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Der frühere DFB-Coach Michael Skibbe ist Herthas vierter Cheftrainer seit 2009 © getty

Nach der Blamage in Stuttgart trennen sich die Berliner von Cheftrainer Michael Skibbe. Wütende Fans stürmen den Trainingsplatz.

Berlin - Der krisengeschüttelte Bundesligist Hertha BSC hat sich am Sonntag von Trainer Michael Skibbe getrennt.

Das bestätigte der Klub vorab auf SPORT1-Nachfrage.

Am Nachmittag folgte dann die Erklärung von Hertha-Sportdirektor Michael Preetz: "Nach fünf Niederlagen in Folge und der 0:5-Schlappe in Stuttgart sahen wir uns gezwungen, diesen Schritt zu vollziehen."

Und ehrlich fügte Preetz hinzu: "Es ist auch meine Verantwortung für Hertha BSC, diese Fehleinschätzung zu korrigieren."

Um seinen eigenen Posten will der Sportdirektor indes kämpfen. "Ich bin a) ein Kämpfer, der b) nicht wegläuft. Und c) macht es auch nicht jeder, Fehler einzuräumen", sagte er.

Hertha vorerst mit Interimslösung

Skibbe war am erst 22. Dezember bei den Berlinern als Nachfolger von Markus Babbel vorgestellt worden.

Auch Co-Trainer Edwin Boekamp wurde entlassen.

"Wir werden vorerst eine Interimslösung finden. Allerdings werden wir parallel einen neuen Trainer suchen", sagte Preetz.

Der ehemalige DFB-Trainer Skibbe hatte in fünf Pflichtspielen mit dem mittlerweile Tabellen-15. fünf Niederlagen erlitten, darunter die Blamage beim VfB Stuttgart (Spielbericht).

Für die Interimslösung käme wohl der bisherigen U19-Trainer der Hertha, Ex-Profi Rene Tretschok, in Frage.

"Dafür findet man kaum Worte"

"Die erste Halbzeit war die schlimmste, die ich je als Trainer erlebt habe. Das war so schlecht, dass man dafür kaum Worte findet. Dementsprechend bin ich auch sehr niedergeschlagen. Es war eine Katastrophe, in der ersten Halbzeit als absolutes Debakel", sagte Skibbe bei LIGA total!

"Das war heute ein Auftritt, wie wir ihn uns nicht gefallen lassen können", meinte Preetz und hatte anschließend keine Garantien für einen weiteren Verbleib des Trainers beim Hauptstadtklub gegeben. 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Kapitän Andre Mijatovic sagte am Sonntagmorgen: "Fakt ist, dass wir fünfmal verloren haben. So ist das Trainergeschäft."

Der nächste Gegner in Berlins 1000. Bundesligaspiel ist am kommenden Samstag kein Geringerer als der Tabellenführer und Deutsche Meister Borussia Dortmund.

[kaltura id="0_m1cq81pp" class="full_size" title="Skibbe gefeuert"]

Verfolgungsjagd auf dem Trainingsgelände

Die insgesamt aufgeladene Atmosphäre verdeutlichte am Sonntagmorgen auf dem Berliner Trainingsgelände eine "Verfolgungsjagd", bei der rund 200 zum Teil vermummte Fans die Spieler auf dem Weg zum Auslaufen nahezu in "Manndeckung" nahmen.

Die Profis sind von den Fans wüst beschimpft worden.

Die Anhängerschar hatte sich ohne Erlaubnis Zutritt zum Trainingsgelände der Hertha verschafft. Um die Situation zu beruhigen, entschied sich der Klub, eine kurzfristige Aussprache von Spielern mit den Fans anzusetzen.

In einem Raum setzten sich einige Hertha-Spieler, darunter Kapitän Andre Mijatovic, mit den Anhängern zusammen und diskutierten über die jüngste Talfahrt.

Vierte Trainerentlassung

Skibbes Abgang ist die vierte Trainerentlassung bei Hertha seit September 2009. Damals entließ Klub-Manager Michael Preetz den heutigen Gladbach-Coach Lucien Favre. Es folgten Friedhelm Funkel, Markus Babbel und nun Skibbe.

Dessen Entlassung ist der sechste Trainerwechsel der laufenden Saison in der Bundesliga.

Zuvor hatten Babbel (Hertha), Marcus Sorg (SC Freiburg), Michael Oenning (Hamburger SV) und Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim) gehen müssen.

Ralf Rangnick trat bei Schalke 04 wegen eines Burnouts zurück.

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