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Neu-Bayer: Xherdan Shaqiri wurde 2011 in der Schweiz "Fußballer des Jahres" © getty

Bei SPORT1 spricht Bayerns Neuzugang Xherdan Shaqiri über seinen Wechsel zum Rekordmeister und seine Vorfreude auf Franck Ribery

Von Reinhard Franke

München - In der Schweiz ist er ein Superstar.

Es gibt keine Kamera, die nicht klick macht, wenn er auftaucht.

Die Rede ist von Xherdan Shaqiri. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt er für den FC Basel.

Gerade mal 1,69 Meter ist er groß, aber 72 Kilo geballte Muskelmasse schwer. "Kraftwürfel" haben ihn die Zeitungen daher getauft.

Am 14. November 2009 debütierte er in der U-21-Nationalmannschaft. Im Sommer wird der 1,69 m kleine Mittelfelddribbler ausfliegen, um die ganz große Karriere zu starten. Vor einer Woche unterschrieb der 20-Jährige einen Vierjahresvertrag beim FC Bayern (News).

Kurios: Am 22. Februar trifft Shaqiri im Hinspiel des Champions League-Achtelfinales auf seinen künftigen Klub.

Mit dem Wechsel im Sommer erfüllte er sich einen Traum. Shaqiri gab bisher keine Interviews als Bayern-Neuzugang. Für SPORT1 machte der Modefan eine Ausnahme und nahm sich Zeit für ein Gespräch. Am Telefon wirkt der gebürtige Kosovare glücklich, zufrieden und erleichtert, dass nun alles über die Bühne ist.

Hier spricht Shaqiri über seinen Wechsel zum Rekordmeister, seine Vorfreude auf Franck Ribery, seinen Ruf als Superstar - und seine Familie.

SPORT1: Herr Shaqiri, nochmal Glückwunsch zu Ihrem Wechsel zum FC Bayern im Sommer. Wie glücklich sind Sie, dass es geklappt hat?

Xherdan Shaqiri: Ich bin überglücklich und erleichtert. Das war ja ein langes Hin und Her. Ich spiele seit meinem siebten Lebensjahr beim FC Basel und in den letzten zweieinhalb Jahren stand sehr viel in den Medien über mich. Ich hatte Angebote aus ganz Europa und bin einfach froh, dass ich Klarheit habe, wo ich nächste Saison spiele. Dass es der FC Bayern ist, freut mich umso mehr. Ich bin ein Spieler, der um Titel spielen will und der FC Bayern ist der beste Verein in Deutschland und da bin ich genau richtig.

SPORT1: Sie sagten nach Ihrer Unterschrift, dass es nicht selbstverständlich ist von der Super League in die Bundesliga zu wechseln. Wie meinten Sie das?

Shaqiri: Ich bin der erste Spieler, der den Schritt vom FC Basel zu einem Top-Klub in Europa gemacht hat. Von daher ist das schon etwas Spezielles.

SPORT1: In der Vergangenheit gab es immer wieder Spieler, die den großen Schritt zum FC Bayern gewagt haben und dann gescheitert sind. Aktuelles Beispiel ist Danijel Pranjic.

Shaqiri: Ich gehe zum FC Bayern, um die Mannschaft zu verstärken. Deshalb will ich mich da beweisen und um so viele Titel wie möglich spielen. Ich bin noch sehr jung und will mich weiterentwickeln. Ich habe keine Angst zu scheitern.

SPORT1: Ihre Konkurrenz ist mit Arjen Robben und Franck Ribery auf den Flügeln sehr stark. Eine ganz schöne schwere Aufgabe, oder?

Shaqiri: Das ist klar. Egal, wohin man geht, hat man Konkurrenz und beim FC Bayern ist das genauso. Bei Real Madrid gibt es auch Topspieler und die Konkurrenz ist noch größer. Wenn man gute Leistungen im Training und auf dem Platz bringt, dann wird dich der Trainer (Bayern-Coach Jupp Heynckes, Anm. d. Red.) auch aufstellen. Mal schauen, wie sich Herr Heynckes dann entscheidet. (lacht)

[kaltura id="0_wt2x64n9" class="full_size" title="Ich will mich bei Bayern beweisen"]

SPORT1: Haben Sie ihn angerufen im Vorfeld, ihn um Rat gefragt? Er hat ja neun Jahre bei den Bayern gespielt.

Shaqiri: Man braucht keinen Rat, wenn Bayern anruft. Ich kenne Bayern München gut genug. Jeder Spieler auf der Welt würde zum dem Verein gehen, wenn die anrufen. Für mich war klar, wenn der FC Bayern anklopft, dass ich das mache.

SPORT1: In Deutschland gab es zuletzt mit Marco Reus einen Spieler, der lieber zu Borussia Dortmund gewechselt ist. Gab es bei Ihnen auch andere Angebote?

Shaqiri: Das ist die Entscheidung des Spielers gewesen. Wenn ein Spieler ein Angebot von den Bayern hat, dann muss er dahin gehen. Klar, Dortmund ist momentan auch ein Top-Klub, aber meine Nummer 1 ist und bleibt der FC Bayern.

SPORT1: Sie haben zuletzt davon gesprochen, dass Sie ein mutiger Spieler sind, wenn es um Duelle gegen große Spieler geht. Sind Sie auch im echten Leben mutig?

Shaqiri: Auf dem Platz bin ich mutig, neben dem Platz bin ich nicht so mutig. Aber mit dem Ball am Fuß bin ich ein mutiger Junge.

SPORT1: Was sind Sie für ein Typ, Herr Shaqiri?

Shaqiri: Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch. Ich lache sehr viel und mache immer meine Späße. Für einen Streich bin ich immer zu haben und genieße mein Leben sehr. Ich lebe für den Fußball und liebe diesen Sport.

SPORT1: Sie sind für jeden Spaß zu haben? Dann passen Sie perfekt zu Ribery.

Shaqiri: (lacht laut) Das denke ich auch. Ich denke ich werde mit Franck viel Spaß haben. Ich habe gehört, dass Franck auch immer mal wieder den Kollegen einen Streich spielt. Das machen wir hier in Basel auch, von daher werden wir zwei sehr viel Freude zusammen haben. Ich freue mich sehr auf Späße mit Franck.

SPORT1: Kennen Sie schon einen Ihrer neuen Kollegen näher?

Shaqiri: Persönlich kenne ich noch keinen, aber ich habe schon zwei, drei Mal gegen die gespielt. Alleine in der Champions League letztes Jahr zwei Mal. Aber eng mit einem Spieler Kontakt hatte ich noch nicht. Ich freue mich auf alle neuen Kollegen. Das sind alles prima Jungs, top Charaktere und wirkliche Topspieler. Das ist für mich wichtig, dass eine Mannschaft einen guten Charakter hat und wie eine Familie ist.

SPORT1: Wie wichtig ist Ihnen die Familie?

Shaqiri: Sehr wichtig. Ich wohne noch bei meinen Eltern, also kann man erkennen, dass mir die Familie unglaublich wichtig ist. Ich unternehme viel mit meinen Eltern (Mama Fatime und Papa Hysen, Anm. d. Red.)

SPORT1: In zwei Wochen spielt der FC Basel im Achtelfinale der Champions League zu Hause gegen den FC Bayern. Geraten Sie da nicht in einen Gewissenskonflikt? Immerhin können Sie ihren neuen Klub aus der Königsklasse schießen.

Shaqiri: Das wird kein einfaches Spiel für mich. Ich bin zwar fröhlich, dass alles geklärt ist mit meiner Zukunft, aber ich will bis zum letzten Tag für den FC Basel alles geben und mich mit zwei Titeln verabschieden.

SPORT1: Verfolgen Sie das sportliche Geschehen beim FC Bayern? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Shaqiri: Natürlich. Momentan ist noch nichts verloren in der Meisterschaft. Bei Bayern reden immer alle von einer Krise, wenn sie nicht Erster sind. (517643DIASHOW: Der 21. Spieltag)

SPORT1: Sie sind in der Schweiz ein Superstar. Wie sehen Sie sich selber?

Shaqiri: Ich sehe mich gar nicht als ein Superstar. Natürlich stehe ich im Fokus und muss aufpassen, was ich mache. Man genießt den Rummel schon, aber man muss auch alles mit viel Respekt angehen, muss bei den Medien immer damit rechnen, dass etwas positiv oder negativ auf einen zurück fallen kann.

SPORT1: Was bedeutet Ihnen Luxus?

Shaqiri: Luxus ist beim ersten Gedanken immer schöne Autos und teure Klamotten. Aber ich bin eher ein bescheidener und familiärer Typ und gönne eher meinen Eltern etwas als mir.

SPORT1: Und welchen Traum möchten Sie sich mal erfüllen?

Shaqiri: Ich will das Triple mit Bayern.

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