vergrößernverkleinern
Christian Tiffert spielt seit 2010 für den 1. FC Kaiserslautern © getty

Der FCK hält aktuell die längste Negativserie der Liga. Kapitän Christian Tiffert stellt seinen Teamkollegen die Charakterfrage.

Von Julian Buhl

München - Mit großen Hoffnungen war der 1. FC Kaiserslautern in die Rückrunde gestartet.

Vor allem die in der ersten Saisonhälfte viel zu harmlose Offensive (13 Tore) wollten die "Roten Teufel" beleben - so der Vorsatz.

Nach vier Spieltagen ist die Aufbruchsstimmung in der Pfalz erneut der Ernüchterung gewichen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit 15 Treffern stellt der FCK nach wie vor den schlechtesten Angriff der gesamten Liga und steht nach zwei Unentschieden und zwei Niederlagen noch immer auf dem Relegationsrang.

Elf Spiele ohne Sieg

Seit elf Spielen wartet die Mannschaft mittlerweile auf einen Sieg. "Die Verunsicherung ist der Mannschaft anzumerken", stellte FCK-Coach Marco Kurz vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) fest.

"Irgendwelche Serien zu diskutieren, wer wie oft gewonnen hat, bringt nichts", sagte Kapitän Christian Tiffert zu SPORT1, "weil wir mitten im Abstiegskampf stecken und nicht abgeschlagen unten stehen."

Das hat Kaiserslautern (18 Punkte) allerdings ausschließlich der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz, allen voran Tabellennachbar Hertha BSC Berlin (20 Punkte), das mit vier Niederlagen noch schlechter in die Rückrunde startete, zu verdanken.

"Einfach punkten, egal wie"

Beim FC Augsburg (2:2) und gegen den 1. FC Köln (0:1) ließ der FCK erneut gegen zwei der ohnehin wenigen Liga-Konkurrenten auf Augenhöhe wichtige Punkte liegen.

"Umso weniger Spiele es werden, je egaler ist es auch gegen welchen Gegner man spielt", sagte Tiffert. Deshalb müsse man jetzt, auch wenn man gegen Gladbach nur Außenseiter sei, "einfach punkten. Egal wie. Das ist dann auch Charaktersache."

Die Verantwortlichen bewerten die Lage des FCK ebenfalls als äußerst prekär.

[kaltura id="0_5sm62z2a" class="full_size" title="Stefan Kuntz im Doppelpass"]

Kuntz appelliert an Mannschaft

Vereinsboss Stefan Kuntz sah sich deshalb im KIA Doppelpass dazu veranlasst, einen Appell an das Team zu richten. "Kampf, Herzblut, Leidenschaft und Einsatz" trug er den Spielern mit ein wenig Pathos als "Aufgabe, die die Mannschaft erfüllen muss", auf.

Es gehe um "die Mentalität, den Glauben an uns und den Willen", sagte auch Kurz.

Mit ihren Formulierungen sind Kuntz und Kurz offenbar darum bemüht, bereits 13 Spieltage vor Saisonende eine Art Endspielstimmung in der Pfalz zu erzeugen.

Hohes Risiko im Winter

Mit sechs Neuverpflichtungen und gleichzeitig acht Abgängen, darunter Ex-Kapitän Martin Amedick, gingen aber auch die beiden Entscheidungsträger in der Winterpause ein hohes Risiko im Abstiegskampf ein.

Lediglich Wolfsburg tauschte nach der Hinrunde noch mehr Spieler aus.

Lauterns Neuzugänge blieben bislang allerdings allesamt hinter den ihn sie gesetzten Erwartungen zurück. "Das ist immer auch ein kleines Lotteriespiel", sagte Christian Tiffert: "Die Verantwortlichen werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Man kann aber nicht erwarten, wenn man neue Spieler holt, dass alles funktioniert."

Neue Stürmer ohne Tor

Die für die Offensive verpflichteten Sandro Wagner, Nicolai Jörgensen und Jakub Swierczok konnten sich bislang noch an keinem Treffer beteiligen.

Mittelfeldmann Ariel Borysiuk führte sich bei seinem Debüt gegen Köln nach 40 Minuten gleich mit einer Gelb-Roten Karte ein und trug somit maßgeblich zur Heimniederlage in dem Big-Point-Spiel bei.

Der Pole wird nach seiner Sperre gegen Gladbach ebenso zurückkehren wie Jan Simunek, der seine Leistenprobleme überwunden hat. Möglicherweise bildet Simunek gegen Gladbach wieder mit Rodnei das Innenverteidigerduo.

Rückkehr von Rodnei geplant

Marco Kurz wird es sich wohl nicht länger leisten können, auf Rodnei zu verzichten. Gegen den FC Bayern war der Brasilianer noch aus dem Kader geflogen, nachdem er zuvor zu spät zum Abschlusstraining gekommen war.

Unabhängig von seiner Aufstellung sei "es sehr wichtig, dass wir auf dem Platz alle zusammen wieder richtig unangenehm werden", sagte Kurz:

"Wir brauchen uns nicht über tolle Spielzüge zu unterhalten, sondern darüber, wie wir Aggressivität auf den Platz bringen."

Lauterns kommender Gegner Gladbach vereinte in der bisherigen Saison meistens beides. Es bleibt also mehr als fraglich, ob sich der Tabellendritte von der Endspielstimmung auf dem Betzenberg beeindrucken lassen wird.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel