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Krassimir Balakov erzielte zwischen 1995 und 2003 54 Bundesliga-Tore für den VfB Stuttgart © getty

Bei Herthas Trainersuche gibt es mit Krassimir Balakov einen neuen Top-Kandidaten. Marko Rehmer kritisiert Skibbes Entlassung.

Von Reinhard Franke

München - Wer kann Hertha BSC vor dem Abstieg retten? Diese Frage ist in der Hauptstadt die gerade wohl am häufigsten gestellte.

Während die Übergangstrainer Rene Tretschok und Ante Covic am Dienstagmorgen erstmals eine Einheit der Berliner Profis leiteten, suchte der in die Kritik geratene Manager Michael Preetz fieberhaft nach einem Nachfolger von Michael Skibbe.

Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls und spuckt zahlreiche Namen aus.

Balakov-Berater dementiert

Aktueller Top-Favorit scheint der frühere Stuttgarter Mittelfeldspieler Krassimir Balakov. "Ich habe einen bestehenden Vertrag in Split und möchte mich dazu nicht weiter äußern", sagte Balakov bei "Sky". (518496Diashow: Herthas Trainer-Kandidaten)

Sein Berater Fali Ramadani schränkte ein: "Ich habe am Montagabend mit Krassimir geredet, da wurde über Hertha nicht gesprochen. Es hat sich keiner bei mir gemeldet."

Derzeit trainiert Balakov den kroatischen Vize-Meister Hajduk Split. Seine Trainerkarriere begann er als Co-Trainer unter Felix Magath beim VfB Stuttgart. Danach folgten die Schweizer Stationen Grasshopper Zürich und FC St. Gallen. Dort wurde er allerdings jeweils entlassen, zog weiter zum bulgarischen Erstligisten FC Burgas, ehe er nach Split ging.

Angeblich besitzt er dort eine Ausstiegsklausel.

Rehmer: Entlassung verfrüht

Ob sich die Hertha letztlich für ihn entscheidet, bleibt abzuwarten.

Wenn es nach Marko Rehmer geht, hätte es gar nicht so weit kommen müssen, dass die Berliner erneut einen neuen Trainer ausfindig machen müssen.

Der SPORT1-Experte spielte von 1999 bis 2005 bei Hertha BSC. Er hält die Entlassung von Michael Skibbe nach nur 41 Tagen für falsch.

"Ich habe die Spiele gegen Gladbach und Hannover angeschaut, da hätten sie nicht verlieren müssen. Man hat da gesehen, dass es in der Mannschaft stimmt", so Rehmer. "Für mich war es zu früh, Skibbe zu entlassen."

[kaltura id="0_zpn52b5u" class="full_size" title="Tretschok ohne Furcht"]

Schlechte Außendarstellung

Vor allem für die Außendarstellung des Vereins sei der zweite Trainerrauswurf in dieser Spielzeit schlecht gewesen: "Die Sache mit Skibbe tut dem Verein nicht gut. Hertha hat in den letzten Monaten nicht unbedingt für positive Schalgzeilen gesorgt", stellt Rehmer fest.

Diese Kritik richtet sich auch gegen Manager Preetz. Dennoch ist Rehmer nicht der Meinung, dass Preetz ebenfalls seinen Hut nehmen müsste: "Vier Trainer in zweieinhalb Jahren, das haben noch nicht viele geschafft. Wichtig ist die Klasse zu halten, daran muss er sich messen. Entscheidend ist, was am Ende rauskommt."(BERICHT: Luft für Preetz wird dünner)

Rehmer weiß, wie man das Ziel Klassenerhalt schaffen kann. In der Saison 203/04 steckte er sellbst mit der Hertha im Abstiegskampf.

Horror-Szenario Abstieg

"Ich habe damals auch so eine Situation mitgemacht, da haben wir uns als Mannschaft rausgezogen. Ich hoffe, dass man eine Lösung findet."

Sonst sieht Rehmer nämlich schwarz für die Berliner Zukunft: "Man muss es so krass sagen. Wenn Hertha absteigt, dann sind sie auf Jahre weg. Die können den teuren Kader nicht zusammenhalten wie beim letzten Abstieg vor zwei Jahren. Den Kraftakt kann man nicht schaffen."

Dieses Horror-Szenario rückt bedrohlich näher. Die Berliner liegen nach vier Ligapleiten in diesem Jahr nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz.

Auch Doll auf der Liste

Weitere Kandidaten für diese schwierige Aufgabe sind laut Berliner Medienberichten neben Balakov und Thomas Doll noch Eyjölfur Sverrisson und Bernd Schuster.

Der ehemalige Schalke-Trainer Ralf Rangnick soll bereits abgesagt haben, der in der Vorwoche in Hoffenheim entlassene Holger Stanislawski plant offenbar erst einmal eine längere Auszeit. Auch Herthas Ex-Trainer Falko Götz und Jürgen Röber hatten sich selbst ins Gespräch gebracht.

Rehmer hat eine klare Meinung zu Kandidaten. "Götz würde ich nicht favorisieren, Röber kennt den Verein, die Erfahrung bringt er mit, er könnte sicher helfen." Und er fügt hinzu: "Ich könnte mir einen jungen Trainer vorstellen. Mein Favorit wäre Balakov."

Tretschok freut sich auf den BVB

Bis zu einer Entscheidung, wer neuer Trainer wird, werden die Berliner Ex-Spieler und Jugendtrainer Tretschok und Covic am Samstag auf der Bank sitzen.

Dort erwarten die Berliner in ihrem 1000. Bundesligaspiel Borussia Dortmund (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Mit dem deutschen Meister feierte Tretschok seine größten Erfolge als Spieler. 1995 und 1996 wurde er Meister, 1997 gewann er mit dem BVB die Champions League und erzielte in den beiden Halbfinalspielen das einzige Tor gegen Manchester United (1:0, 0:0).

"Ich hatte dort eine schöne Zeit, aber ich bin Herthaner", betont der U-19-Trainer der Berliner.

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