vergrößernverkleinern
Markus Babbel (l.) hat in Hoffenheim einen Vertrag bis 2014 © getty

Hoffenheims neuer Coach findet den Draht zu seinen Spielern und sorgt für den ersten TSG-Punkt in Bremen. Werder steckt fest.

Bremen - Für zwei, maximal drei Sekunden erstarrte Markus Babbel beim Last-Minute-Gegentor.

Dann schüttelte er sich fast demonstrativ und forderte von seiner neuen Mannschaft lautstark die allerletzte Konzentration auf die dreiminütige Nachspielzeit 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

Der späte Ausgleichstreffer der Gastgeber zum 1:1 (0:1) in der 90. Minute mochte den greifbaren Sieg von 1899 Hoffenheim bei Werder Bremen zunichte gemacht haben (Spielbericht), vom Pauschallob für seine Schützlinge rückte der Coach nach dem Debüt auf der Trainerbank der Kraichgauer aber keinen Millimeter ab.

"Über eine lange Zeit haben die Jungs sicher gestanden. Nach nur einer Trainingseinheit haben sie schon gut verstanden, wie wir uns als Trainerteam solides Defensivverhalten vorstellen", sagte der 39-Jährige.

Erster Punktgewinn an der Weser

Das Remis war zudem gleichbedeutend mit dem ersten Punktgewinn des Bundesliga-Zehnten an der Weser überhaupt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gleich im ersten Anlauf gelang es Babbel, die Sinsheimer Fußball-Diven zu erden.

Sauer sei er nicht über das späte Gegentor, aber enttäuscht, schob Babbel bei "Sky" nach: "Ich finde es einfach schade, denn mein Team hat ein wirklich klasse kämpferisches Spiel abgeliefert."

48 Stunden nach der Inthronisierung Babbels als Nachfolger des entlassenen Holger Stanislawski (Bericht) besannen sich seine Schützlinge hauptsächlich auf die Grundtugenden des Fußballs.

Hoffenheim mit viel Kampf

Hoffenheim stand häufig tief, doppelte mit viel Laufarbeit in zahlreichen Situationen seine Gegenspieler und wagte sich nur mit grundsolider Absicherung in die gegnerische Hälfte.

All dies gestützt von einem schnellen Führungstor per Kopfball durch Innenverteidiger Jannik Vestergaard in der fünften Minute.

Dass da die Beine in der Schlussphase schwerer und schwerer wurden, mochte Babbel nicht kritisieren, vielleicht noch nicht: "Da waren dann schon noch ein paar Steine im Rucksack drin."

Babbels Draht zu den Spielern

So kamen die Platzherren in der Schlussminute durch Marko Arnautovic noch zum Ausgleichstreffer, was Babbels Kollege Thomas Schaaf mit Erleichterung zur Kenntnis nahm, "denn auch wir haben einen großen Aufwand betrieben".

Der neue Chefcoach in Sinsheim, der so ganz anders ist als sein am Mittwoch beurlaubter Vorgänger, scheint anzukommen bei seinem neuen Personal.

"Er hat uns ganz sachlich gesagt, dass wir unsere Qualitäten haben, und genau die haben wir in Bremen gezeigt", berichtete Marvin Compper, und Mittelfeldspieler Daniel Williams ergänzte:

"Die Basis für Erfolg ist Ordnung auf dem Platz. Das hat uns der neue Trainer gleich vermittelt."

Ekici muss früh zum Duschen

Unordentlich und unklar waren hingegen viele Aktionen der Hanseaten, die ohne den gelbgesperrten Torjäger Claudio Pizarro auskommen mussten.

Außerhalb der Hansestadt noch nahezu unbekannten Youngstern wie Florian Hartherz und Niclas Füllkrug stand noch oft der Übereifer im Weg.

Mehmet Ekici, der Ordnung schaffen sollte, versemmelte sein 50. Bundesligaspiel total und musste schon in der Halbzeitpause unter die Dusche.

Bremen zu durchschnittlich

Klare Aktionen, wie sie Werder-Coach Thomas Schaaf liebt, blieben somit die Ausnahme.

"Dass es in diesem Punkt bei uns hakt, zieht sich schon durch die gesamte Rückrunde", bemängelte der 50-Jährige.

Vier Spiele, vier Unentschieden - durchschnittlicher kann eine Zwischenbilanz nicht ausfallen.

Allofs ist zufrieden

Dass die Norddeutschen immer noch Rang fünf in der Tabelle belegen, ist mehr den Leistungsschwankungen der Verfolger geschuldet.

Was Geschäftsführer Klaus Allofs so allerdings nicht unterschreiben mochte: "Ein fünfter Platz ist ein guter Platz und besser, als viele in Bremen es wahrnehmen wollen."

Und weiter: "Mit so vielen jungen Spielern im Team darf man auch nicht unrealistisch sein, was die Erwartungshaltung angeht."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel