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Raul erzielt im Spiel gegen Wolfsburg das 400. Tor seiner Karriere © imago

Bei Schalkes Erfolg über Wolfsburg schießen drei Magath-Zöglinge ihren Ex-Coach ab. Unnerstalls Verletzung trübt die Freude.

Gelsenkirchen - Drei seiner früheren Musterschüler haben Felix Magath die Rückkehr nach Schalke kräftig verdorben.

Der vor knapp einem Jahr im Unfrieden aus Gelsenkirchen geschiedene Fußball-Lehrer verlor auch bei seiner zweiten Rückkehr als Trainer des VfL Wolfsburg bei seinem Ex-Klub Schalke 04. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Den hochverdienten 4:0 (2:0)-Erfolg der Gelsenkirchener, die damit Platz vier festigten und weiter Kurs auf die Champions League halten, schossen ausgerechnet Magaths Top-Transfers Raul mit seinem 400. Profitor (10.) und Klaas-Jan Huntelaar (15./72.) sowie der von ihm aus der Jugend hochgezogene Joel Matip (49.) heraus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Huntelaar zieht mit Gomez gleich

Huntelaar, der zudem mit einem Handelfmeter an VfL-Keeper Diego Benaglio scheiterte (36.), zog mit seinen Saisontoren 17 und 18 mit Mario Gomez (Bayern München) an der Spitze der Torschützenliste gleich und hat nun stolze 30 Treffer in 33 Pflichtspielen für Schalke auf dem Konto.

Magath musste sich Schmähgesänge der Schalker Fans anhören, der aktuelle S04-Coach Huub Stevens wurde dagegen ausgelassen gefeiert.

Stevens gibt trainigsfrei

Stevens zumindest war mit der Vorstellung seiner mannschaft hochzufrieden.

"Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, dass sie morgen nicht trainieren muss", sagte der Schalke-Coach: "Wolfsburg war heute ein dankbarer Gegner, aber wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht."

Magath rüffelt sein Team

Magath hingegen war nach dem Auftritt seiner Elf bedient.

"So darf die Mannschaft sich nicht präsentieren", wetterte der Trainer der Wolfsburger: "Wir haben darüber gesprochen, dass wir Spiele nicht herschenken dürfen. Komischerweise haben wir dennoch wieder nach dem 0:1 aufgehört, mitzumachen."

Vor allem über die Leistung seiner Führungsspieler enttäuschte den Magath 58-Jährigen: "Das geht nicht und da stimmt irgendetwas nicht. Langsam muss man die Frage stellen, welche Rolle die etablierten Spieler spielen."

Ein Europa-League-Platz ist für Magath derzeit kein Thema: "Eine neue Zielsetzung brauchen wir nach so einer desolaten Leistung nicht auszugeben."

Unnerstall mit Schlüsselbeinbruch

An einem insgesamt gelungenen Nachmittag gab es für Schalke aber auch einen Wermutstropfen:

Torhüter Lars Unnerstall musste zur Pause mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aus dem Spiel und wird wohl wochenlang fehlen, für ihn gab Ex-Nationalspieler Timo Hildebrand sein Bundesliga-Debüt für den DFB-Pokalsieger.

Unnerstall hatte erst im Oktober den immer noch verletzten Ralf Fährmann nach dessen Kreuzbandriss als Stammtorhüter abgelöst.

Sportliche Sorgen haben die Wolfsburger: Nach nur einem Punkt aus den letzten zehn Spielen in der Fremde scheiterte der Meister von 2009 zum wiederholten Male beim Versuch, den Anschluss an die Europa-League-Plätze zu schaffen.

Raul mit der Führung

Die Begegnung vor 60.511 Zuschauern begann turbulent und zunächst mit einer Chance für die Niedersachsen, als Petr Jiracek für den freistehenden Yohandry Orozco auflegen wollte, doch Atsuto Uchida den frühen Gegentreffer im letzten Moment verhinderte (3.).

In der sechsten Minute traf Youngster Julian Draxler auf der Gegenseite mit einem Volleyschuss nur den Pfosten, bevor Raul nach einer Kopfballvorlage von Joel Matip zum 1:0 traf.

Danach übernahmen die Königsblauen endgültig das Regiment und kamen durch Huntelaar nach einer Vorlage von Christian Fuchs zum 2:0.

Die Offensivaktionen der Gäste blieben allzu durchsichtig. Dagegen sorgte nahezu jeder Angriff der Westfalen für Alarmstimmung beim VfL.

Abwehr nicht ganz sattelfest

Doch bei allen Stärken in der Offensive wackelte die neuformierte Viererkette der Schalker in einigen Situationen bedenklich.

So in der 23. Minute, als zunächst Orozco und anschließend Mario Madzukic frei zum Schuss kamen.

Nach einem Handspiel von Felipe Lopes vergab Huntelaar schließlich die große Chance zur Vorentscheidung.

Ruhiger Nachmittag für Hildebrand

Für die sorgte nur vier Minuten nach dem Wechsel auf spektakuläre Art und Weise dann Matip, als er eine Kopfballablage von Kyriakos Papadopoulos aus drei Metern mit der Hacke ins Tor weiterleitete.

Danach war der Widerstand der Gäste gebrochen. Schalke hatte das Team seines Ex-Trainers nun fest im Griff.

Hildebrand verlebte einen weitgehend ruhigen Mittag, war in der 76. Minute gegen Mandzukic auf dem Posten. Mit einer Glanzparade rettete er gegen Bastian Polter (86.).

Beste Schalker waren Huntelaar und Raul, bei Wolfsburg gefiel allenfalls Benaglio.

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