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Christian Pander (l.) wechselte im Sommer 2011 vom FC Schalke 04 nach Hannover © imago

96 träumt nach dem Stuttgart-Sieg weiter vom Europapokal. Pander erhält Lob. Der VfB hakt das internationale Geschäft ab.

Von Hardy Heuer und Jürgen Blöhs

München/Hannover - Nach dem Jubiläumssieg mit Köpfchen winkte Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler fröhlich ins Publikum, und Christian Pander geriet beim Blick durch die Arena ins Schwärmen.

"Der ganze Verein wird von einer großen Euphorie getragen", sagte der Ex-Nationalspieler Pander, der beim 4:2 (2:0) gegen den VfB Stuttgart (Spielbericht) zwei Kopfballtore durch Eckbälle vorbereitet und einen Treffer selbst erzielt hatte:

"Es macht definitiv Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Seit dem ersten Tag hier fühle ich mich pudelwohl."

Auch Zieler sprach von "ganz viel Qualität und viel Selbstvertrauen". Ausruhen werden sich die Niedersachsen nicht.

"Wir greifen auf jeden Fall nochmal oben an und wollen uns sicher für den Europapokal qualifizieren. Die Europa League macht richtig Spaß", erklärte der 96-Torhüter SPORT1.

Kopfballstarkes Hannover

Den Weg zum Erfolg im 800. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte hatten zwei Kopfballtreffer binnen sieben Minuten geebnet 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

In der 25. Minute war der Tunesier Karim Haggui aus kurzer Distanz erfolgreich, aus spitzem Winkel gelang Wintertransfer Mame Diouf (32.) der zweite Treffer.

Nach der Pause traf Pander wenige Sekunden nach Wiederbeginn sowie Lars Stindl (73.). Martin Harnik (75.) und Shinji Okazaki mit einem sehenswerten Seitfallzieher (79.) brachten Stuttgart noch einmal heran.

Lob für den Matchwinner

Pander, der endlich von Verletzungen verschont bleibt, weiß um seine große Stärke.

"Ich trete die Bälle immer mit vollem Risiko. Heute hat alles geklappt. Darüber freue ich mich sehr. So kann es weiter gehen", meinte der Matchwinner zu SPORT1.

Und auch 96-Trainer Mirko Slomka lobte seinen überragenden Außenverteidiger: "Mit Pander sind wir noch schwerer auszurechnen. Er ist ein hervorragender Standardschütze."

VfB hakt Europa ab

Während es bei den Niedersachsen, die seit neun Bundesliga-Partien ungeschlagen sind und punktgleich mit Bayer Leverkusen auf dem siebten Platz stehen, blendend läuft, hat der VfB seine Ambitionen heruntergeschraubt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir hatten uns nach dem 5:0-Sieg gegen Berlin für heute viel vorgenommen. Europa ist aber nun für uns kein Thema mehr", meinte ein frustrierter Christian Gentner, der den verletzten Serdar Tasci als Kapitän ersetzt hatte.

"Europa war für mich schon vor dem Spiel kein Thema mehr", sagte Sportdirektor Fredi Bobic.

Schwache Defensive

Wie eine Amateurmannschaft stellte sich Stuttgart bei den drei Gegentreffern nach Ecken an und ließ jegliches Zweikampfverhalten vermissen.

"Wir haben besonders bei den Standards schlecht ausgesehen. Wir haben vier Mal nur zugeschaut, und drei Mal war der Ball drin", erklärte Bobic und zollte dem Gegner großen Respekt: "Das war eine ärgerliche Niederlage, aber Hannover hat verdient gewonnen."

Eine positive Sache konnte Bobic doch aus dem Spiel ziehen: "Nach dem 0:4 haben wir Moral gezeigt, nach vorne gespielt und zwei Tore erzielt." Das war es dann aber auch schon.

Frust bei Labbadia

Besonders Trainer Bruno Labbadia war völlig sprachlos. Die Aussetzer seiner Hintermannschaft bei den Gegentreffern kamen für den VfB-Trainer absolut überraschend.

"Die Pfosten sollten besetzt sein", betonte der VfB-Coach und ging mit seinem Team gegenüber SPORT1 hart ins Gericht:

"Die Mannschaft hat sich aber nicht daran gehalten. Die Spieler haben sich wie Jugendspieler rausziehen lassen."

Auch Bobic hatte kein Verständnis für die schlampige Abwehrarbeit. "Da kann man nichts mehr üben. Das gehört zur Grundausrüstung", stellte er klar.

Konzentration auf Brügge

Der VfB schmollt, Hannover schaut bereits in Richtung Europa League. "Der Sieg gibt uns Rückenwind für das Europapokal-Spiel in Brügge", meinte Torschütze Haggui.

"Auch wenn Brügge ein ganz anderes Spiel ist, bin ich sicher, dass wir weiter kommen", blickt Christian Schulz dem Rückspiel optimistisch entgegen.

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