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Lars Stindl wechselte 2010 vom Karlsruher SC nach Hannover © getty

Hannover besiegt den VfB und bleibt zu Hause unbesiegt. Zwei Afrikaner treffen per Kopf. Stuttgart schläft bei drei Ecken.

Hannover - Jubiläumssieg mit "Köpfchen": Mit zwei Kopfballtoren binnen sieben Minuten hat Hannover 96 im 800. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte den Grundstein zu einem verdienten 4:2 (2:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart gelegt.

In der 25. Minute war der Tunesier Karim Haggui aus kurzer Distanz erfolgreich, aus spitzem Winkel gelang Wintertransfer Mame Diouf (32.) der zweite Treffer.

Nach der Pause trafen Christian Pander wenige Sekunden nach Wiederbeginn sowie Lars Stindl (73.).

"Die Stuttgarter haben in den letzten Spielen eine extreme Variante der Raumdeckung praktiziert. Das haben wir analysiert und bei den Standards ausgenutzt", erklärte 96-Trainer Mirko Slomka.

Martin Harnik (75.) und Shinji Okazaki mit einem sehenswerten Fallrückzieher (79.) brachten Stuttgart noch einmal heran 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Hannover zu Hause ungeschlagen

Die Platzherren, die zum neunten Mal in Folge ungeschlagen blieben, behaupteten Rang sieben in der Tabelle (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der VfB hingegen nimmt nach wie vor den neunten Platz ein, seit September schaffte das Team von Coach Bruno Labbadia keinen Auswärtssieg mehr.

"Mit Standards haben wir katastrophal gespielt, ohne Standards ganz gut. So etwas ist als Trainer schwer zu erklären. Das Ergebnis ist natürlich eine Riesenenttäuschung für uns", meinte Labbadia.

Ausgeglichene Anfangsphase

Vor 37.800 Zuschauern in der WM-Arena am Maschsee verdienten sich die Niedersachsen den "Dreier" in erster Linie durch eine starke Phase Mitte der ersten Halbzeit.

Bis dahin waren die Gäste ein ebenbürtiger Gegner gewesen, gerieten dann aber mehr und mehr in die Defensive.

Beide Mannschaften hatten die Partie mit großem Respekt voreinander begonnen. In einer sehr zerfahrenen Auftaktviertelstunde blieben die meisten Aktionen Stückwerk, es gab keine nennenswerten Torgelegenheiten.

Den Gastgebern merkte man zunächst die Belastungen der vergangenen Woche an, erst am Donnerstag hatte man im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde den FC Brügge mit 2:1 besiegt.

Abdellaoue fehlt

Zudem waren die Norddeutschen personell geschwächt. In der Defensive fehlte der gesperrte Innenverteidiger Emanuel Pogaetz, zudem stand Torjäger Mohammed Abdellaoue wegen einer Fußverletzung nicht zur Verfügung.

Mit einem gefährlichen Kopfball von Diouf in der 20. Minute nahm die Begegnung dann Fahrt auf, Sekunden später verfehlte ein Distanzschuss von Tamas Hajnal nur knapp das 96-Tor.

Pander trifft

Nach den beiden Toren vergab Manuel Schmiedebach die Vorentscheidung leichtfertig.

Nach einem hanebüchenen Rückpass von William Kvist schoss er den Ball fast ebenso dilettantisch ans Außennetz.

Besser machte es direkt nach dem Seitenwechsel Außenverteidiger Pander und baute damit den Vorsprung aus.

Cacau kommt von der Bank

VfB-Trainer Labbadia hatte in der Halbzeitpause reagiert und in Nationalspieler Cacau für Mannschaftskapitän Christian Gentner einen offensiveren Akteur eingewechselt.

Die Probleme seiner unorganisierten Hintermannschaft behob er jedoch nicht.

VfB verhindert Debakel

Zwischenzeitlich drohte dem VfB sogar ein Debakel, am Schluss winkte plötzlich eine sensationelle Wiederaufstehung.

"Nach dem 4:0 schaltet man vielleicht einen Gang zurück, wenn man weiß, dass man am Donnerstag ein schweres Spiel in der Europa League vor der Brust hat", meinte Slomka.

Vier Minuten nach dem zweiten Treffer hat Vedad Ibisevic sogar das 3:4 auf dem Fuß, scheiterte aber am glänzend reagierenden Ron-Robert Zieler im 96-Tor.

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