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Thomas Müller und der FC Bayern sind auf den dritten Platz zurückgefallen © getty

Bayern München fehlt in Freiburg die Durchschlagskraft - und fällt in der Tabelle hinter Dortmund und Gladbach zurück.

Freiburg - Nächster Rückschlag im Titelrennen für den FC Bayern.

Der Rekordmeister droht im Kampf um die deutsche Meisterschaft den Anschluss an Spitzenreiter Borussia Dortmund zu verlieren.

Die Münchener kamen beim Tabellen-Schlusslicht SC Freiburg nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und rutschten in der Tabelle mit vier Punkten Rückstand auf den BVB auf den dritten Rang ab. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Entsprechend verärgert reagierten die Bayern-Bosse auf die gefühlte Niederlage, Präsident Uli Hoeneß machte sich direkt nach Abpfiff auf den Weg in die Kabine.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bereits in der Pause hatte Trainer Jupp Heynckes der Mannschaft die Meinung gegeigt.

"Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, viel zu pomadig gespielt. Wir haben gedacht, dass wir mit unseren spielerischen Mitteln hier zurechtkommen", ärgerte sich Heynckes bei LIGA total!.

Kapitän Philipp Lahm gab sich selbstkritisch: "Insgesamt war es viel zu wenig. Wir waren heute nicht auf dem Platz, da wird es noch viel Gesprächsbedarf geben. Es geht hier um die Deutsche Meisterschaft, und heute haben wir einen riesen Rückschlag bekommen."

Nerlinger bedient

Auch Sportdirektor Christian Nerlinger war bedient.

"Es wirkt so, als ob einige nicht kapiert haben, um was es geht", sagte Nerlinger: "Es schrillen die Alarmglocken bei uns. Der heutige Auftritt stimmt mich sehr nachdenklich, weil nicht nur grundlegende Elemente wie Aggressivität, Einstellung und Laufbereitschaft gefehlt haben, sondern auch unsere Spielanlage."

"Stehen gewaltig unter Druck"

Am Nachmittag hatte Konkurrent Dortmund (1:0 in Berlin) vorgelegt und auch der neue Zweite Borussia Mönchengladbach (2:1 beim 1. FC Kaiserslautern) war vorbeigezogen.

"Wir stehen in der Liga gewaltig unter Druck", erklärte Nerlinger: "Wir haben einen Vorsprung von acht Punkten reduziert auf einen Rückstand von vier."

Für die Freiburger, die sich das Remis vor 24.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit einer couragierten Leistung verdienten, war es nach zuvor zwölf Niederlagen in Folge, der erste Punktgewinn gegen die Bayern seit über elf Jahren (zuletzt 1:1 am 25. November 2000).

"Es war ein besonderes Spiel, sehr intensiv, richtig klasse", freute sich Sportdirektor Dirk Dufner bei LIGA total!: "Die Mannschaft hat das Publikum mitgenommen. Dieser Punktgewinn gibt uns viel Auftrieb und Mut - und auch Entschlossenheit und Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele."

Abseitstor von Badstuber

Die Bayern, bei denen der niederländische Superstar Arjen Robben erneut nicht in der Startformation stand, hatten in der neunten Spielminute bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Schiedsrichter Peter Gagelmann verweigerte einem Kopfballtreffer von Holger Badstuber nach einer Abseitsstellung die Anerkennung.

Nur drei Minuten später hatten die Münchner Glück, als David Alaba bei einem Abwehrversuch das eigene Gehäuse nur knapp verfehlte.

Im Duell der schlechtesten Abwehr mit der besten Offensive der Liga zeigten die Freiburger eine couragierte Leistung und konnten die Partie über weite Strecken offen gestalten.

Tolles Solo von Flum

Nur vor dem Tor fehlte den Gastgebern die nötige Durchschlagskraft. Nach 25 Minuten setzte Johannes Flum die Kugel nach einem beherzten Alleingang über das Tor der Gäste.

Jerome Boateng hatte ihn beim Abschluss entscheidend stören können.

Drei Minuten vor dem Wechsel hatte Thomas Müller die bis dahin größte Chance der Begegnung, als er Torhüter Oliver Baumann mit einer Direktabnahme zu einer Glanzparade zwang.

Robben kommt nach der Pause

Zur zweiten Halbzeit brachte Bayern-Coach Jupp Heynckes dann Robben für den bis dahin unauffälligen Rafinha.

Nur drei Minuten später hätte der Niederländer mit einem Schuss aus spitzem Winkel fast getroffen.

Mit Robben wurde die Offensive der Bayern sofort gefährlicher. Nach einem Laufduell mit Jonathan Schmid ging der Nationalspieler im Strafraum zu Fall, Referee Gagelmann ließ jedoch weiterspielen (52.).

Im zweiten Durchgang bekam die Gäste die Partie besser in den Griff, blieben aber vor dem gegnerischen Tor trotzdem wenig gefährlich.

Freiburg kämpfte leidenschaftlich, behielt aber vor dem Tor nicht die Nerven.

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