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Magath-Fan: Ashkan Dejagah (l.) kam 2007 von Hertha BSC Berlin zum VfL Wolfsburg © imago

Wolfsburgs Ashkan Dejagah spricht bei SPORT1 über den zarten Aufswärtstrend beim VfL, die Ziele und outet sich als Magath-Fan.

Von Reinhard Franke

München - Er muss schon ein verdammt dickes Fell haben.

2007 kam Ashkan Dejagah aus Berlin nach Wolfsburg. Sein Trainer damals: Felix Magath.

2009 verließ Magath die "Wölfe", Dejagah blieb und war immer noch da, als Magath 2011 zum VfL zurückkehrte.

Während viele Fußballprofis über die harten Trainingsmethoden von Magath jammerten, ist Dejagah der Profi mit den meisten Spielen unter "Quälix".

Auch an dem jüngsten Aufschwung des VfL hat der 25-Jährige hat maßgeblichen Anteil (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor dem Spiel bei Magaths Ex-Klub Schalke 04 (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Dejagah über die aktuelle Lage beim VW-Klub, die Ziele des Vereins - und outet sich als Magath-Fan.

SPORT1: Herr Dejagah, der VfL Wolfsburg hat aus den letzten fünf Spielen 10 Punkte geholt. Geht es endlich aufwärts?

Ashkan Dejagah: Wir haben uns viel vorgenommen und haben dafür im Trainingslager hart gearbeitet. Wir wussten, dass wir etwas gut machen müssen. Wenn wir konzentriert zusammenarbeiten, dann kommt auch der Erfolg.

SPORT1: Das heißt, dass in der Vorrunde nicht konzentriert gearbeitet wurde?

Dejagah: Zu Hause haben wir immer recht ordentlich gespielt. Bei uns liegt es daran, dass wir auswärts sehr wenig gepunktet haben. Da müssen wir auch mal etwas holen. Wenn wir da so in das Spiel reingehen wie zu Hause, dann sind wir auf einem guten Weg.

SPORT1: Ein zarter Aufwärtstrend ist zu erkennen. Was ist plötzlich anders in Wolfsburg?

Dejagah: Wir haben viele neue Spieler dazubekommen und damit gibt es auch einen starken Konkurrenzkampf. Das ist immer gut. Vielleicht ging da noch mal ein Ruck durch die Mannschaft. Jeder arbeitet noch mehr und im Training sind wir viel konzentrierter bei der Sache. So kann es weitergehen.

SPORT1: Hat der glanzlose 3:2-Sieg gegen Freiburg nochmal Kräfte freigesetzt?

Dejagah: Das war wirklich kein gutes Spiel von uns. So etwas kann auch schiefgehen. Wir haben gut nach vorne gearbeitet, aber defensiv war das viel zu wenig von uns. Wir müssen, egal gegen wen, immer voll da sein.

SPORT1: Von den Neuzugängen hat bisher vor allem Petr Jiracek mit zwei Toren in zwei Spielen überzeugt. Wie wichtig ist er schon?

Dejagah: Jeder neue Spieler ist wichtig. Wir sind locker und gut drauf und gehen sehr herzlich mit neuen Spielern um. Wir sind froh, so einen guten Spieler wie Petr zu haben, der Champions-League-erfahren ist und der ein Spiel entscheiden kann. Deshalb hat Herr Magath ihn geholt.

SPORT1: Der VfL belegt mit Rang acht die beste Platzierung, seit Felix Magath 2011 wieder nach Wolfsburg kam.

Dejagah: Wir sind natürlich froh, dass es aufwärts geht. Wir wollen nach oben. Jeder weiß, dass auch Felix Magath nach oben will, und dafür müssen wir etwas tun. Von alleine kommt nichts. Am besten fangen wir am Sonntag auf Schalke damit an, auswärts etwas zu holen. Das sind die Spiele, die man braucht, wenn man weiter nach oben will.

SPORT1: Schalke hatte in dieser Woche weniger Regeneration als der VfL. Am Donnerstag gab es für die "Knappen" ein 1:1 in der Europa League beim tschechischen Meister Victoria Pilsen. Wie schwer wird das Spiel am Sonntag?

Dejagah: Natürlich wird das nicht leicht, aber es ist ein vielleicht ein kleiner Vorteil, dass wir in der Woche kein Spiel hatten.

SPORT1: Herr Dejagah, kommen wir zu etwas anderem. Eigentlich müsste man Ihnen die Tapferkeitsmedaille verleihen.

Dejagah: Warum das denn? (lacht)

SPORT1: Weil sie schon sehr lange unter Felix Magath spielen. Und Sie haben unter ihm stets Ihre Leistung gebracht, kommen offenbar gut mit ihm klar.

Dejagah: Danke! Ich hatte nie ein Problem mit Herrn Magath. Ich habe unter ihm die meisten Spiele in meiner Karriere gemacht, habe sehr viel von ihm gelernt. Natürlich ist sein Training hart, aber es kommt etwas dabei heraus. Ich fühle mich immer fit unter ihm und bin froh, unter solch einem erfahrenen und erfolgreichen Trainer trainieren zu dürfen.

SPORT1: Das gab es selten, dass ein junger Spieler wie Sie so konstant spielt unter Magath. Er scheint auf Sie zu stehen.

Dejagah: Das hoffe ich doch. Ich versuche aber nur das zu machen, was er fordert, nämlich im Training Gas zu geben. Er ist ja ein Trainer, der auf so etwas schaut. Ich bin wirklich froh, dass er mich belohnt, indem ich regelmäßig spielen darf. Ich hatte schon einige Trainer, aber meine beste Zeit hatte ich unter ihm.

SPORT1: Viele Spieler kamen nicht mit Magath klar, weil er zu streng war. Ihnen offenbar nicht.

Dejagah: Er ist sicher streng, aber auf seine Art. Als junger Spieler lernt man viel. Ich habe immer angenommen, was er mir beibringt.

SPORT1: Sie kennen Magath wie kein anderer. Wie ist er wirklich?

Dejagah: Zwischen Trainer und Spieler sollte immer ein gesunder Abstand sein. Er ist mein Trainer und versucht mich weiterzubringen. Er gibt mir immer gute Tipps, auch für das Privatleben. Jeder, der ihn kennt, weiß wie er tickt. Er ist immer ehrlich.

SPORT1: Wo geht es hin mit Ihnen und dem VfL?

Dejagah: Wir haben einen kleinen Schritt gemacht und jetzt wartet ein Kracher auf Schalke auf uns. Dann können wir weiter nach vorne schauen. Ich habe noch bis 2013 Vertrag und konzentriere mich ganz auf den VfL. Wenn ich weiter meine Leistungen bringe, dann kommt das andere von alleine.

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