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Lukas Podolski (r.) könnte mit Paulo Guerrero im HSV-Sturm zusammenspielen © imago

Lukas Podolski stellt im Transfer-Theater ein Ultimatum. Bayern-Manager Hoeneß sieht noch eine Chance für einen Tausch mit Olic.

Von Matthias Becker

München/Dubai - Die unendliche Geschichte des Lukas Podolski - inzwischen wird sie sogar dem Nationalstürmer zu bunt.

Podolski will im Transfer-Theater um seine Person endlich Klarheit.

"So oder so - ich möchte eine Entscheidung. Definitiv bis Ende des Monats", erklärte der momentan grippekranke Bayern-Ersatzmann nun der "Bild".

Er setzt die beteiligten Vereine damit unter Druck, zu einer Entscheidung über seine Zukunft zu kommen. Bislang scheint nur eines klar: In München liegt sie nicht.

Hoeneß hält Winter-Deal für möglich

Ob Podolski in der kommenden Saison aber in der alten Heimat beim 1. FC Köln, beim weiterhin stark interessierten Hamburger SV oder vielleicht doch im Ausland (unter anderem Oympique Marseille, AS Rom) unterkommt, das ist weiter nicht abzusehen.

Die Wahl des Endtermins seines Ultimatums lässt aber auch einen Wechsel noch in der Winterpause möglich erscheinen. Am 31. Januar endet das Winter-Transferfenster. Ein sofortiger Tausch mit Hamburgs Ivica Olic müsste bis dahin in trockenen Tüchern sein.

Den Deal hält HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer (Beiersdorfer dementiert sofortigen Wechsel) zwar für unwahrscheinlich, Bayern-Manager Uli Hoeneß sieht aber noch eine Möglichkeit. "Wenn der HSV mit Podolski eine Lösung hinbrächte, und gleichzeitig der HSV Olic im Winter abgeben würde, und die Klubs sich finanziell einigen würden, dann wäre das ein Thema", erklärte Hoeneß, beziffert die Wahrscheinlichkeit eines solchen Geschäfts aber auf "unter ein Prozent".

Transfer mit Neves-Millionen?

Während es in der Kölner Ecke momentan aber unverhältnismäßig still geworden ist, wird in Hamburg auch über Alternativmodelle für eine Podolski-Verpflichtung nachgedacht.

Laut einem Bericht des "Hamburger Abendblatt" beschäftigt sich die HSV-Chefetage damit, Millionen-Neuzugang Thiago Neves schon im Januar wieder zu verkaufen.

Der Brasilianer, für den die Hanseaten an Fluminense 6,5 Millionen Euro bezahlten, kam bislang noch überhaupt nicht zurecht. Mit dem Geld aus seinem Verkauf könnte man dann die von den Bayern geforderte Podolski-Ablöse von zehn Millionen Euro stemmen.

Löw: Podolski muss nicht international spielen

Als Bonus hat Hamburg auch noch die sportliche Perspektive zu bieten. Immerhin würde Podolski ziemlich sicher im UEFA-Cup spielen, vielleicht sogar in der Champions League.

Bundestrainer Joachim Löw argumentiert aber dagegen, dass sein Stammspieler sich von solchen Überlegungen leiten lässt. "Lukas soll das machen, was sein Gefühl ihm sagt", erklärte Löw.

Wenn er im Verein regelmäßig spiele, entwickle er sich auf jeden Fall weiter: "Dazu bedarf es nicht zwingend des UEFA-Cups oder der Champions League."

Schweinsteiger hofft auf Poldi-Verbleib

Bei seinem jetzigen Verein spielt Podolski nur noch regelmäßig Tischtennis gegen Bastian Schweinsteiger. Eine fußballerische Weiterentwicklung ist so weitgehend ausgeschlossen.

Kumpel Schweinsteiger wünscht sich trotzdem den Verbleib des Ping-Pong-Partners. "Ich hoffe, dass Poldi beim FC Bayern bleibt", erklärte Schweinsteiger der "Bild". Podolski habe das Zeug um sich in München durchzusetzen:

"Er sollte zumindest die Rückrunde noch bei uns spielen. Ansonsten könnte ich nur sagen: Ich würde ihn sehr vermissen - vor allem beim Tischtennis!"

Kampfansage von van Bommel

Die Rückrunde wird auch Kapitän Mark van Bommel sicher noch in München verbringen. Im Gegensatz zu Podolski ist der Niederländer aber auch heiß darauf, sich weiter beim Rekordmeister zu bewähren.

Angesichts seines auslaufenden Vertrages und der weiter im Raum stehenden Verpflichtung des Ukrainers Anatolij Timoschtschuk (Spielerporträt) richtet van Bommel eine Kampfansage an den potenziellen Konkurrenten:

"Er kann gerne kommen, dann sitzt er schön auf der Bank. Dafür werde ich sorgen", sagte der Bayern-Kapitän im Trainingslager der Münchner in Dubai.

Verlängerung "nicht unter allen Bedingungen"

Ob es allerdings überhaupt zu einem Zweikampf zwischen van Bommel und Timoschtschuk kommen wird, ist momentan fraglich (Van Bommel vor dem Abschied).

Denn mit der angebotenen Vetragsverlängerung um ein Jahr ist van Bommel gar nicht zufrieden: "Ich bin 31, fühle mich topfit und spüre, dass ich bei den großen Spielen locker mitspielen kann", sagte er:

"Ich fühle mich sehr wohl, auch meine Familie. Sonst wäre ich schon weg. Ich würde gerne verlängern, aber nicht unter allen Bedingungen." Hoeneß macht sich aber keine Sorgen um den "Agressive Leader": "Er wird sich für uns entscheiden", erklärte der Manager.

Bis Ende des Monats will van Bommel eine Entscheidung treffen.

Immerhin das hat er mit Lukas Podolski gemeinsam.

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