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Raul (l.) erzielt im Spiel gegen Wolfsburg das 400. Tor seiner Karriere © imago

Dank des Siegs über Wolfsburg bleiben die "Knappen" oben dran. Huntelaar hadert dennoch, Raul lässt sein Jubiläumstreffer kalt.

Von Olaf Mehlhose und Thorsten Langenbahn

München/Gelsenkirchen - Hoch gewonnen, bis auf einen Punkt an den FC Bayern herangerückt und Ex-Trainer Felix Magath noch einen mitgegeben.

Beim FC Schalke hätte am Sonntag alles rosarot sein können. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Doch nach dem 4:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg (Bericht) haderte der Mann des Tages noch.

Klaas-Jan Huntelaar zeigte sich trotz seiner Saisontore 17 und 18 (15., 72.) selbstkritisch. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ärgerlich, dass ich nicht häufiger getroffen habe. Der Elfmeter war nicht platziert genug. Und ich habe noch eine gute Chance vergeben", meinte der "Hunter".

Stevens stimmt Huntelaar zu

Trainer Huub Stevens hieb in die gleiche Kerbe wie sein Torjäger, der die Torschützenliste nun zusammen mit Mario Gomez anführt.

"Das einzige, was man kritisch sehen muss, ist die mangelnde Chancenverwertung", meinte der knorrige Coach.

"Bayern ist im Vorteil"

Immerhin konnte sich Goalgetter Huntelaar noch auch ein wenig über den glanzvoll herausgespielten Erfolg freuen: "Das 4:0 war trotzdem ein guter Sieg."

Wer von dem Niederländer aber eine Kampfansage für das Gipfeltreffen mit den Münchenern am kommenden Wochenende erwartet hatte, wurde enttäuscht.

"Bayern ist im Vorteil. Sie spielen zu Hause", sagte Huntelaar, räumte aber ein, dass er "nichts dagegen hätte, nach dem Spiel in der Torjägerliste vor Gomez zu stehen."

Jubiläumstor lässt Raul kalt

Seinen ebenfalls glänzend aufgelegten Teamkollegen Raul lassen Tore hingegen kalt. Dass sein Treffer zum 1:0 der 400. seiner Karriere war, war für den spanischen Weltstar nicht mehr als eine Randnotiz.

"Für mich waren nur der Sieg wichtig und dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben - dass ich mein 400. Tor geschossen habe, war mir gar nicht bewusst", sagte Raul: "Ich hatte in den letzten Wochen einige gesundheitliche Probleme. Nun geht es mir wieder besser, und das hat man gemerkt."

In der Tat: Der Spanier war Dreh- und Angelpunkt in einer starken Schalker Mannschaft. Den Treffer zum 3:0 steuerte Mittelfeld-Abräumer Joel Matip (49.) bei.

Schalke rehabilitiert sich

Mit dem hochverdienten Sieg glückte den "Knappen" auch die Wiedergutmachung für die 0:3-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende.

Ersatz-Kapitän Christoph Metzelder betonte im Gespräch mit SPORT1, wie wichtig es der Mannschaft gewesen sei, diese Scharte auszuwetzen.

"Es gibt im Laufe einer Saison immer wieder Schwankungen", sagte der Abwehrchef: "Für uns war wichtig, aus der Mini-Krise rauszukommen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen."

Hildebrand springt in die Bresche

Einziger Wermutstropfen für die Gelsenkirchener war die schwere Verletzung von Keeper Lars Unnerstall, der sich eine Schultergelenkssprengung zuzog und den Schalkern lange fehlen wird.

Das Pech Unnerstalls ermöglichte Timo Hildebrand eine unverhoffte Bewährungschance. Der 32-Jährige nutzte die Gunst der Stunde und zeigte nach seiner Einwechslung eine tadellose Leistung.

"Ich bin froh, dass ich meine ersten 45 Minuten so gut hinter mich gebracht habe", sagte Hildebrand: "Es war gut, dass ich keine Zeit hatte, groß nachzudenken. Ich bin noch mal kurz auf Toilette und dann direkt auf den Platz."

Magath fassungslos

Zeit zum Nachdenken haben nun die Wolfsburger. In ihren Auswärtsspielen kommen die Niedersachsen weiterhin auf keinen grünen Zweig. Läppische vier Punkte spielte die Magath-Elf in bisher elf Spielen auf gegnerischen Plätzen ein.

Der "Wölfe"-Coach, der bei seiner Rückkehr nach Schalke von den Fans mit Schmähgesängen bedacht wurde, war nach der desolaten Darbietung seines Teams fassungslos.

"So dürfen wir ein Spiel nicht her schenken, das geht einfach nicht", ärgerte sich Magath.

Die bizarre Auswärtsschwäche gibt auch dem 58-Jährigen zu denken.

"In der Rückrunde haben bisher wir fast nur Heimspiele gehabt, da wir bisher gut ausgesehen", meinte Magath: "Deswegen haben viele gehofft, dass alles anders wird, aber wir haben es heute genauso gemacht wie vorher auch."

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