vergrößernverkleinern
Paolo Guerrero (l. mit Rensing) wechselte 2006 vom FC Bayern München zum HSV © getty

Aus spitzem Winkel lupft der Stürmer kurz vor Schluss zum Hamburger Sieg in Köln. Zuvor vergeben er und Petric einige Chancen.

Aus Köln berichtet Thorsten Mesch

Köln - Der 1. FC Köln hat im Kampf um einen Platz im gesicherten Mittelfeld einen bitteren Rückschlag hinnehmen müssen.

Ohne den verletzten Nationalspieler Lukas Podolski, der vor dem Spiel mit einem Interview erneut für Wirbel gesorgt hatte, unterlag die Mannschaft von Trainer Stale Solbakken dem Hamburger SV in einer niveauarmen Partie 0:1 (0:0).

Paolo Guerrero erzielte in der 88. Minute den Siegtreffer für die Gäste aus dem Norden, die auswärts im siebten Spiel in Folge ungeschlagen blieben und dabei den vierten Dreier einfuhren.

Mit nun 26 Punkten verbesserte sich die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink auf Platz zehn und geht mit Rückenwind in das Derby gegen Werder Bremen, während Köln mit 24 Zählern auf Rang zwölf abrutschte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Mannschaft hat sich belohnt", sagte HSV-Trainer Thorsten Fink, "aber ich weiß, dass wir noch nicht alle Sorgen los sind."

Wirbel um Podolski

Vor dem Spiel hatte ein Interview des verletzten Podolski die Gemüter erhitzt.

Seit seiner Rückkehr nach Köln im Jahr 2009 habe der FC nicht die von ihm erhoffte Entwicklung genommen, hatte Podolski zum wiederholten Mal geklagt.

"Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend", hatte er der "Bild am Sonntag" gesagt.

Er habe sich "etwas Anderes erhofft, weil die Voraussetzungen viel mehr hergeben."

Strafe für Podolski

Die FC-Verantwortlichen hatten verärgert reagiert und Podolski eine Strafe angedroht.

"Wenn man selbst immer Ruhe einfordert in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht", so FC-Geschäftsführer Claus Horstmann im "Express".

Podolskis Verhalten sei "zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden."

Drei Veränderungen

Kölns Trainer Solbakken hatte seine Mannschaft gegenüber dem enorm wichtigen 1:0-Sieg in Kaiserslautern, bei dem Podolski bereits gefehlt hatte, auf einer Position verändert.

[image id="c001adc9-645c-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Für Kevin McKenna rückte Ammer Jemal in die Startelf. Der Tunesier spielte neben Pedro Geromel in der Innenverteidigung.

HSV-Coach Thorsten Fink hatte gegenüber dem 1:1 gegen den FC Bayern nur auf einer Position getauscht: Gojko Kacar ersetzte im Mittelfeld Thomas Rincon.

Jansen scheitert

Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt konnte das Spiel die 46.500 Zuschauer zunächst nur ganz selten erwärmen 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

Beide Teams waren zwar bemüht, direkt und schnell nach vorn zu spielen, agierten dabei aber häufig zu ungenau. Zudem gaben sich beide Defensivreihen zunächst kaum eine Blöße, Torchancen waren Mangelware.

Kölns beste Gelegenheiten vergaben Slawomir Peszko (14.) und Milivoje Novakovic (20.), der HSV hatte drei Minuten später durch Marcell Jansen die Chance zur Führung, doch sein Schuss wurde geblockt.

In der Folgezeit neutralisierten sich beide Mannschaften, das 0:0 entsprach dem Spielverlauf.

Jemal verletzt sich

In der Pause wechselte Solbakken: McKenna kam für Christian Eichner, Jemal rückte auf die linke Abwehrseite.

Kurz nach dem Wechsel hatte Geromel nach einer Ecke die große Chance zum 1:0, doch der Schuss des Kölner Kapitän wurde geblockt.

Jemal verletzte sich kurz darauf und musste nach 51 Minuten vom Feld.

Odise Roshi, Schütze des Siegtreffers in Kaiserslautern, kam ins Spiel, Sascha Riether übernahm die Position des Linksverteidigers.

Lanig-Treffer aberkannt

Beim HSV musste der angeschlagene Kacar in der 59. Minute passen, Fink wechselte Robert Tesche ein.

Zwei Minuten später bejubelten die Kölner Fans nach einem perfekt getimten Freistoß von Mato Jajalo einen Kopfballtreffer von Martin Lanig, doch der lange Mittelfeldmann stand im Abseits.

Das Spiel nahm Fahrt auf. Köln setzte nach, die Hamburger lauerten auf schnelle Gegenstöße und Fehler der Gastgeber.

In der 69. Minute war es wieder Jansen, der die Chance zur Gästeführung hatte. Nach einer Flanke von Dennis Diekmeier landete Guerreros Kopfball bei Jansen, der sofort abzog.

Guerrero trifft

Mladen Petric hielt am Fünfmeterraum den Fuß rein, doch der Ball flog knapp über das Tor. Kurz darauf wäre FC-Keeper Michael Rensing beinahe geschlagen gewesen, doch Petric schoss freistehend am Tor vorbei.

Der HSV blieb am Drücker und kam in der Schlussphase durch Guerrero noch zum etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg. Der Peruaner hob den Ball nach tollem Zuspiel von Petric elegant aus spitzem Winkel über Rensing.

"Ich habe gesehen, dass Michael Rensing aus dem Tor kommt. Da musste ich nur lupfen", erklärte Guererro seinen Treffer.

Geromel machte beim Abwehrversuch eine unglückliche Figur.

"Ich weiß auch nicht was da los war. Es ging alles so schnell und ich dachte, dass der Ball ins Aus geht", versuchte der FC-Kapitän seine seltsame Rettungsaktion zu erklären.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel