber jederzeit Herr der Lage, weil Schalke nur reagierte.

"Bei uns hat die Organisation heute nicht gestimmt. Wir wussten, wie Gladbach spielen wird. Wenn man dann so eine Antwort gibt, hat man Probleme", meckerte Stevens bei LIGA total!.

Arango erzielte die Vorentscheidung mit einem sehenswerten Freistoß aus knapp 25 Metern.

Stevens betreibt Schadensbegrenzung

Borussia-Trainer Lucien Favre vertraute der Startelf, die auch beim 2:0-Sieg nach Verlängerung im Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC am Mittwoch begonnen hatte.

Auch Reus konnte trotz leichter Adduktorenprobleme auflaufen. Von Müdigkeit nach dem Pokal-Kraftakt war nichts zu sehen.

Nach der katastrophalen ersten Hälfte streckte Stevens die Waffen und brachte für Offensivkraft Jose Manuel Jurado den Innenverteidiger Christoph Metzelder.

Gladbach kann sich schonen

Stevens ließ nach dem Spiel seinem Frust bei LIGA total! freien Lauf: "Wenn ich die Körpersprache der Spieler am Ende sehe, frage ich mich, was diese Spieler bei Schalke zu tun haben."

Schalke, am Donnerstag in der Europa-League-Zwischenrunde beim tschechischen Meister Viktoria Pilsen zu Gast, blieb harmlos und war mehr darauf bedacht, die überfallartigen Gladbacher Konter und ein mögliches Debakel zu verhindern.

Dass sich die "Fohlen" in diesem Spiel eine Halbzeit lang schonen konnten, hätten wohl vor dem Anpfiff auch die glühendsten Anhänger nicht gedacht.

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