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Mario Gomez (r.) hat in dieser Saison schon 18 Treffer erzielt © getty

Nach dem Sieg über Lautern spricht Mario Gomez über den Superstar in der Krise. Zudem lobt er Alaba als Schweinsteiger-Ersatz.

Aus der Allianz Arena berichtet Julian Buhl

München - Es dauerte keine sechs Minuten, da war er schon wieder zur Stelle.

Per Kopf verwertete Mario Gomez eine Flanke seines Teamkollegen Franck Ribery zur frühen 1:0-Führung der Bayern im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Bericht).

Für Gomez war es bereits der 18. Treffer in der laufenden Bundesliga-Saison und für die Münchner der Grundstein eines souveränen 2:0-Erfolgs über die krisengeschüttelten Pfälzer (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den verletzungsbedingten Ausfall seines Mittelfeldstrategen Bastian Schweinsteiger steckte der Rekordmeister dabei mühelos weg.

Der junge Österreicher David Alaba erwies sich wie schon beim Pokalerfolg in Stuttgart am Mittwoch als würdiger Vertreter 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

Im Interview lobt Gomez neben Alaba auch den Brasilianer Luiz Gustavo und geht auf die Situation von Arjen Robben ein.

Frage: Herr Gomez, war der Sieg über Lautern die Fortsetzung eines guten Trends, der gegen Stuttgart angefangen hat?

Mario Gomez: Ja, absolut. Die Richtung ist die richtige. Wir spielen im Moment wieder sehr, sehr kompakt. Der erste Eckball der Lauterer war ganz am Ende der ersten Halbzeit. Dass wir gut Fußball spielen, können wissen wir. Aber dass wir nach hinten wieder so kompakt spielen, das ist das A und O bei uns. Das haben wir die letzten zwei Spiele wieder sehr gut gemacht.

Frage: Waren Stuttgart und Kaiserslautern dankbare Gegner?

Gomez: Ich weiß nicht, ob beispielsweise der HSV viel stärker ist als Stuttgart. Und da haben wir es auch nicht geschafft. Es liegt schon auch viel daran, wie wir auftreten.

Frage: Hätte man gegen den FCK nicht auch sein Torverhältnis noch etwas verbessern können?

Gomez: Wir hätten auch 4:0 oder 5:0 gewinnen können. Ich habe grade schon in der Kabine zu den Mittelfeldspielern gesagt: "Ihr seid zu gute Fußballer dafür, dass man euch da irgendeinen Vorwurf machen kann." Sie haben versucht, Ball und Gegner laufen zu lassen und nicht mehr in letzter Konsequenz auf das nächste Tor gespielt. Das lag natürlich auch daran, dass wir uns nach dem 2:0 einfach sicher waren, dass wir dieses Spiel nicht mehr hergeben.

Frage: Die momentane Situation von Arjen Robben ist sicher etwas frustrierend für Ihren Mannschaftskollegen, oder?

Gomez: Natürlich ist es bitter für Arjen. Es ist eine schwierige Zeit für ihn. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich hatte ja auch schon mal eine ähnliche Phase. Kein Spieler sitzt gerne auf der Bank. Arjen ist ein Weltklassespieler. Deshalb ist es für ihn natürlich noch bitterer. Aber was sollen wir jetzt tun? Wir versuchen, als Mannschaft zu gewinnen. Arjen wird sein Bestes geben. Er gibt immer hundert Prozent. Das wird er auch in den nächsten Wochen tun. Am Ende ist der Trainer der Verantwortliche. Damit muss man im Endeffekt klarkommen. Wir als Mannschaft wollen Erfolg haben und da zählt nicht der Einzelne, sondern eben die Mannschaft.

Frage: Sind Sie zufrieden, wie die Mannschaft den verletzungsbedingten Ausfall von Bastian Schweinsteiger kompensiert hat?

Gomez: Ja absolut. Da sind wir leider wieder beim gleichen Thema wie am Ende der Hinrunde. Natürlich ist es sehr, sehr bitter für Basti. Wir wünschen ihm alle das Beste, und dass er schnell fit wird. Jetzt müssen wir uns damit auseinandersetzen. Der Luiz (Gustavo, Anm. d. Red.) hat die beiden Spiele jetzt hervorragend gespielt. Vielleicht nicht so offensichtlich. Er hat aber extrem viele Zweikämpfe gewonnen, viele Bälle erobert. Die halt in den ersten drei Rückrundenspielen niemand erobert hat.

Frage: Das bedeutet?

Gomez: Deshalb ist Luiz im Moment ein wichtiger Faktor in unserem Spiel. Und David (Alaba, Anm. d. Red.) mag ich sowieso. Das ist mein kleiner Freund. Ich freue mich sehr für ihn. Er ist ein Riesenfußballer. Manchmal ist er noch ein bisschen nervös, aber das muss er nicht sein. Er hat riesiges Potenzial.

Frage: Thomas Müller hat heute nach 1157 Minuten wieder ein Tor geschossen. Wie wichtig ist das für ihn?

Gomez: In der Mannschaft und bei ihm selber war es kein Thema. Es wird dann zum Thema, wenn öffentlich angefangen wird, zu zählen. Für die Medien ist es ein gefundenes Fressen. Dann wird der Druck immer größer. Thomas hat aber immer weiter Gas gegeben. Er hat sich heute dafür belohnt. Er hat auch gegen Stuttgart schon sehr stark gespielt. Das Tor war nicht ganz einfach. Er hat sich gegen drei Verteidiger im Kopfballduell durchgesetzt und der Torhüter war auch noch da.

Frage: Sind Sie, wie einige Ihrer Kollegen, optimistisch, dass der FC Bayern jetzt eine Serie starten kann?

Gomez: Ja. Dass wir mit Bastian Schweinsteiger am besten spielen können, wissen wir. Aber dass wir die Dinge, die wir gegen Stuttgart und Kaiserslautern umgesetzt haben, auf dem Platz einfach machen müssen, das haben wir jetzt in den Köpfen drin. Es weiß jetzt jeder, dass er ganz wichtig für unser Spiel ist. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich.

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