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Michael Ballack wechselte 2010 von Chelsea zu Bayer Leverkusen © imago

Der zuletzt zum Bankdrücker degradierte Mittelfeldmann ist enttäuscht von Holzhäusers Kritik und plaudert aus dem Nähkästchen.

München/Leverkusen - Für Leverkusens Michael Ballack wäre die Begegnung gegen den FC Barcelona doppelt interessant gewesen. (SPIELBERICHT: Messi raubt letzte Hoffnung)

Wie der 35-Jährige vor dem Spiel in einem Interview mit "El Mundo Deportivo" enthüllte, hätte er beinahe selbst das Trikot der Katalanen gertragen.

2004 stand er angeblich kurz vor einem Vertragsabschluss mit Barca.

Der Wechsel vom damaligen Arbeitgeber FC Bayern München nach Spanien scheiterte jedoch, da Uli Hoeneß dem Transfer einen Riegel vorschob.

Erst Ärger, dann Genugtuung

"Hoeneß hat mich nach der EM in Portugal für unverkäuflich erklärt und den Wechsel so verhindert. Natürlich war ich verärgert und enttäuscht, schließlich hatte Bayern bereits das Okay zu meinem Wechsel zu Barca gegeben. Alles war mit ihnen bereits abgeklärt", erzählte der Mittelfeldmann.

"Als ich dann 2006 zu Chelsea ging, hat Bayern keinen Euro für mich gesehen", fügte er an. Ballacks Genugtuung für Bayerns entgangene Millionen ist nicht zu überhören.

Lukratives Angebot

2004 habe ihn Barcas Ex-Vizepräsident Sandro Rosell besucht, um ihm bei einem Grill-Nachmittag ein verlockendes Angebot zu unterbreiten.

"Ich denke, Barca hat wegen meiner Vielseitigkeit die Fühler nach mir ausgestreckt. Ich kann die Positionen 6, 8 und 10 spielen und sowohl offensiv als auch defensiv Akzente setzen. Wir hätten gut zusammengepasst", blickte Ballack mit Wehmut auf das nie zustande gekommene Engagement zurück.

Kontakt zu NY Red Bulls

Wohin es ihn nach Saisonende zieht, ließ Ballack offen.

Gerüchte über einen möglichen Wechsel nach Amerika in die MLS wurden in den letzten Wochen laut.

Doch eine Option verriet der 35-Jährige dann doch: "Es ist noch zu früh, um über einen Wechsel in die USA zu reden. Aber ja, es besteht die Möglichkeit, zu den NY Red Bulls zu gehen."

Reaktion auf Holzhäuser

Am Rande des Achtelfinal-Hinspiels gegen Barcelona reagierte Ballack auch auf die Angriffe von Bayer- Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

"Wenn solche Aussagen kommen, ist es nicht schön für einen Spieler", sagte Ballack bei "Sky" über die Aussagen Holzhäusers, der das "Projekt Ballack als gescheitert" bezeichnet hatte:

"Es ist nicht einfach. Aber ich werde weiter Gas geben und versuche, bis zum letzten Tag Spaß zu haben. Das bin ich auch den Fans schuldig."

Ballack hofft auf schnelle Rückkehr

Ballacks Vertrag läuft am Saisonende aus. Wegen seines am Sonntag erlittenen Muskelfaserrisses fällt der 35-Jährige derzeit aus, er wird aber eventuell früher als bisher angenommen zurückkehren.

"Ich bin noch mal untersucht worden. Es ist nicht ganz so schlimm. Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder spielen kann", sagte Ballack.

Trainer Robin Dutt hatte zunächst mit einer drei- bis vierwöchigen Verletzungspause gerechnet.

"Startelf-Einsatz geplant

Bitter für Ballack: Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag gegen Titelverteidiger FC Barcelona hätte der zuletzt zum Bankdrücker degradierte Routinier wohl von Beginn an gespielt (DATENCENTER: Champions League)

"Ich weiß vom Trainer, dass er ihn von Anfang an bringen wollte", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Ballack meinte dazu: "Ich habe in den letzten drei Spielen nicht gespielt. Deshalb weiß ich nicht, ob ich heute gespielt hätte."

Verletzt zusehen zu müssen, schmerze natürlich, "ich wäre gerne dabei gewesen".

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