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Lewandowski (l.) ersetzt Kagawa bereits glänzend in der vergangenen Saison © getty

Gerade ins Rollen gekommen, verletzt sich Dortmunds Japaner im Training. Alternativen stehen bereit. Gündogan hat gute Karten.

Von Björn Seitner und Thorsten Mesch

Dortmund - Vor wenigen Tagen kündigte Shinji Kagawa noch Großtaten an:

"In Japan habe ich in der Rückrunde immer richtig aufgespielt", sagte der Japaner nach Dortmunds 1:0 gegen Leverkusen (Bericht) auf SPORT1-Nachfrage.

Nun der Schock für den Tabellenführer: Kagawa verletzte sich bei einem Zweikampf im Training, zog sich einen Teilriss des Außenbandes im linken Sprunggelenk zu und wird mindestens zwei Wochen ausfallen.

Bis zum Mainz-Spiel am 3. März soll der Bewegungskünstler nach Vereinsangaben wieder fit sein.

Für die Partie bei Hertha BSC Berlin (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) muss Trainer Jürgen Klopp sein seit 15 Spielen ungeschlagenes Erfolgsteam aber definitv umstellen.

Hummels-Lob: "Geisteskranke Bewegungen"

Und das, wo Kagawa gerade erst richtig ins Rollen kam: Gegen die Werkself erzielte er seinen siebten Saisontreffer (517643DIASHOW: Der 21. Spieltag).

"Er ist unglaublich wendig. Das hat man beim Tor mit seiner Slalomeinlage gesehen", erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Wie er dann im Fallen das Tor erzielt, hat mich ein wenig an Gerd Müller erinnert. Mit seiner extremen Beweglichkeit ist er aber schon eine Waffe."

Auch Teamkollege Mats Hummels hält Kagawas Bewegungen für "einfach geisteskrank" - im positiven Sinn natürlich.

Erfahrung mit Kagawa-Ausfall

Doch nun muss die Borussia, die sowieso schon bis Mitte März auf Shooting-Star Mario Götze verzichten muss, auch noch Kagawa auf der Spielmacher-Position ersetzen.

Bei anderen Klubs würde der Verlust von gleich zwei kreativen Mittelfeld-Motoren für gehörige Antriebsschwierigkeiten sorgen - wenn ein Team diese Rückschläge verkraften kann, dann aber wohl der Deutsche Meister.

Und Erfahrung hat der BVB ohnehin schon: Bereits die komplette Rückrunde der vergangenen Saison musste Kagawa wegen eines Mittelfußbruchs, den er sich beim Asien Cup zuzog, passen.

[kaltura id="0_vyaihl7v" class="full_size" title="Kagawa fällt aus"]

Alternativen stehen bereit

Damals sprang vor allem Robert Lewandowski in die Bresche. Der polnische Nationalspieler, der bisher als Sturmspitze 14 Tore erzielte, befindet sich auch momentan in Top-Verfassung. Lucas Barrios könnte in diesem Fall der Nutznießer sein und für ihn im Angriff auflaufen.

Außerdem hat Dortmund letzten Sommer ordentlich nachgelegt. Der Ex-Nürnberger Ilkay Gündogan absolvierte in der laufenden Spielzeit immerhin vier Partien über die kompletten 90 Minuten im zentralen Mittelfeld.

Top-Talent Moritz Leitner der in der Winterpause 2010/11 von 1860 München kam und zwischenzeitlich an den FC Augsburg verliehen wurde, zeigte ebenfalls schon seine Klasse.

Zu guter Letzt stünde noch Ivan Persisc (vom FC Brügge) bereit, der bisher zwar meist als Linksaußen eingesetzt wurde, jedoch auch hinter den Spitzen spielen kann.

"Ich kann noch nicht sagen, wie wir umstellen. Wir werden aber eine Lösung finden und eine gute Mannschaft haben", lässt Klopp eine Entscheidung offen, lobte nach der Trainingseinheit aber Gündogans Leistung: "Das sah richtig gut aus."

Verbleib wahrscheinlich

Die Alternativen sind also zahlreich und dass Kagawas Verletzung länger als die angekündigten zwei bis drei Wochen dauert, muss ohnehin nicht angenommen werden.

Und so werden sich nicht nur die Fans, die den 1,72 Meter kleinen Dribbler von Beginn an in ihr Herz geschlossen hatten, auf die baldige Rückkehr freuen.

Und damit muss es ja noch nicht genug sein. Trotz des Rückschlags deuten die Zeichen darauf hin, dass Kagawas Dribbelkünste Dortmund noch länger erfreuen werden.

"Ich erlebe hier eine grandiose Zeit und würde mich freuen, wenn es so weiter geht. Ich will bleiben", so das eindeutige Bekenntnis des Japaners.

Watzke, der seinen Kontrakt kürzlich wie Trainer Jürgen Klopp ebenfalls bis 2016 verlängert hat, kündigte an, Kagawas Vertragsverlängerung über 2013 hinaus "in der nächsten Zeit weiter forcieren" zu wollen.

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