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Bastian Schweinsteiger kam als 14-Jähriger zum FC Bayern München © getty

Bastian Schweinsteiger will sein "bestes Jahr" 2008 toppen. Deshalb fordert der 24-Jährige eine neue Position im Bayern-Team.

Von Maximilian von Harsdorf

München/Dubai - Neues Jahr, neue Vorsätze. Für Bastian Schweinsteiger (Spielerporträt) bedeutet das, dass er auch im Verein die Chefrolle beansprucht.

Als Leistungsträger will der Nationalspieler mit "seinem" FC Bayern die Champions League gewinnen.

Obendrein möchte der 24-Jährige in der kommenden Saison mit der prestigeträchtigen Rückennummer 10 in der zentralen Position auflaufen.

"Schweini" will die 10

Während Schweinsteiger lediglich erklärte, er habe sich mit den Verantwortlichen "mal darüber unterhalten", bestätigte Manager Uli Hoeneß der "Bild":

"Er hat uns gefragt, ob er die Zehn haben kann. Da haben wir gesagt, dass wir das zur neuen Saison sicher einrichten könnten."

Der Blondschopf stände damit in der Nachfolge von Spielern wie Lothar Matthäus, Zinedine Zidane und Diego Maradona, bei denen ebenfalls die 10 auf dem Trikot prangte.

Im Grunde genommen wäre es nicht ungewöhnlich, wenn Schweinsteiger für seine guten Leistungen 2008 mit einem "Upgrade" von der Nummer 31 auf die 10 belohnt würde.

Auch Kroos die Nummer zugesagt

Allerdings hat Hoeneß pikanterweise Toni Kroos 2007 eben jene Rückennummer zugesagt. Das Talent kam aber bisher nicht über eine Rolle als Ersatzspieler hinaus.

Und der 19-Jährige beklagt sich über zu wenig Einsatzzeit, sein Vater erwägt öffentlich einen Wechsel zu einem anderen Verein (Wut bei Kroos).

Daher bemüht sich Hoeneß der Angelegenheit die Brisanz zu entziehen: "Wir haben die 10 keinem Spieler versprochen, oder so. Da gibt es auch keinen Ärger", sagte er.

"Bastian möchte sie, also werden wir mal schauen, was wir in der Angelegenheit machen. Da ist aber noch keine Entscheidung gefallen."

Ansehnliche Bilanz im Jahr 2008

Mit oder ohne die 10: Schweinsteiger, der 2008 als sein "bestes Jahr" bezeichnete, will noch höher hinaus.

Dabei liest sich schon seine Bilanz des Vorjahrs ansehnlich: Meister, Pokalsieger und Vize-Europameister wurde der 24-Jährige.

Sein auslaufender Vertrag machte ihn zudem zum begehrten Transferobjekt.

Fokus auf der Zentralen

Doch Schweinsteiger entschied sich, für "viel Geld" für drei Jahre zu verlängern (Schweinsteiger bleibt bei Bayern). Er sei noch nicht fertig beim FC Bayern, wolle "zum Wesentlichen beitragen".

Seiner Meinung nach kann er das in der Position im zentralen Mittelfeld, die er in seiner Zeit als Jugendspieler kennen und schätzen gelernt hat, am besten.

"Die Zentrale würde mir sicher liegen. Dort könnte ich noch mehr Akzente setzen."

Auch im Verein hält er mit dieser Ansicht nicht hinter dem Berg: "Der Trainer und der Manager kennen meine Meinung."

Systemänderung für Schweinsteiger?

Ob Coach Jürgen Klinsmann (Porträt) den Wünschen seines Schützlings folgt, darf allerdings bezweifelt werden.

In seiner bisherigen Trainerlaufbahn hat der Schwabe bisher meist auf eine "Doppelsechs" vertraut, schon in der Nationalmannschaft beorderte er Michael Ballack bei der WM 2006 neben Abräumer Torsten Frings.

Für Schweinsteiger in einer zentralen Position wäre eine Systemänderung von Nöten: Zur neuen Saison wäre daher eine 4-3-3-Ausrichtung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern sowie Franck Ribery und Ivica Olic auf den offensiven Außenpositionen vorstellbar.

Bei einem Abgang von van Bommel und Ze Roberto könnte Klinsmann auch auf eine zweite Absicherung neben dem wahrscheinlichen Neuzugang Anatolij Timoschtschuk verzichten und so eine Position in der zentralen Offensive schaffen.

Schweinsteiger jedenfalls steht bereit: Er will die Verantwortung und empfände die Nummer "10" auf seinem Rücken als "große Ehre".

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