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Seit drei Spielen ohne Torerfolg. Hecking verliert langsam die Geduld. © getty

Nach dem schlappen 0:0 gegen den FCA geht Dieter Hecking mit seinen Spielern hart ins Gericht und fordert Professionalität.

Augsburg - Dieter Hecking hat genug und handelt - bevor es zu spät ist. Der Trainer des 1. FC Nürnberg will sich die Larifari-Einstellung mancher Spieler nicht mehr gefallen lassen.

"Ich kann nur jedem raten, die Zeichen der Zeit zu erkennen", sagte Hecking in aller Deutlichkeit nach dem schlappen 0:0 (Spielbericht) im schwäbisch-fränkischen Derby beim FC Augsburg.

Wer im Abstiegskampf nicht alles für den Club gibt, ist ganz schnell raus, lautet seine Botschaft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainingsleistung desolat

"Bundesliga macht immer noch Spaß und ist doch besser, als auf der Tribüne zu sitzen oder irgendwo in der 2. Liga zu spielen", fügte Hecking an.

Ohne konkrete Adressaten zu nennen, genügte ein Blick auf die Aufstellung am Sonntag, um zumindest klare Indizien zu erhalten, wem die verbale Ohrfeige galt.

Nach einem anscheinend grottenschlechten Abschlusstraining schmiss Hecking fast seine gesamte Offensivreihe um.

Jens Hegeler, Daniel Didavi und Alexander Esswein flogen raus, Albert Bunjaku, Mike Frantz und Timothy Chandler rotierten rein. "Die zweite Reihe hat besser trainiert als andere", sagte der Trainer schlicht.

Schäfer gibt Hecking Recht

Dass diese disziplinarische Maßnahme zunächst zu Lasten der spielerischen Qualität ging, nahm Hecking hin. Die Signalwirkung war ihm wichtiger - und von Kapitän Raphael Schäfer erhielt er dafür Zustimmung.

"Mit Hacke, Spitze kommst du unten nicht raus. Wenn man die ganze Woche von einem Kampf auf Biegen und Brechen redet, muss man im Training auch so auftreten", sagte der Torhüter.

Club verschafft sich etwas Luft

Es geht im sportlichen Existenzkampf um Grundtugenden, nicht um zirkusreife Kabinettstückchen, hätte Schäfer auch sagen können. (517643DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Immerhin hat der Club trotz der frostigen Begleitumstände den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf vier Punkte vergrößert, auch wenn die Leistung über weite Phasen erschreckend schlecht war.

"Der Punkt ist das Erfreuliche, über alles andere müssen wir nochmal reden", merkte Schäfer an.

Augsburg tritt auf der Stelle

"Es ist uns gelungen, Gegner und Konkurrenz auf Abstand zu halten, aber wir müssen uns steigern, um den Klassenerhalt zu erreichen", sagte Hecking vor dem Duell mit Köln am kommenden Samstag.

Ob Augsburg sich noch steigern kann, ist so langsam anzuzweifeln. Auch im vierten Rückrundenspiel blieb der Aufsteiger ohne Sieg.

Und was das Ganze wirklich bedenklich macht: Drei dieser vier Spiele fanden gegen Konkurrenten statt, 0:1 in Freiburg, 2:2 gegen Kaiserslautern und jetzt die Nullnummer gegen den FCN.

"Wir wollten unbedingt drei Punkte holen, und einer ist einfach zu wenig", sagte Manager Andreas Rettig.

Gedämpfter Optimismus

Dass Trainer Jos Luhukay betonte, seine Elf habe ja jetzt bereits dreimal in Folge nicht verloren, ist dabei nur bedingt als aufbauend zu werten.

Die Zeit der Durchhalteparolen hat offensichtlich begonnen. "Wir kämpfen bis zum Ende", sagte Kapitän Paul Verhaegh vor dem anstehenden Spiel in Leverkusen.

"Den Relegationsplatz zu erreichen, wäre für uns auch schon ein Ziel" ergänzte Verteidiger Sebastian Langkamp.

Bahnbrechender Optimismus hört sich anders an.

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