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Der Südkoreaner Koo Ja-Cheol spielt seit 2012 beim FC Augsburg © getty

Nach der Nullnummer im Bayern-Derby gegen Nürnberg vertrauen die Schwaben weiter auf ihre Stärken - und nicht auf höhere Mächte.

Von Barnabas Szöcs

München/Augsburg - Dieter Hecking ärgerte sich über die erste Halbzeit, Jos Luhukay missfiel die zweite.

Beim 0:0 im Bayern-Derby zwischen Augsburg und Nürnberg (Spielbericht) zeigten beide Teams zwei sehr unterschiedliche Gesichter, spielten gefühlte 45 gute Minuten - und 45 weniger gute (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Was beide Trainer gemeinsam hatten: Sie waren mit der Ausbeute nicht zufrieden:

"In der ersten Halbzeit hat Augsburg ein gutes Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen und hätten den Dreier mitnehmen müssen", bemängelte Hecking den Ausgang: "Im Abstiegskampf gilt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Zum Glück haben wir die Konkurrenz auf Abstand gehalten."

"Nur Siege helfen weiter"

Wesentlich dünner wird die Luft jedoch für den FCA.

Noch immer stehen die bayrischen Schwaben auf Abstiegsplatz 17, Punkteteilungen helfen da wenig, wie Luhukay weiß:

"Dieses Ergebnis hilft dem Club mehr als uns, weil uns nur Siege wirklich weiterhelfen. Wir haben auf den Sieg gespielt, aber in der Umsetzung fehlte noch etwas. Jetzt müssen wir mit dem einen Punkt leben."

FCA will Glück erarbeiten

Trotz einer Mehrzahl an Chancen - vor allem in der ersten Hälfte - verzweifelten die Gastgeber an ihren Versuchen.

Ob bei Tobias Werner, Koo Ja-Cheol oder Matthias Oehrl: der Ball wollte nicht über die Linie (517643DIASHOW: Der 21. Spieltag).

"Wir investieren viel, aber letztlich fehlt uns das letzte Quäntchen Glück", gibt sich Sebastian Langkamp hoffnungsvoll: "Das werden wir uns aber auch noch erarbeiten."

Wäre das Glück auf ihrer Seite gewesen, hätten es die Augsburger geschafft, den großen Rivalen nach 35 Jahren Durststrecke wieder zu schlagen.

Coup gegen Leverkusen?

Den Glauben hat die Luhukay-Truppe allerdings noch nicht verloren, ganz im Gegenteil. Der Blick geht nach kurzer Trauerphase gen Leverkusen - der nächste Gegner der Schwaben:

"So kurz nach dem Spiel fühlt sich das Unentschieden wie eine Niederlage an", sagt Tobias Werner: "Aber wir sind jetzt drei Mal ungeschlagen und werden nun alles für eine Überraschung in Leverkusen tun."

Ähnlich sieht es sein holländischer Trainer: "Warum soll uns jetzt nicht in Leverkusen eine Überraschung gelingen?"

Keine hängenden Köpfe

Fakt ist, dass der Aufsteiger immer besser in die Gänge kommt, seinen Rhythmus gefunden zu haben scheint.

Allerdings hakt es nicht nur am "Quäntchen Glück", wie es Langkamp nennt, sondern auch an der Qualität vor dem Tor.

Frust schiebt Luhukay deswegen nicht, er bleibt geduldig, glaubt an den ominösen Punkt, an dem es "klick" macht: "Ich bin mit der Leistung meines Teams nicht unzufrieden, wir müssen aber hart weiterarbeiten."

Frust beim Club

Bei den Nürnbergern herrschte nach dem verspielten Big Point ebenfalls Frust, besonders, weil sich die Franken nach ihrer fulminanten Schlussphase als klar bessere Mannschaft sahen:

"Wir haben die Chance gehabt, auch als Sieger vom Platz zu gehen", ärgerte sich Markus Feulner.

Dank an den Fußballgott

Nur FCN-Keeper Raphael Schäfer sah die Lage etwas anders, irgendwie offener:

"Wir haben einen Punkt geholt, das ist das erfreuliche. So wie es heute gelaufen ist, dürfen wir uns beim Fußballgott für einen Punkt bedanken."

Auf solch hohe Mächte wollen sich die Augsburger nicht verlassen. Sie vertrauen eher auf sich ? und die Überraschung im nächsten Spiel gegen Leverkusen.

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