vergrößernverkleinern
Dortmunds Shinji Kagawa erzielt gegen Leverkusen sein siebtes Saisontor © getty

Dem Meister reicht gegen Leverkusen ein Treffer, um sich oben zu behaupten. Die Werkself enttäuscht auf ganzer Linie.

Aus Dortmund berichtet Thorsten Mesch

Dortmund - Borussia Dortmund hat mit dem fünften Sieg in Folge die Tabellenführung behauptet.

Gegen Bayer Leverkusen kam der Deutsche Meister zu einem insgesamt hochverdienten, aber über weite Strecken mühsamen 1:0-Sieg 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag) .

Shinji Kagawa erzielte den Siegtreffer in der 45. Minute gegen die Gäste aus dem Rheinland, die das Spiel nur in der ersten Hälfte offen gestalten konnten.

Drei Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona agierte die Mannschaft von Trainer Robin Dutt vor allem nach der Pause ideenlos (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Punkte nehmen wir gerne mit"

"Es war nicht das spektakulärste Spiel, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir gegen Leverkusen gespielt haben. Die Punkte nehmen wir gerne mit", sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl.

Während Jürgen Klopps BVB mit 46 Punkten weiter auf Titelkurs ist ("Ich bin mit dem Spiel völlig zufrieden"), bleibt Leverkusen mit 31 Zählern auf Platz sechs, muss sich aber steigern, um den Europa-League-Platz nicht aus der Hand zu geben.

Dutt wollte nicht viel zur Leistung seiner Mannschaft sagen, lobte stattdessen lieber den Gegner: "Man muss eben anerkennen, dass Dortmund derzeit in einer herausragenden Form ist."

Bender-Zwillinge im Duell

Die Dortmunder müssen sich allenfalls Kritik an ihrer wieder einmal nicht meisterlichen Chancenverwertung gefallen lassen.

Wie es sich schon im Vorfeld angekündigt hatte, kam es zum Zwillings-Duell zwischen Sven und Lars Bender.

Sven, der sich bei Dortmunds 2:0-Sieg in Nürnberg einen Bänderanriss im Sprunggelenk zugezogen hatte, stand ebenso von Beginn an auf dem Platz wie sein Bruder, der sich bei Leverkusens 2:2 gegen Stuttgart ebenfalls verletzt hatte.

Dortmund beginnt stark

Für den Gelb-Rot-gesperrten Michal Kadlec gab Bastian Oczipka bei der Werkself sein Startelfdebüt. Michael Ballack saß erneut nur auf der Bank.

Der BVB, der weiter Mario Götze (Schambeinentzündung) ersetzen musste, begann vor 80.400 Zuschauern im Dortmunder Stadion druckvoll.

[image id="dde79b22-645c-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Nach zwei Minuten wurde es zum ersten Mal brenzlig im Strafraum der Gäste.

Nach einer Flanke von Jakub Blaszczykowski auf seinen Landsmann Robert Lewandowski versuchte sich der Pole im Strafraum gegen zwei Leverkusener durchzusetzen, kam aber nicht zum Schuss.

Bayer will keine Fehler machen

Leverkusen näherte sich in der 7. Minute erstmals dem BVB-Tor: Nach einer Ecke von Gonzalo Castro lenkte BVB-Torwart Roman Weidenfeller den Ball über die Querlatte.

Die Borussia bestimmte das Gesehen, schaffte es aber kaum, Bayer in Bedrängnis zu bringen. Leverkusen war eher darauf bedacht, keine Fehler zu machen.

Die Partie plätscherte Mitte der ersten Hälfte vor sich hin, beide Mannschaften neutralisierten sich, und beiden fehlten die Ideen.

BVB ohne Kombinationsspiel

In der 30. Minute spielte Stefan Kießling einen schönen Pass in den Lauf von Andre Schürrle, der von rechts direkt in den Strafraum spielte. Doch Mats Hummels klärte zur Ecke. Direkt im Anschluss musste Lukas Piszczek vor dem einschussbereiten Rolfes klären.

Auf der anderen Seite waren Dortmunder Offensivkombinationen, wie sie der BVB zuletzt bei vier Siegen in Folge gezeigt hatte, kaum zu sehen.

Borussias Chance zur Führung durch Kevin Großkreutz (40.) war eher ein Zufallsprodukt, Bernd Leno parierte den Schuss.

Kagawa mit der Führung

Fünf Minuten später war Bayers Schlussmann dann doch geschlagen. Nach einem Leverkusener Fehlpass im Mittelfeld schalteten die Dortmunder blitzschnell um, Kagawa drang mit dem Ball am Fuß in den Strafraum ein, umkurvte Oczipka am rechten Fünfmetereck und schoss flach ins linke Eck.

Mit dem aus Dortmunder Sicht erlösenden 1:0 ging es in die Kabinen.

Lewandowski mit Problemen

Nach der Pause drängte die Klopp-Elf auf das zweite Tor und schnürte Leverkusen phasenweise ein.

In der 54. Minute kam Lewandowski nach Vorarbeit von Marcel Schmelzer zum Schuss, vergab aber. Der Torjäger wirkte nicht so spielfreudig und spritzig wie zuletzt.

Dutt reagierte auf die mangelnden Ideen in der Bayer-Offensive und wechselte in der 61. Minute Renato Augusto für Rolfes ein.

Unterdessen kurbelte der quirlige Kagawa das Angriffsspiel der Dortmunder weiter an.

Werkself läuft nur hinterher

Nach einem Pass des Japaners kam Großkreutz nach 64 Minuten freistehend im Strafraum zum Schuss, doch Leno vereitelte die Großchance per Fußabwehr. Schmelzers Flachschuss flog knapp rechts vorbei (65.).

Dortmund gab ganz klar den Ton an, die Leverkusener liefen nur noch der Musik hinterher und wirkten, als glaubten sie nicht mehr an einen Punktgewinn. Einzig Leno war es zu verdanken, dass die Partie noch nicht entschieden war.

Dutt brachte Karim Bellarabi für Rechtsverteidiger Vedran Corluka, doch Leverkusen blieb harmlos.

Klopp wechselte Barrios für Lewandowski (77.), Ivan Persisic für Blaszczykowski (82.) und moritz Leitner für Kagawa (90.) ein, doch es blieb beim knappen, aber verdienten 1:0.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel