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Die Defensive der Borussia hat diese Saison erst 13 Gegentore kassiert © getty

Der Herrmann-Schock gegen Lautern bringt Gladbach neue Sorgen, aber ungeachtet der Widrigkeiten geht die Erfolgsstory weiter.

Kaiserslautern - Sie wankten, aber sie fielen nicht.

Borussia Mönchengladbach mühte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern zum 2:1 (2:0)-Zittersieg (Spielbericht), doch Hiobsbotschaften und Wechselspekulationen überschatten die Freude beim Tabellendritten.

Vor allem die schwere Verletzung von Aufsteiger Patrick Herrmann dürfte den "Fohlen" in den kommenden Wochen noch Kopfzerbrechen bereiten. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Der 21 Jahre Flügelflitzer, der als Kandidat auf eine Berufung durch Bundestrainer Joachim Löw galt, erlitt nach einem Zusammenstoß mit Lauterns Florian Dick einen Schlüsselbeinbruch und wird voraussichtlich sechs Wochen ausfallen.

"Das ist sehr schade für ihn, weil er eine sehr gute Saison gespielt hat", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre über Herrmann, der seit seinen beiden Toren beim Rückrundenstart gegen Rekordmeister Bayern München (3:1) in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist:

"Und es ist sehr schade für uns. Ich bin extrem traurig. Hoffentlich kommt er in sechs Wochen zurück."

21 Minuten zwischen Tor und Trage

Herrmann hatte die Gladbacher mit seinem sechsten Saisontor in Führung gebracht hatte (9.), ehe er 21 Minuten später vom Platz getragen werden musste.

Am Sonntag soll entscheiden werden, ob der Offensivspieler operiert werden muss.

Bis zum Samstag hatte Herrmann nur positive Erinnerungen an den Betzenberg.

Im April 2003 erlebte der damals 12-Jährige sein erstes Bundesliga-Spiel im Fritz-Walter-Stadion.

Mit Freunden war Herrmann aus seinem 75 Kilomter entfernten Heimatort Uchtelfangen nach Kaiserslautern gereist. Miroslav Klose traf damals für den FCK zum 1:0-Sieg gegen Werder Bremen.

Nach den starken Leistungen zuletzt standen die Chancen gut, dass Herrmann demnächst gemeinsam mit Klose in der Nationalmannschaft auflaufen wird.

Schwarze Serie beendet

Daraus wird nun erst einmal nichts. Und so muss sich Herrmann damit begnügen, seinem Klub im Titelrennen die Daumen zu drücken.

Das könnte durchaus von Erfolg sein, denn ungeachtet aller Ablenkungen feierte Gladbach auf dem "Betze" bereits den neunten Sieg in den vergangenen 12 Bundesligaspielen, und das wider die Historie.

Knapp 17 Jahre hatte die Borussia nicht in der Pfalz gewonnen, die Tore von Herrmann und Juan Arango (14.) beendeten diese Negativserie vor 45.661 Zuschauern.

Dabei hatte mit Mike Hanke bereits ein entscheidender Offensiv-Akteur gefehlt.

"Bock" trotz Lauterer "Acker"

"Wir haben einfach Lust zu kicken und Bock auf die Spiele", kommentierte Nationalspieler Marco Reus die wieder einmal genial herausgespielten Treffer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Allerdings blieben diese vereinzelte Highlights in einer zerfahrenen Partie.

"Es war sehr schwer. Bei den Platzverhältnissen konnte man nicht so guten Fußball spielen", monierte Reus den schlechten Rasen im Fritz-Walter-Stadion, räumte aber ein:

"Für Kaiserslautern war das genauso."

Nur in der Meistersaison 69/70 besser

Die seit sechs Partien ungeschlagenen Gladbacher haben nun 46 Punkte auf dem Konto - nur in der Meistersaison 1969/70 lagen die Fohlen zu diesem Zeitpunkt der Spielzeit noch besser im Rennen.

Auf dem Weg zum Titel könnten sich die Borussen aber selbst im Weg stehen, die Wechselgerüchte reißen jedenfalls nicht ab.

Nach den bereits feststehenden Abgängen von Reus (Borussia Dortmund) und Roman Neustädter (Schalke 04) steht Dante vor einem Transfer zu Bayern München.

Gerüchte um Dante und Favre

"Ich bleibe hier mit meinen Kollegen sehr konzentriert und was ich im Sommer mache, interessiert mich jetzt nicht ", sagte der brasilianische Innenverteidger dazu.

Ein klares Dementi klingt allerdings anders. 492198(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Und auch der Verbleib von Erfolgstrainer Favre ist trotz des Vertrags bis 2013 nicht sicher: "Ich stehe in intensivem Kontakt mit den Verantwortlichen", erklärte der Schweizer.

Jessen sticht heraus

Für die "Roten Teufel" wird es nach zwölf Spielen ohne Sieg dagegen immer enger.

Lauterns Defensive leistete sich bei beiden Gegentoren zum wiederholten Mal eklatante Fehler.

Und obwohl man Gladbach dann in der zweiten Hälfte fast durchgehend im Griff hatte, waren Tore im Lauterer Spiel - abgesehen vom Traumtor des Dänen Leon Jessen (63.) einmal mehr Mangelware.

Nicht zuletzt aufgrund des mit Abstand schwächsten Angriffs der Liga steht Lautern im Tabellenkeller. Erst 16 Saisontreffer haben die Pfälzer zu Buche stehen.

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