Während Ex-Coach Favre mit Gladbach die Liga verzaubert, stürzt Hertha BSC unter Neu-Trainer Skibbe der Zweiten Liga entgegen.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wo Hertha BSC heute stehen würde, wenn Lucien Favre noch Trainer in der Hauptstadt wäre.

Nach einem katastrophalen Saisonstart entließ die Hertha den Schweizer 2009, nachdem er sie in der Saison zuvor bis auf Platz 4 geführt hatte.

Gute zwei Jahre später sind die Berliner nach einem Ab- und einem Aufstieg gerade wieder im freien Fall in Richtung Zweite Liga unterwegs.

Der neue Trainer Michael Skibbe kassierte in fünf Pflichtspielen fünf Niederlagen. Das 0:5 beim VfB Stuttgart war ein Offenbarungseid der Mannschaft, Skibbe fordert Geduld, wirkt aber zunehmend ratlos.

[image id="d0eb44f3-645c-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Kein Wunder, dass Hertha-Sportdirektor Michael Preetz ein klares Bekenntnis zu Skibbe vermeidet. Die Namen von Nachfolgekandidaten machen schon die Runde ? und Preetz schielt derweil vielleicht mit einem weinenden Auge nach Mönchengladbach.

Denn dort liefert Ex-Coach Favre mit der Borussia eine Gala nach der anderen ab. Das 3:0 im Verfolgerduell gegen den FC Schalke war von geradezu unglaublicher Unvermeidlichkeit.

Von Beginn weg drückte Gladbach dem Gegner das eigene Spiel auf, kombinierte sich scheinbar schwerelos durch den gegnerischen Strafraum oder zauberte einfach einen Standard ins Tor, wie Wunderfuß Juan Arango.

Damit hat die Borussia aus den "Fantastischen Vier" an der Tabellenspitze ein Spitzentrio gemacht, Schalke muss sich erstmal hinten anstellen. Und von den drei Top-Teams setzte Gladbach am Samstag als einziges ein Ausrufezeichen.

Meister Borussia Dortmund verteidigte die Tabellenführung gegen Leverkusen zwar in Manier eines Titelfavoriten souverän. Ohne den Geniestreich des bärenstarken Shinji Kagawa wäre es gegen den Bayer-Beton aber schwer geworden.

Und die Bayern absolvierten unter dem Eindruck der Robben-Debatte gegen den 1. FC Kaiserslautern Dienst nach Vorschrift.

Mehr war auch nicht nötig. Aber die Unruhe um Bankdrücker Robben könnte den Rekordmeister bei der Jagd nach dem BVB unnötig ablenken, zeigte die Mannschaft zuletzt doch zwei Mal, dass es ohne den Niederländer derzeit flüssiger läuft.

So flüssig wie bei Favres "Fohlen" lief es am 21. Spieltag aber nirgends.

Bei der Hertha schon mal gar nicht.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel