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Mike Hanke wechselte im Januar 2011 von Hannover 96 nach Mönchengladbach © imago

Mike Hanke war beim Sieg gegen Schalke der überragende Spieler. Im SPORT1-Interview erklärt der Gladbach-Stürmer seinen Höhenflug.

Aus Mönchengladbach berichtet Thorsten Langenbahn

Mönchengladbach - Ballverteiler, Vorbereiter und Vollstrecker:

Beim überragenden 3:0 gegen Schalke (Nachbericht) hat Mike Hanke als bester Mann auf dem Platz alles gezeigt, was ihn momentan für Borussia Mönchengladbach so wichtig macht.

"Ich bin ich in einem Alter, in dem ich sehr gereift bin und vielleicht meine beste Saison spiele", sagt der 28-Jährige über seinen Höhenflug (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vergleiche mit anderen Mannschaften wehrt der Angreifer des Tabellendritten jedoch ab: "Wir gucken nur auf uns. Wir haben Spaß daran, wo wir gerade stehen und wie wir spielen." 517643(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Im SPORT1-Interview erklärt der ehemalige Nationalspieler sein Traumtor nach doppeltem Doppelpass gegen Schalke, spricht über seine EM-reife Leistung und die Philosophie der Mannschaft von Trainer Lucien Favre.

SPORT1: Mike Hanke, Ihr Sturmpartner Marco Reus hat gesagt, Gladbach habe den Ball gegen Schalke "zirkulieren lassen". Ist der Spaß auf dem Platz bei der Mannschaft und auch bei Ihnen größer denn je?

Mike Hanke: Das war auch in der letzen Saison so, als wir im Abstiegskampf waren. Da haben wir nicht irgendwie Holzfußball gespielt und den Ball nach vorne gedroschen, wir haben schon attraktiven Fußball gezeigt. Da versuchen wir uns von Woche zu Woche immer wieder zu verbessern. Das hat sich gegen Schalke gezeigt, dass wir uns immer wieder weiterentwickeln können.

SPORT1: Zuletzt war häufig von Borussia Barcelona die Rede. Was macht das Gladbacher Spiel aus?

Hanke: Die Automatismen, die wir im Training einstudieren, funktionieren auch im Spiel. Das ist der moderne Fußball, der auch weiter zum One-Toch-Fußball hingeht. Da können wir uns immer noch verbessern, dass die Bälle noch genauer kommen.

SPORT1: Was ist mit dieser Mannschaft noch möglich?

Hanke: Gegen Kaiserslautern wird es wieder ein richtig schweres Spiel. Was am 34. Spieltag dabei rumkommt, darüber möchte ich nicht spekulieren. Wir denken wirklich nur von Spiel zu Spiel. Das ist unsere Philosophie und damit fahren wir gut.

SPORT1: Zehn Punkte Vorsprung sind es auf Bremen als Fünfter, drei Punkte Rückstand auf Dortmund als Spitzenreiter. Wohin geht der Blick in der Tabelle?

Hanke: Wir gucken nur auf uns. Wir haben Spaß daran, wo wir gerade stehen und wie wir spielen. Das genießen wir einfach, auch die nächsten Tage im Training. Natürlich wollen wir versuchen, so lange wie möglich da oben dran zu bleiben.

SPORT1: Überrascht Sie die Dominanz, mit der etwa Schalke besiegt wurde?

Hanke: Dass wir so dominieren, hätte ich nicht gedacht. Wir waren wieder perfekt eingestellt. Wir haben die Schalker sehr gut zugestellt und letztlich nichts zugelassen.

SPORT1: War das von Ihnen eine EM-reife Leistung?

Hanke: Das möchte ich nicht beurteilen. Ich konzentriere mich hier auf meine Aufgabe in Gladbach. Letztendlich war es ein sehr gutes Spiel von mir, aber gerade die Abwehrspieler haben hinten wieder nichts zugelassen. Unglaublich faszinierend, wie die hinten spielen. Wir als Mannschaft haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht.

SPORT1: Mehrmals haben Sie hinten ausgeholfen. Können Sie auch als Rechtsverteidiger spielen?

Hanke: (grinst) Ja, ich habe das taktische Verständnis und kann mich ganz gut orientieren.

SPORT1: In Hannover waren Sie schon fast abgeschrieben. Warum erleben Sie nun diesen Höhenflug?

Hanke: Hier spiele ich eine andere Rolle. Früher war ich eher der Torjäger, jetzt bin ich mehr der Neuneinhalber, der Ballverteiler. Damit fahre ich ganz gut. Dazu bin ich in einem Alter, in dem ich sehr gereift bin und meine vielleicht beste Saison spiele.

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