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Lucien Favre (r.) erzielte in seinen 34 Spielen mit Gladbach 66 Punkte © imago

Dortmund und Gladbach punkten am Wochenende ohne zu überzeugen. Klopp ist dennoch begeistert. Beim FC Bayern hingegen brodelt es.

Von Barnabas Szoecs

München - Wirklich überzeugen konnte keines der drei Top-Teams am Wochenende.

Doch während Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach trotz durchwachsener Leistung Siege einfuhren, ließ der FC Bayern München in Freiburg zwei wichtige Punkte liegen (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner).

"Wenn wir so weitermachen, haben wir mit der Deutschen Meisterschaft nichts zu tun", schimpfte Sportdirektor Christian Nerlinger bei LIGA total! und wagte einen pessimistischen Blick in die Zukunft: "Dann wird es ein Zweikampf zwischen Dortmund und Mönchengladbach."

Denn der 22. Spieltag offenbarte im Kampf um die Meisterschaft eines ganz deutlich: Während es den Bayern - wie schon öfters in dieser Spielzeit - nicht gelang, einen vermeintlich leichten Gegner zu bezwingen, lösten die Borussias ihre Pflichtaufgaben (520178DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Ganz ohne Bravour und Zauberfußball, dafür aber mit Kampfgeist und geschlossener Mannschaftsleistung - so wie "dreckige" Arbeitssiege eben sein müssen.

Klopp "absolut begeistert"

"Entscheidend ist", erklärte BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem Sieg in Berlin, "dass man die Bedingungen annimmt und ums Ergebnis fightet. Das hat die Mannschaft getan" (BVB: Viel harte Arbeit und ein Hauch von Brasilien).

Vom Willen des Teams sei er daher "absolut begeistert". Womit Klopp nicht alleine da steht.

"Die beste Mannschaft ist Borussia Dortmund und die werden auch Meister", sagte der frühere Schalke-Manager Andreas Müller im LIGA-total!-Expertentalk.

BVB seit 16 Spielen ungeschlagen

Die Zahlen sprechen für sich: Sechs Siege feierte der Meister zuletzt in Folge, seit 16 Partien sind die Dortmunder ungeschlagen.

Das Resultat: Dortmund führt die Liga mit drei Punkten Vorsprung auf Gladbach an, Bayern liegt einen weiteren Zähler dahinter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ähnlich wie der BVB präsentierten sich auch die "Fohlen" beim Sieg in Kaiserslautern.

Ter Stegen: "Finden immer zurück"

Der bereits gewohnte Hurra-Fußball Marke Reus, Arango oder Herrmann war nicht zu sehen, stattdessen setzte die Borussia auf Geduld, Kalkül und Effizienz (Trotz aller Störfeuer: Gladbach hält Kurs) .

Für Lucien Favres Mannschaft bedeutete dies den Sprung auf Tabellenplatz zwei, die Überraschungsmannschaft macht einen überaus stabilen Eindruck.

[kaltura id="0_itca0dl6" class="full_size" title="Unruhe bei den Bayern"]

Marc-Andre ter Stegen geht davon aus, dass sich die Borussia von Rückschlägen nicht mehr aus der Bahn werfen lässt.

"Wir marschieren ja nicht ohne Niederlagen durch die Saison", sagte der Torhüter im "kicker": "Trotzdem fanden wir immer wieder auf unseren Weg zurück."

Bayern wirkt anfälliger

Genau dies scheint momentan der Unterschied zwischen den beiden Borussias und dem FC Bayern zu sein.

Während sie sich sowohl in Dortmund, als auch in Gladbach weder von Ausfällen noch von Niederlagen aus dem Konzept bringen lassen, wirken die Bayern anfälliger für Strörungen.

Als Bastian Schweinsteiger mit seinem Schlüsselbeinbruch ausfiel, taten sich die Bayern schwer. Nun fehlt der Mittelfeldchef wieder, die Mannschaft droht erneut in eine Krise abzurutschen.

Dortmund hingegen bricht trotz der Ausfälle von Mario Götze und Shinji Kagawa nicht ein, die Mannschaft kann die Verletzungen kompensieren.

Rummenigge: "Großkreutz hat Recht"

Bayern habe die stärkste Mannschaft, sagte Kapitän Philipp Lahm dennoch zuletzt.

"Dann sollen es die Bayern zeigen", konterte Dortmunds Kevin Großkreutz forsch und erhielt unerwartete Unterstützung.

"Großkreutz hat Recht: Die Bayern müssen es zeigen", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im "kicker" (Bayern: Vorstand knöpft sich Mannschaft vor).

Keine Frage, es brodelt beim FC Bayern. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Schalke reist nach München

Denn als nächstes kommt der FC Schalke mit dem Rückenwind des 4:0-Sieges gegen Wolfsburg nach München.

In der Tabelle liegen die "Knappen" nur einen Punkt hinter dem Rekordmeister, es kommt somit zum direkten Duell zweier Titelkandidaten.

Noch ein weiterer Vorteil im Titelrennen für die beiden Borussias.

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