Berlins Sportdirektor Michael Preetz entlässt Trainer Michael Skibbe - eine Kurzschlussreaktion. Der Druck auf Preetz steigt.

Die Frage muss erlaubt sein: Welchen Plan hatten sich die Hertha-Verantwortlichen vor dem Spiel in Stuttgart bereit gelegt?

Erwischte sie die Pleite gegen die Schwaben wirklich wie ein unvorhersehbares Naturereignis? Oder erging es ihnen wie manchen deutschen Großstädten im Winter, in denen schon eine Schneeflocke ein mittleres Verkehrschaos anrichtet?

Die 0:5-Klatsche (Bericht) genügte jedenfalls und Trainer Michael Skibbe landete vor der Tür (Bericht).

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Zugegeben, die Berliner Profis dilettierten gegen den VfB nach Kräften, lieferten eine peinliche Vorstellung. Doch das allein dem bemitleidenswerten Trainer in die Schuhe zu schieben, ist reichlich einfach.

Schon unter Vorgänger Markus Babbel hatte die Berliner Krise begonnen, fünf Pleiten in Folge und 1:12-Tore unter Skibbe besiegelten dessen Aus nach gerade einmal 41 Tagen in Berlin.

Dabei hatte Hertha-Sportdirektor Michael Preetz den vermeintlichen Hoffnungsträger mit einem Vertrag bis 2014 ausgestattet, zudem musste die Hertha eine teure Ablösesumme an den türkischen Klub Eskisehirspor zahlen.

"Mit gebotener Sorgfalt", sagte Preetz, wolle er jetzt einen neuen Coach suchen.

Mittlerweile hat Preetz in zweieinhalb Jahren als Hertha-Manager vier Trainer verschlissen - eine vernichtende Bilanz.

Dass Preetz nun Skibbe feuerte, gibt auch einen Blick auf ihn selbst frei.

Nichts fürchtet der Hertha-Macher mehr als einen erneuten Abstieg wie in seiner ersten Saison als Hauptverantwortlicher 2009/2010. Die Zeit hat ihn gebeutelt und beeinflusst sein Handeln stärker als es ihm selbst lieb ist.

Im Kampf gegen den Absturz in die Zweite Liga scheut Preetz auch vor harten Einschnitten nicht. Von außen gesehen, lässt sich das als Aktionismus interpretieren.

Denn beispielsweise für die wochenlange Sperre des besten Spielers Raffael konnte auch Skibbe nichts.

Der Mannschaft hat Preetz keinen Gefallen getan - genauso wenig wie mit den wochenlangen Querelen mit Skibbes Vorgänger Babbel.

Nach der Klatsche in Stuttgart ist das Team gebeutelt. Jetzt muss es sich erneut auf einen neuen Coach einstellen und zudem die vergangenen Wochen verarbeiten.

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