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Artur Sobiech (3.v.r.) absolvierte bislang drei Länderspiele für Polen © getty

Hannovers Joker rettet 96 in Mainz die Serie. Die Kollegen freuen sich für den Stürmer. Mainz ist mit seinem Rückkehrer zufrieden.

Mainz - Erst feierte Mohamed Zidan mit dem Schnuller im Mund, am Ende war aber "Babyface" Artur Sobiech erstmals in seiner Karriere der umjubelte Held seiner Teamkollegen.

"Es freut mich unheimlich für ihn. Der Junge ist total in Ordnung. Das gibt ihm hoffentlich Aufwind", sagte Torwart Ron-Robert Zieler über den polnischen Nationalspieler, der Hannover 96 mit seinem ersten Bundesliga-Tor auch am 21. Spieltag in der Erfolgsspur gehalten hatte (Spielbericht).

Der im vergangenen Sommer nach Hannover gewechselte 21-Jährige rettete den seit nunmehr acht Partien ungeschlagenen Niedersachsen mit seinem Treffer in der vorletzten Spielminute das 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

96 bleibt im Rennen um Europacup

Trotz des ersten Gegentors in diesem Jahr bleibt Hannover dank Sobiech mit 31 Punkten auf dem Konto im Rennen um einen Europacup-Platz.

Doch damit nicht genug. Der erst vier Minuten vor seinem Tor eingewechselte Sobiech, der auch bei seinen fünf Einsätzen zuvor immer von der Bank gekommen war, verhinderte zudem eine Pleite im 150. Bundesliga-Spiel von Trainer Mirko Slomka.

Vorfreude auf Brügge

Gleichzeitig sorgte der Stürmer mit dem Spitznamen "Abdul" dafür, dass Hannover mit Optimismus auf das Hinspiel in der Zwischenrunde der Europa League am Donnerstag gegen den FC Brügge schauen kann.

"Wir freuen uns alle sehr für ihn. Er gibt im Training richtig Gas und hat es sich wirklich verdient, dass ihm so ein Ball mal vor die Füße fällt", sagte Offensivspieler Jan Schlaudraff über Sobiech, der 2010 mit seinem Wechsel von Ruch Chorzow zu Polonia Warschau einen bis heute gültigen Rekord in seiner Heimat aufgestellt hat.

Die damals für den Angreifer gezahlte Ablösesumme in Höhe von einer Million Euro ist nach wie vor die höchste im polnischen Fußball.

Diouf mit gutem Debüt

Die Freude über den Treffer Sobiechs rückte sogar das Startelf-Debüt des 1,8 Millionen Euro teuren Neuzugangs Mame Biram Diouf in den Hintergrund.

Der Senegalese zeigte eine solide Vorstellung vor 30.173 Zuschauern und war nach dem Abpfiff mit sich zufrieden. "Es war großartig, ich habe es genossen", sagte der Stürmer:

"Ich muss mich noch besser daran gewöhnen, wie wir spielen. Dann wird es gut funktionieren."

Bis zur 89. Minute hatte es allerdings nicht danach ausgesehen, dass Diouf oder Sobiech die Protagonisten der Partie sein können.

Zidan mit der Führung

Obwohl Hannover stark spielte und das Remis am Ende hochverdient war, schien Zidan der Mann des Tages zu sein.

Bereits in der siebten Minute hatte der Rückkehrer von Meister Borussia Dortmund, der schon in seinem ersten Spiel für seinen alten Klub am vergangenen Wochenende bei Schalke 04 getroffen hatte (1:1), die Mainzer in Führung gebracht.

Der Jubel mit dem Schnuller im Mund, dem er seinem kleinen Sohn morgens beim Frühstück als Belohnung für seine ersten Schritte versprochen hatte, war am Ende aber nicht der Jubel über einen Sieg 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

"Schade und bitter"

"Es ist natürlich sehr schade und bitter, wenn man so lange in Führung liegt", sagte der Mainzer Rekordtorschütze (24 Treffer):

"Dennoch habe ich mich sehr über den Jubel mit den Fans gefreut. Und ich bin sicher, dass es besser und besser wird. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, ich habe schließlich ein halbes Jahr nicht oft gespielt."

Anders als in Dortmund wird Zidan in Mainz nicht auf der Ersatzbank sitzen.

Daran ließ Trainer Thomas Tuchel keinen Zweifel. "Wir wussten, dass er sich hier sehr wohl fühlt und dass er effektiv sein wird. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", sagte der Coach über seinen neuen Schützling, der in der 81. Minute nach einem Schuss aus kurzer Distanz in den Bauch ausgewechselt werden musste.

Laut eigener Aussage war bei Zidan nach dem Abpfiff aber "alles wieder gut".

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