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Felix Magath wurde mit Schalke 04 2009/10 Vizemeister © imago

Der Schatten von Felix Magath liegt noch immer über Schalke 04. Während der Ex-Trainer sich freut, sind die Spieler zwiegespalten.

Wolfsburg - Mit der Wahrnehmung ist es ja manchmal so eine Sache.

Im emotionalen Fußballgeschäft sowieso. Und wenn es um die Gründe für Erfolg geht, erst recht. Derzeit sorgt Felix Magath für Schlagzeilen, weil er einen Anteil an der starken Saison seines Ex-Klubs Schalke 04 für sich reklamiert.

Magath sorgt für Zündstoff

Damit sorgt der Trainer-Manager des VfL Wolfsburg vor der ohnehin brisanten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für zusätzlichen Zündstoff.

"Ich hatte die Aufgabe bekommen, die Mannschaft umzubauen und eine Mannschaft zu formen, die um den Titel mitspielen kann. Und diese Aufgabe habe ich erfüllt. Ich denke, dass mittlerweile akzeptiert ist, dass ich beim FC Schalke gute Arbeit gemacht habe", sagte Magath vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER):

"Was jetzt daraus gemacht wird, kann man sehen. Huub Stevens macht klasse Arbeit. Der hat aus dem, was da ist, einen Titelkandidaten gemacht."

Verhältnis zu Magath zerrüttet

Beim Gegner sieht man das Vermächtnis Magaths deutlich differenzierter. Schon während seiner Amtszeit spaltete der unnahbare Trainer den Klub. Das Verhältnis zu einigen Spielern war zerrüttet.

Kurz vor dem Duell meldete sich der von Magath aussortierte Jermaine Jones zu Wort.

"Irgendwann machte es keinen Sinn mehr, mit ihm zusammenzuarbeiten, weil ihm meine Gesundheit oder die anderer Spieler egal war. Wenn du da bist, bist du da. Wenn nicht, wirst du ausgetauscht", kritisierte der US-Nationalspieler im Interview mit "Der Westen".

Höwedes scherzt

Und der Schalker Kapitän Benedikt Höwedes scherzte im Hinblick auf die undurchschaubare Einkaufspolitik in Wolfsburg unter Magath.

"Wolfsburg hat so viele neue Spieler, da haben wir gar kein Videomaterial", sagte der Nationalspieler. Für Höwedes aber auch unerheblich, schließlich ist der Verteidiger genauso wie Neuzugang Chinedu Obasi gesperrt.

Magath war am 16. März 2011 bei den Gelsenkirchenern entlassen worden und hatte nur zwei Tage später zum zweiten Mal das Amt beim VfL Wolfsburg übernommen.

24 Tage danach verlor er bei seiner ersten Rückkehr mit den "Wölfen" 0:1 auf Schalke. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dennoch blickt er dem Duell positiv entgegen. "Wir haben in der Vergangenheit auf Schalke oft gut ausgesehen, daher ist die Erwartung, dass wir wieder eine gute Partie machen", betonte er.

Verfolgerduell in Hannover

Das Spiel der Wolfsburger Konkurrenten um die Europapokalplätze zwischen Hannover und Stuttgart (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) läuft dagegen vorab mit deutlich weniger Nebengeräuschen ab.

Nachdem Stuttgart am vergangenen Wochenende beim 5:0-Heimsieg die desolate Hertha aus Berlin auseinander genommen hatte, glätteten sich die Wogen beim VfB.

Gegner Hannover 96 ist sogar nach dem 2:1 in der Europa League unter der Woche neun Spiele in Folge ungeschlagen und liegt auf Rang sieben weiterhin in Schlagdistanz zu den internatioanlen Startplätzen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Schalke 04 - VfL Wolfsburg (So., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Schalke: Unnerstall - Höger, Papadopoulos, Metzelder, Fuchs - Matip, Moritz - Farfan, Raul, Draxler - Huntelaar. - Trainer: Stevens

Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ, Felipe, Rodriguez - Hasebe, Jiracek - Dejagah, M. Schäfer - Mandzukic, Sio. - Trainer: Magath

Hannover 96 - VfB Stuttgart (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Pander - Pinto, Schmiedebach - Stindl, Schlaudraff - Diouf, Abdellaoue (Sobiech) - Trainer: Slomka

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Sakai - Kvist, Gentner (Kuzmanovic) - Harnik, Hajnal, Okazaki - Ibisevic. - Trainer: Labbadia

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