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Andre Schürrle (M.) wechselte vor dieser Saison von Mainz nach Leverkusen © getty

Schürrle findet nach dem Sieg gegen Augsburg deutliche Worte für Leverkusens Nebenkriegsschauplätze. Die Fans sind unzufrieden.

Leverkusen - Andre Schürrle machte aus seinem Herzen keine Mördergrube.

"Das nervt einfach. Trikottausch und solche Geschichte, die brauchen wir nicht", schimpfte der Nationalspieler von Bayer Leverkusen nach dem 4:1 (1:0)-Pflichtsieg gegen Aufsteiger FC Augsburg (Spielbericht).

Die jüngsten Schlagzeilen nach dem 1:3 im Champions-League-Duell gegen den FC Barcelona, als sich die Mitspieler Manuel Friedrich und Michal Kadlec mehr um das Trikot von Barca-Superstar Lionel Messi als um das Spiel zu kümmern schienen, waren dem 21-Jährigen offensichtlich sauer aufgestoßen.

Aber nicht nur diese Aktion. Schürrle: "Es gibt sehr viel Unruhe im Verein, viele Themen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben. Wir müssen auf dem Platz Ausrufezeichen setzen."

Das tat der Werksklub, der zum 300. Bundesliga-Heimsieg seiner Geschichte kam, gegen den Neuling auch dank des Ex-Mainzers. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Torflaute beendet

In der 70. Minute beendete der antrittsschnelle Angreifer seine zehn Spiele währende Torflaute und sorgte nach spektakulären elf Bayer-Minuten für den Endstand.

Gonzalo Castro (60.), Stefan Kießling (64.), der schon das 1:0 (25.) erzielte hatte, und eben Schürrle hatten vor 23.368 Zuschauern aus einem 1:1 gegen den Neuling doch noch einen klaren Sieg gemacht und die Schmährufe der Fans verstummen lassen.

"Ohne Trainer wär'n wir auf Platz zwei"

"Ohne Trainer wär'n wir auf Platz zwei" oder "Holzhäuser raus" wurde skandiert oder nach dem verletzt fehlenden Ex-Capitano Michael Ballack gerufen, der bislang im Bayer-Dress noch keine Bäume ausgerissen hat. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch vor allem die Schmähungen gegen Chefcoach Robin Dutt lassen die Bayer-Elf enger zusammenrücken.

Team rückt zusammen

"Kein Spieler hat gesagt, dass es Differenzen gibt. Wir stehen als Team immer enger zusammen", konstatierte Castro und Schürrle ergänzte:

"Gerade als junger Spieler hört man die Gesänge. Wir können nur zeigen, dass wir nach Rückschlägen zurückkommen und für die Fans alles geben."

Das tat die Werkself mit großem Eifer und Elan, nutzte die sich bietenden Chancen gegen Augsburg effizient.

"Hut ab vor der Mannschaft, wie die das Ding angepackt hat", lobte Dutt sein Team, das im Durchschnitt gut 23 Jahre alt war.

Allerdings tat sich der Favorit nach dem 1:1-Ausgleichtreffer durch Ja-Cheol Koo (50.) zumindest zehn Minuten lang bis zur erneuten Führung äußerst schwer.

Spontane Karnevals-Erlaubnis

"Ich halte als Trainer gern den Kopf bin, wenn meine Mannschaft so auftritt", äußerte der in Leverkusen nach wie vor umstrittene Dutt, der seinen Schützlingen spontan die Erlaubnis erteilte, Karneval zu feiern.

Ein Sonderlob hatte der Coach für Schürrle ("Es war sehr emotional, mal wieder getroffen zu haben") parat.

"Für Andre Schürrle freut es mich besonders. Der lässt sich nicht verrückt machen", betonte Dutt.

Augsburg fehlt die Qualität

Die Augsburger hatten derweil dem Bayer-Angriffswirbel am Ende nicht mehr viel entgegenzusetzen.

"Bayer Leverkusen war klar die bessere Mannschaft und hat eine Qualität, die wir nicht haben", kommentierte FCA-Trainer Jos Luhukay treffend.

Nun wollen es die Schwaben am kommenden Wochenende gegen Hertha BSC mit dem neuen Trainer Otto Rehhagel "besser machen", meinte der Coach.

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