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Rene Adler bestritt bisher 138 Bundesligaspiele für Bayer Leverkusen © getty

Nach zahlreichen Verletzungen steht Torwart Rene Adler vor einem Neuanfang. Sein Wechsel zum HSV scheint nur eine Formsache.

München - Hoch gelobt, tief gefallen - und nun ein Neuanfang beim Hamburger SV:

Rene Adler soll bis Sonntag in der Hansestadt für vier Jahre unterschreiben.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Transfer bereits perfekt sein, nur offiziell bestätigen will es noch keiner.

Neuanfang in Hamburg

In Hamburg soll der frühere Stammkeeper der deutschen Nationalmannschaft an seine Glanzzeiten anknüpfen, nachdem er bei Bayer Leverkusen zuletzt keine Rolle mehr gespielt hatte:

Zahlreiche Verletzungen, überhöhte Gehaltsforderungen und die starken Leistungen seines Ersatzes Bernd Leno beförderten den 27-Jährigen ins Abseits (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den ersten Schritt in seine sportliche Zukunft machte Adler am Mittwoch noch in Leverkusen. Endlich absolvierte der Torwart mal wieder eine Trainingseinheit, nachdem ihn seine lädierte Patellasehne monatelang gestoppt hatte.

Unterschrift bis Sonntag

Beinahe ebenso lange dauerte Adlers Vertragspoker. Am Sonntag könnte er mit seiner Unterschrift auch dieses leidige Kapitel beenden.

"Die Entscheidung wird in den nächsten Tagen fallen", sagte Hamburgs Sportdirektor Frank Arnesen der "Hamburger Morgenpost".

Auch HSV-Trainer Thorsten Fink wollte sich noch nicht locken lassen: "Ich rede jetzt nicht über Transfers, die eventuell sein könnten."

Ende der Pechsträhne

Für Adler bedeutet der Wechsel das Ende einer dauerhaften Pechsträhne. Vor der WM 2010 galt der gebürtige Leipziger als Nr. eins von Bundestrainer Joachim Löw.

Selbst Manchester United war aufmerksam geworden und liebäugelte mit einer Verpflichtung des hochveranlagten Torwarts, der angeblich sogar eine Manchester-Klausel in seinem Vertrag hatte.

Doch dann lief auf einmal alles schief. 51 Tage vor der WM erlitt Adler einen Rippenbruch - das Aus für das Turnier in Südafrika.

Zu hoch gepokert

Die Verletzungs-Misere setzte sich vor Saisonbeginn fort und führte zu einer Patellasehnen-OP. Und dann pokerte Adler in den Vertragsverhandlungen mit Leverkusen auch noch zu hoch.

Die Werkself reagierte mit der Verpflichtung des überzeugenden Nachwuchs-Keepers Bernd Leno und hatte für Adler plötzlich keine Verwendung mehr. Das Interesse aus dem Ausland war da längst erloschen.

Konkurrenz für Drobny

Nun also der Neustart beim HSV, bei dem bisher Jaroslav Drobny das Tor hütet. Der Tscheche spielt bei den Hanseaten nach anfänglichen Problemen eine überzeugende Saison und verfügt über einen Vertrag bis zum Sommer 2013.

Allerdings soll Adler bis zu drei Millionen Euro bei seinem neuen Klub verdienen, da dürfte für Drobny wohl nicht mehr genug Geld in der klammen Vereinskasse sein.

Doch darüber wird sich Adler derzeit kaum Gedanken machen. Ab Sommer will er richtig angreifen, jetzt gilt es, Schritt für Schritt zur alten Form zurückzufinden. Denn dann gehört er nicht nur für Joachim Löw "zu den besten Torhütern, die wir haben".

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