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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Kölner Frust: Die FC-Spieler schleichen mit hängenden Köpfen vom Platz © getty

Beim 1. FC Köln ist schon jetzt Aschermittwoch. Nach der Pleite in Nürnberg rutschen die "Geißböcke" immer tiefer in die Krise.

Nürnberg - Handfeste Krise statt närrischem Karneval: Der 1. FC Köln hat nun auch sportlich seine Chaostage fortgesetzt.

Nach dem verdienten 1:2 beim 1. FC Nürnberg (Bericht) geht der Absturz der Kölner weiter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Trainer Stale Solbakken und seinen "Jecken" drohen unruhige Tage, nachdem es schon vor der Partie drunter und drüber gegangen war.

Als Ausrede wollte Solbakken die zahlreichen Verfehlungen seiner Profis für die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen aber nicht gelten lassen.

"Es waren zwei, drei Spieler. Die wissen, dass sie Fehler gemacht haben. Aber die Unruhe zuletzt ist keine Entschuldigung für das Ergebnis", betonte der Norweger.

Karneval erlaubt

Er erlaubt seinen Profis sogar, den Rosenmontagszug zu besuchen.

"Es ist nicht so, dass man zu Hause sitzen muss. Man kann sich den Karneval ansehen, da wissen alle, wo die Grenze ist. Das haben alle Spieler nach der letzten Woche sehr gut verstanden.

Die Spieler wissen, dass wir eine gute Leistung gegen Leverkusen zeigen wollen. Daher wissen sie, wo die Grenze ist", sagte Solbakken am Sonntag.

Eichner redet Klartext

Auch für Christian Eichner spielten die jüngsten Eskapaden seiner Kollegen keine Rolle.

"Wenn das Spiel angepfiffen wird, interessiert das kein Schwein mehr. Wir müssen aufhören, Ergebnisse mit irgendwelchen Straßenbahnfahrten, Interviews oder Ereignissen zu erklären", sagte er bei "Sky".

Der Wirbel hat beim FC, der nunmehr seit 1990 in Nürnberg auf einen Punktgewinn wartet, keine Trotzreaktion hervorgerufen.

Auch die deutlichen Worte von Solbakken im Vorfeld verhallten fast ungehört.

Die Kölner präsentierten sich gegen den Club vor allem vor der Pause nicht bundesligatauglich 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

"Schwer, Worte zu finden"

"Das tut weh, es ist nur schwer, Worte zu finden", meinte Milivoje Novakovic zur insgesamt erschreckend schwachen Leistung der Kölner und ergänzte:

"Es muss weitergehen. Wir müssen positiv denken, zusammenstehen und weiter hart arbeiten."

Auch Sportdirektor Volker Finke bemühte die üblichen Durchhalteparolen: "Man muss jetzt alles tun, um Trainer und Mannschaft den Rücken zu stärken."

"Es fehlt das Selbstvertrauen"

Für Solbakken spielen die Kölner angesichts der jüngsten Ergebnisse derzeit "ein bisschen mit Angst. Wir haben nach Weihnachten viele enge Spiele verloren. Es fehlt ein bisschen das Selbstvertrauen".

Zudem gebe es in der Offensive "wenig Automatismen".

In der Tat. Bis zum 1:1 von Novakovic in der 66. Minute fand der FC vor 38.101 Zuschauern ohne den verletzten Nationalspieler und Torjäger Lukas Podolski offensiv nicht statt.

Zu diesem Zeitpunkt hätte der Club weitaus mehr Tore als nur das eine durch Alexander Esswein (28.) erzielen müssen.

So musste der 1. FCN bis zum erlösenden Treffer von Tomas Pekhart (85.) noch zittern.

Ordentliches Balitsch-Debüt

So aber war bei den Nürnbergern nach dem erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf die Welt in Ordnung.

"Der Sieg war ganz, ganz wichtig", sagte FCN-Trainer Dieter Hecking, der ein ordentliches Debüt von Hanno Balitsch sah.

"Das war ein Big Point. Wenn man auf die Tabelle schaut, sieht es gut aus, aber es sind noch zwölf Spieltage."

Sein Kollege Solbakken wollte indes "nicht so viel auf die Tabelle schauen. Wir müssen wieder Punkte holen und es besser machen".

Katastrophale Außendarstellung

Schlechter als zuletzt geht es kaum - vor allem was die Außendarstellung anbelangt.

Zunächst hatte Podolski in einem Interview die Vereinsführung hart kritisiert.

Dann sorgte Miso Brecko, den Solbakken in Nürnberg von Beginn an aufbot, mit einem Unfall unter Alkoholeinfluss für Aufsehen, ehe sich einige FC-Profis einen Karnevalsausflug bis in die Morgenstunden leisteten.

Doch für Finke ist dies offenbar nichts Besonderes: "In Köln gibt es nie Ruhe, das ist Teil des Vereins."

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