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Kevin Großkreutz war in dieser Saison an 13 Toren (sieben Tore/sechs Assists) beteiligt © getty

Der Meister tut sich beim Sieg in Berlin lange schwer, beweist aber Effektivität. Großkreutz bietet auch Spektakuläres.

Berlin - Für einen kurzen Moment verschwand der Ur-Ruhrpottler Kevin Großkreutz gedanklich an den Zuckerhut.

"Ich habe das am Strand mit Dede trainiert", sagte der Matchwinner zu seinem Fallrückzieher-Tor beim umkämpften 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg von Borussia Dortmund bei Hertha BSC Berlin (Bericht).

Viel mehr noch als die Art und Weise des Siegtreffers imponierte aber die Effektivität, mit der der Meister auch bei den Berlinern agierte und siegte.

"Richtig harte Arbeit"

Kein Offensivfeuerwerk, sondern "richtig harte Arbeit" war die Grundlage für die Schwarz-Gelben für den sechsten Ligasieg in Folge und den Ausbau der Tabellenführung.

Das Tor von Großkreutz in der 66. Minute resultierte aus der einzigen echten Torchance der Dortmunder in der gesamten zweiten Hälfte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Vorwurf aus der Meistersaison, die Klopp-Elf würde zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgehen - in dieser Spielzeit gilt er nicht mehr.

Klopp lobt sein Team

Dennoch musste BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel erst einmal tief durchschnauben. "Puh!", entfuhr es ihm auf der Pressekonferenz als erstes:

"Ich bin absolut begeistert vom Willen und der Einstellung meiner Mannschaft. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir unverdient gewonnen haben."

Unverdient vielleicht nicht, aber etwas Glück war dabei für die auswärtsstärkste Elf der Liga. Denn die abstiegsbedrohten Berliner verlangten dem BVB mit dem "Geist" von Otto Rehhagel alles ab (Bericht).

"Sie waren sehr unangenehm zu spielen, aber darauf waren wir eingestellt", sagte Klopp.

Erkälteter Hummels mit Fehlern

Glück für die Borussia, dass Patrick Ebert wenige Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit gleich zweimal aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbeischoss und die ungewohnt unsichere BVB-Defensive unbestraft ließ (520178DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Zwei ungewohnte Aussetzer des erkälteten Mats Hummels brachten den Meister an den Rand einer Niederlage.

"Die Jungs haben mir den A.... gerettet. Zwei so dicke Dinger in einem Spiel von mir habe ich auch noch nie gesehen", schrieb der Nationalverteidiger bei Facebook.

Kagawa-Ausfall merkbar

Zudem merkte man deutlich, dass neben Mario Götze (Schambeinentzündung) mit Shinji Kagawa (Außenbandanriss im Sprunggelenk) der zweite kreative Kopf im Mittelfeld ausfiel.

Viele lange Bälle statt dem gewohnten Kurzpassspiel waren die Folge - mit mäßigem Erfolg.

Doch der Sieg könnte ein deutlicher Beweis für einen weiteren Entwicklungssschritt der jungen Dortmunder Mannschaft sein. Denn als Effizient hatte das Team bisher nicht unbedingt gegolten.

Konkurrent Bayern lässt Federn

Und wenn dann auch noch der wohl größte Mitkonkurrent Bayern München in einem Spiel mit ähnlichen Vorzeichen beim SC Freiburg nicht gewinnt, könnte das für eine erfolgreiche Titelverteidigung sprechen.

Zudem hat es selbst im Vorjahr eine Serie von den nun 16 Ligaspielen in Folge ohne Niederlage nicht gegeben. Der Vereinsrekord von 19 Partien aus der Saison 1991/1992 ist ebenfalls nicht mehr weit entfernt.

"Die 16 ungeschlagenen Spielen stellen eine Riesenserie dar. Aber die wollen wir weiter ausbauen", sagte Großkreutz.

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