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Jupp Heynckes steht aktuell zum dritten Mal als Trainer beim FC Bayern unter Vertrag © getty

Der Bayern-Trainer beteiligt sich vor dem Freiburg-Spiel nicht an der von den Bossen eröffneten Debatte. Einen Vorschlag hat er.

Vom FC Bayern berichtet Julian Buhl

München - Nach zwei souveränen Siegen, im DFB-Pokal gegen Stuttgart und in der Liga gegen Kaiserslautern (jeweils 2:0), war beim FC Bayern zuletzt eigentlich etwas Ruhe eingekehrt.

Die Trendwende scheint nach dem holprigen Rückrunden-Start erfolgreich eingeleitet und auch im nächsten Spiel beim Tabellenletzten SC Freiburg (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) durchaus fortsetzbar zu sein.

Sogar das Reizthema der vergangenen Woche um Edelreservist Arjen Robben ebbte nach dessen engagiertem Kurzeinsatz gegen den FCK vorerst ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Versuch, möglicherweise davon abzulenken war also eigentlich gar nicht nötig.

Bosse eröffnen Schiedsrichterdebatte

Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge sahen sich dennoch dazu veranlasst, einen Nebenkriegsschauplatz in Form einer Schiedsrichterdebatte zu eröffnen.

Er habe manchmal den Eindruck, dass es heiße: "Im Zweifelsfall contra Bayern", sagte Rummenigge.

Die Schiedsrichter würden, lieber gegen die Münchner entscheiden, "weil sie dann die ganze Woche Ruhe haben", sagte auch Hoeneß und begründete seine Haltung durchaus bemerkenswert:

"Unsere Fans nehmen Fehlentscheidungen sehr gut hin, die Fans anderer Vereine machen Telefon-Terror bei den Schiedsrichtern. Deshalb pfeifen sie im Zweifelsfall immer gegen Bayern."

Heynckes mit revolutionärem Vorschlag

Trainer Jupp Heynckes war am Freitag dagegen um eine diplomatischere Sichtweise der Dinge bemüht. Er selbst habe sich, "seit ich hier bin, nicht ein einziges Mal über Schiedsrichter geäußert", sagte Heynckes auf SPORT1-Nachfrage.

[kaltura id="0_dh0ui1mm" class="full_size" title="Hoene spricht Klartext"]

Zeitpunkt und Inhalt der Kritik seiner beiden Vorgesetzten wollte Heynckes "nicht öffentlich kommentieren". Grundsätzlich würden öffentliche Beschwerden über Schiedsrichter nach Heynckes' Einschätzung aber nichts bringen "und das lenkt ab".

Stattdessen sinniert der Fußballlehrer über einen revolutionären Vorschlag: "Ich könnte mir vorstellen, dass der vierte Offizielle nicht nur auf den Trainer achtet, sondern bei ganz strittigen Entscheidungen auf einen Monitor guckt."

Entscheidungen für und gegen Bayern

In dieser Saison gab es sowohl für als gegen die Bayern strittige Entscheidungen.

Beim 1:0-Sieg am zweiten Spieltag hatten die Bayern etwa Glück, dass ein regulärer Treffer von Wolfsburgs Patrick Helmes fälschlicherweise wegen Abseits nicht anerkannt wurde.

Zuletzt beim 1:1 in Hamburg wurde den Bayern ein wohl regulärer Treffer nach angeblichem Foulspiel von Mario Gomez an Gegenspieler Heiko Westermann nicht anerkannt.

Klopp: "Meinen sie nicht ernst"

"Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie das ernst meinen", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp angesprochen auf die Schiedsrichterschelte des FC Bayern zu "sky" und lachte dabei.

Dass der Rekordmeister benachteiligt würde, sei ihm "über die Jahrzehnte, die ich Fußball beobachte, noch nicht so häufig aufgefallen", spottete Klopp:

"Die Bayern werden da genauer hingucken und vielleicht ist es so und ich habe es nur noch nicht mitbekommen."

Dortmund kann vorlegen

Umgekehrt will sich Heynckes vor dem Spiel am Samstagabend in Freiburg nicht mit Konkurrent Dortmund befassen.

Der BVB könnte, da er bereits mittags in Berlin spielt (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), seine Tabellenführung zumindest vorläufig auf fünf Punkte ausbauen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das Ergebnis der Dortmunder hat keinen Einfluss. Unsere Mannschaftsaufstellung und Taktik stehen unabhängig davon zu diesem Zeitpunkt ja bereits fest", sagte Heynckes auf SPORT1-Nachfrage.

Heynckes will Freiburg fokussieren

Heynckes war ohnehin darum bemüht, den Fokus auf die Partie in Freiburg zu rücken:

"Im Moment können wir es uns in der Liga nicht erlauben, kürzer zu treten. Deswegen verbietet es sich schon jetzt an Basel (Bayerns Gegner im Achtelfinale der Champions League am Mittwoch, Anm. d. Red.) zu denken."

Zu seiner Aufstellung verriet der Coach wie gewohnt nichts. Offen ließ Heynckes auch, ob er Robben möglicherweise wieder in seine Startelf beordern wird.

"Robben soll Charakteristika behalten"

Der Niederländer sei "sehr trainingsfleißig" gewesen. Die zuletzt wieder aufgekommene Debatte um die angeblich zu egoistische Spielweise des Holländers flackerte damit also doch noch kurz auf.

Robben müsse jetzt richtig fit werden, sagte Heynckes: "Er soll sich nicht ändern. Er hat seine Charakteristika und die soll er beibehalten."

Aber dafür, dass das Thema Robben ein Randaspekt blieb, hatte Bayerns Führungsebene ja bereits gesorgt.

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