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Lukas Podolski erzielte in der Saison bisher 15 Tore für den 1. FC Köln © getty

Das Interview von Lukas Podolski schlägt weiterhin hohe Wellen. Der Stürmer bleibt bei seinen Aussagen und bekommt eine Strafe.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Ausgelassene Karnevalsvorfreude sucht man in diesen Tagen beim 1. FC Köln vergeblich.

Nachdem Lukas Podolski seinen Verein in einem Interview harsch kritisierte, belegte die Führungsetage des 1. FC Köln den Stürmer mit einer Strafe. Podolski wird dabei ein "gemeinnütziges Projekt" in Köln unterstützen.

Dies gaben die Kölner nach einem "klärenden Gespräch" zwischen Podolski, seinem Berater, FC-Geschäftsführer Claus Horstmann und Sportdirektor Volker Finke bekannt.

Die Kritik des Angreifers am Verein rückte am Montag die Niederlage gegen den Hamburger SV (Bericht) völlig in den Hintergrund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Interview nicht vom Verein autorisiert

"Das ist ein Affront gegen den Verein. Zeitpunkt und Inhalt dieses Interviews kommen für mich sehr überraschend. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht", sagt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann dem "Kölner Express".

Zudem wurde bekannt, dass Podolski das Interview lediglich von seinem Berater Kon Schramm autorisieren ließ und die nachautorisierte und entschärfte Fassung des 1. FC Kölns ignorierte.

Horstmann sagte vor der Aussprache gegenüber der "Bild":

"Dies ist ein vom Manager (Berater Schramm, Anm. d. Red.) am Klub vorbei autorisiertes Interview. Ein Affront gegen den Verein. Und ein arbeitsvertraglicher Verstoß - zum wiederholten Mal. Das werde ich so nicht akzeptieren. Das wird Sanktionen geben. Wer so gegen die bestehenden Regeln verstößt, muss damit rechnen, bestraft zu werden."

Solbakken hält zu Podolski

Doch vereinsintern gibt es auch Fürsprecher. Trainer Stale Solbakken äußerte Verständnis für seinen Star: "Und was Lukas über seine Zukunft denkt, ist keine große Überraschung", sagte er: "Er muss bald den wichtigsten Vertrag seiner Karriere unterschreiben. Er ist ein Weltstar und spielt seine beste Saison. Er hat eben große Träume."

[kaltura id="0_pyr0uefi" class="full_size" title=" Poldi macht alles richtig "]

Deshalb müsse man ihm "beweisen, dass wir auch hier eine gute Mannschaft für die nächsten Jahre haben".

An potenziellen neuen Vereinen mangelt es nicht. Im Interview kokettiert "Poldi" gar mit einer Rückkehr zum FC Bayern.

Auch das frühere FC-Idol Toni Schumacher (Kolumne) unterstützt Podolski. Gegenüber SPORT1 sagt der Ex-Nationalspieler:

"Wenn Geschäftsführer Klaus Horstmann jetzt so vehement auf Lukas' kritisches Interview - oder war es ein Hilferuf? - reagiert, hat Podolski dann vielleicht mit seinen Aussagen ins Schwarze getroffen?"

Podolski bleibt bei seinen Aussagen

Auch der Spieler selbst bleibt bei seinen Aussagen. "Von den aktuell handelnden Personen habe ich keinen angegriffen.

Wenn der Verein es kritisch sieht, dass ich das Interview nicht habe autorisieren lassen, kann ich das nachvollziehen", äußert sich Podolski in der "Bild".

Trotz allem Ärger möchte der 1. FC Köln weiterhin mit seinem Leistungsträger verlängern und einen Abgang im Sommer verhindern.

"An unserer Einstellung und Politik hat sich nichts geändert. Wir wollen so schnell wie möglich mit Lukas verlängern", betont Horstmann. Fraglich, ob der Stürmer daran noch Interesse hat.

Sein offenbar bewusst lanciertes Interview deutet auch daraufhin, dass sich der 26-Jährige schon einmal eine Entschuldigung für seinen Abschied am Saisonende zurechtlegt.

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