vergrößernverkleinern
Marcel Koller ist seit 2005 Trainer beim VfL Bochum © getty

In Bochum überschattet die Degradierung von Zdebel die Ankunft eines Hoffnungsträgers. Die Fans schießen sich auf den Trainer ein.

Bochum - Der suspendierte Kapitän redet sich den Frust von der Seele, die Fans nehmen schon wieder den Trainer ins Visier.

Und der neue Hoffnungsträger ist bereits 34 Jahre alt: Mitten in der Winterpause rumort es beim VfL Bochum an allen Ecken und Enden.

Doch obwohl das Fass beim Tabellenvorletzten schon im richtungweisenden ersten Rückrundenspiel am 1. Februar gegen Abstiegskonkurrent Karlsruher SC überzulaufen droht, bleibt Coach Marcel Koller cool.

"Die Vorbereitung läuft gut und ist absolut nicht beeinträchtigt. Die Mannschaft glaubt an sich, das ist jetzt schon deutlich zu spüren", sagte Koller.

Kritik lässt Koller unbeeindruckt

Auf die Kritik von Zdebel ("Ich fühle mich betrogen und benutzt"), den er angeblich wegen mangelnder Loyalität zu den Amateuren strafversetzte, reagierte der Schweizer gelassen.

Koller scheint bei seinen Vorgesetzten schier grenzenloses Vertrauen zu genießen und gibt sich schon lange nicht mehr der Illusion hin, jemals bei den Fans beliebt zu sein.

Kapitän immer noch Führungsperson

"Ich möchte keinen Rosenkrieg beginnen. Dass Thomas enttäuscht ist, ist doch verständlich. Ich habe meine Spieler immer geschützt, und mein Credo ist es, immer sachlich zu bleiben", sagte Koller und verteidigte die Degradierung des verdienten Mittelfeldakteurs.

Obwohl dieser kein Stammspieler mehr ist, gehört er immer noch zu den Führungspersönlichkeiten im Team: "Ich bin nicht dünnhäutig. In diesem Fall haben sich in der Hinrunde mehrere Gründe angesammelt, die diesen Schritt notwendig machten," so der Trainer.

Die Lage ist unter Kontrolle

Details will Koller, der vor einigen Wochen schon Stürmer Vahid Hashemian wegen kritischer Äußerungen in der Öffentlichkeit eine Denkpause verordnete, nicht nennen.

Eine Eskalation der Lage in Bochum fürchtet der Trainer auch im Fall einer Niederlage gegen den KSC nicht:

"Selbst wenn wir verlieren würden, und davon gehe ich nicht aus - viel schlechter als nach dem Spiel gegen Köln kann die Stimmung nicht werden."

Im letzten Spiel vor der Winterpause hatte der VfL gegen den Aufsteiger eine völlig unnötige 1:2-Niederlage kassiert, danach richtete sich die Fan-Wut mehr denn je gegen Koller.

Fans mit Aktionen gegen Trainer

Mit der Verbannung des bei den Anhängern hoch geachteten Kapitäns goss Koller weiter Öl ins Feuer. In diversen Internetforen beraten die Fans schon über Pro-Zdebel- und Anti-Koller-Aktionen vor der Partie gegen den KSC.

Eine Entlassung des Trainers können sie sich allerdings vorerst abschminken.

"Wenn man sich unseren Punktestand ansieht, ist jedes Spiel ein Schlüsselspiel, nicht nur das gegen Karlsruhe.

Marcel Koller ist und bleibt unser Trainer, unabhängig vom Ausgang des ersten Rückrundenspiels. Wir werden bestimmt nicht nach jedem Spiel eine Trainerdiskussion beginnen", sagte Manager Thomas Ernst.

Klimowicz soll Aufbruch einleiten

Derweil verhinderte die Personalie Zdebel, dass die Verpflichtung von Stürmer Diego Klimowicz von Revier-Rivale Borussia Dortmund im Umfeld das erhoffte Zeichen zum Aufbruch gab.

Ohnehin wird der Argentinier, der im fortgeschrittenen Fußballer-Alter von 34 Jahren einen Vertrag bis Juni 2010 erhielt, trotz einer beachtlichen Torquote (63 Tore in 187 Ligaspielen) nicht unkritisch beäugt.

Ernst erklärte dagegen, Klimowicz sei genau der Stürmertyp, den man gesucht habe. Er habe "auch in seinem Alter" das Potenzial, dem Offensivspiel des VfL neue Impulse zu verleihen:

"Er ist fit genug, uns über 90 Minuten zu helfen, und wenn es später mal nur noch 80 Minuten sein sollten, habe ich damit auch kein Problem."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel