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Bruno Labbadia holte mit dem VfB in der Rückrunde bislang nur vier Punkte © getty

Die klare Niederlage in Hannover verstärkt den Negativtrend beim VfB. Labbadia zieht gegen Slomka den Kürzeren und gerät in die Kritik.

München/Hannover - Der VfB Stuttgart ging k.o., Trainer Bruno Labbadia wurde taktisch ausgezählt - die 2:4 (0:2)-Schlappe der Schwaben bei Hannover 96 war nicht nur eine doppelte Niederlage, sie beendete auch die Europa-League-Träume am Neckar.

Es scheint schwer vorstellbar, dass die Gäste in dieser Verfassung noch acht Punkte auf den für die sichere Qualifikation erforderlichen sechsten Platz aufholen können (Bericht) .

Kann Labbadia nur Hinrunde? Diese Frage waberte durch die WM-Arena am Maschsee, denn die unrühmliche Serie des 46-Jährigen scheint sich in Stuttgart fortzusetzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Erinnerungen an Bayer und HSV

Schon Bayer Leverkusen und der Hamburger SV stürzten unter der Regie des Ex-Nationalspielers nach der Winterpause ab, bei beiden Klubs der Anfang vom Ende für den Coach, der in Hannover ratlos wirkte: "So eine Riesenenttäuschung ist nur schwer zu erklären."

Drei Gegentore nach Eckbällen, diese Schwachstelle war auch Sportdirektor Fredi Bobic nicht verborgen geblieben.

"Wir müssen dringend die Standards in den Griff kriegen. So kommen wir keinen Schritt weiter, am Samstag gegen Freiburg müssen wir uns jetzt richtig strecken", formulierte der Ex-Profi und nahm damit Labbadia unmissverständlich in die Pflicht.

Slomka düpiert Labbadia

Denn bei der Vorbereitung auf das Gastspiel bei den Niedersachsen hatte Labbadia gegen seinen Trainerkollegen Mirko Slomka taktisch den Kürzeren gezogen.

"Die Stuttgarter haben in den letzten Spielen eine extreme Variante der Raumdeckung praktiziert. Das haben wir analysiert und bei den Standards ausgenutzt", sagte Slomka dabei und konnte sich dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Spekulationen um Rangnick

Ein Malheur, dass dem bereits als möglicher Nachfolger gehandelten Ralf Rangnick vielleicht nicht passiert wäre. Der "Professor" arbeitet derzeit noch an der vollständigen Überwindung seines Burn-Out-Syndroms, kündigte aber bereits an, im Sommer bereit zu sein für eine neue berufliche Herausforderung.

Zusätzliches Pech für die Gäste war, dass Christian Pander seinem Ruf als Standardspezialist derzeit wieder alle Ehre macht.

Drei Tore nach Ecken

Zwei präzise getretene Ecken des Ex-Nationalspielers verlängerten Karim Haggui (25.) und Mame Diouf (32.) per Kopfball ins Stuttgarter Tor, das 3:0 (46.) erzielte der Ex-Schalker nach einem Eckball dann selbst. "Im Verein und im Umfeld herrscht momentan eine große Euphorie, davon werden wir getragen", sagte Pander.

Viele hatten den Norddeutschen nach ihrem Höhenflug in der vergangenen Spielzeit einen Absturz prognostiziert, nichts davon ist derzeit zu sehen.

Aktuell hat man in der Europa League gute Chancen, am Donnerstag beim FC Brügge das Achtelfinale zu erreichen, und die Qualifikation für die neue Saison ist zum Greifen nah.

Hannover rüstet nach

Nicht zum ersten Mal wurde an der Leine im Winter gut und günstig nachgerüstet.

In seinem ersten Bundesliga-Heimspiel entpuppte sich ManUnited-Import Diouf als kampfstarke und einsatzfreudige Verstärkung in der Offensive, in der Person von Emanuel Pogatetz verlängerte ein wichtiger Eckpfeiler des Kaders seinen Vertrag bis 2015. Was der Österreicher so begründete: "Der Verein hier macht vieles richtig."

Sogar der ansonsten stets beherrschte 96-Präsident Martin Kind genießt die aktuelle Momentaufnahme bei den Roten. "Unser Team hat Charakter, ist gereift, gut aufgestellt und hat sich weiterentwickelt", sagte der Klub-Boss.

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