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Thorsten Fink ist seit dem 17. Oktober 2011 Trainer beim HSV © getty

Der HSV-Coach will im Nordderby seine Erfolgsserie fortsetzen. Hertha-Interimscoach Tretschok ist gegen Ex-Klub Dortmund gefordert.

München - In der Bundesliga-Hinrunde lagen sportliche Welten zwischen den beiden Nordrivalen aus Hamburg und Bremen. Werder spielte sich in die Spitzengruppe der Bundesliga, der HSV rutschte unter Michael Oenning bis auf den letzten Tabellenplatz ab.

Doch vor dem 96. Nordderby (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) befinden sich beide wieder auf Augenhöhe.

Dank der Erfolgsserie unter Trainer Thorsten Fink schleicht sich der HSV immer näher an die Europacup-Ränge heran. Bei einem Sieg gegen die fünftplatzierten Bremer wären die Hanseaten bis auf vier Punkte an Werder dran. (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

"Haben positiven Druck"

Fink selbst gibt sich siegessicher: "Am Samstag möchte ich für einen Tag der Herr des Nordens sein. Wenn wir gegen Bremen die Leistung der letzten drei Spiele bringen, werden wir gewinnen."

Seitdem der 44-Jährige die Verantwortung trägt, haben nur Borussia Dortmund, Mönchengladbach, Schalke 04 und der FC Bayern mehr Punkte geholt als der HSV. "Wir haben uns aus der Abstiegszone befreit und jetzt positiven Druck", sagte Fink.

Und fügte hinzu: "Wir wollen weiter nach oben."

Europacup-Quali wichtig

Der HSV könnte die Europacup-Einnahmen auch durchaus gut gebrauchen, wie Sportdirektor Frank Arnesen zugibt.

"Wir haben kommende Saison nicht die Kohle, die wir vorher hatten", sagte der Däne, "langfristig gesehen brauchen wir den europäischen Wettbewerb, um gute Spieler zu überzeugen."

Jubiläumsspiel für Hertha

Der Blick der Berliner Hertha richtet sich dagegen nach unten. Otto Rehhagel ist zwar im Anmarsch, aber den Absturz der Hertha muss im Heimspiel gegen Borussia Dortmund (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zunächst einmal Interimstrainer Rene Tretschok stoppen.

Dass die Partie gegen den Meister das 1000. Bundesligaspiel der Klubgeschichte ist, gerät angesichts der aktuellen Situation völlig in den Hintergrund.

Und als ob man den Fans die Vorfreude auf das Jubiläumsspiel gänzlich nehmen wollte, hält die Berliner Verkehrs-Gesellschaft am Samstag auch noch einen Warnstreik ab, der den öffentlichen Verkehr lahmlegt.

[kaltura id="0_zpn52b5u" class="full_size" title="Tretschok: Haben keine Angst"]

Tretschok: Kein Interesse an Jubiläum

Interimstrainer Rene Tretschok ist die magische Marke daher auch völlig schnuppe.

"Das hat für mich keine große Bedeutung, das habe ich vorher auch nicht gewusst", sagte der ehemalige BVB-Profi und machte dabei nicht den Eindruck, als stünden er und der Klub kurz vor dem Eintrag in die Geschichtsbücher.

Dass das Olympiastadion mit 74.200 Zuschauern ausverkauft ist, dürfte auch weniger am Jubiläum, sondern an der Zugkraft des Meisters liegen. Dennoch hoffen die Herthaner, mit der Unterstützung der Fans die Wende einzuleiten.

"Man merkt, dass die Spieler heiß sind", sagte Tretschok, der wohl schon nach der Partie durch Rehhagel abgelöst wird.

14 Spiele ohne Heimsieg

Ob es allerdings nach dem 1000. Bundesligaspiel wirklich Grund zum Feiern gibt, ist äußerst fraglich.

Der Hauptstadtklub ist seit zehn Bundesligaspielen ohne Sieg, der letzte Heimerfolg (3:0 gegen den 1. FC Köln am 1. Oktober 2011) liegt sogar schon 14 Partien zurück.

"Die Fans werden uns kämpfen sehen", sagte Kapitän Andre Mijatovic und versprach Wiedergutmachung für die 0:5-Pleite beim VfB Stuttgart, die Trainer Michael Skibbe den Job gekostet hatte.

Klopp warnt vor der Hertha

Mut macht zusätzlich der 2:1-Sieg aus der Hinrunde, als die Hertha dem Meister die bisher einzige Heimpleite zufügte.

Nicht nur deshalb warnt Jürgen Klopp vor dem Gegner. ?Ein Neustart kann Kräfte frei machen?, sagte der BVB-Trainer.

Dortmund ohne Kagawa und Götze

Außerdem muss Klopp seine zuletzt fünfmal in Folge siegreiche Elf nach dem Ausfall von Shinji Kagawa (Außenbandriss im Knöchel) umbauen.

Da nach wie vor auch Mario Götze (Schambeinentzündung) fehlt, gehen dem Meister so langsam die offensiven Mittelfeldspieler aus.

Doch Klopp vertraut der zweiten Reihe mit Ilkay Gündgogan, Moritz Leitner oder Ivan Perisic.

Die voraussichtlichen Aufstellungen zum Durchklicken

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