vergrößernverkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Endlich zu Hause: Mohamed Zidan hat sein drittes Engagement bei Mainz 05 © getty

Der heimgekehrte Stürmer gibt Mainz vor dem Derby Hoffnung. Bei SPORT1 wehrt er sich gegen den Vorwurf, gescheitert zu sein.

Von Reinhard Franke

München - Prädikat "besonders wertvoll".

Dies könnte man dem Start von Mohamed Zidan bei seinem alten, neuen Klub Mainz 05 anheften.

Seit der verlorene Sohn von Borussia Dortmund zu den Rheinhessen zurückkehrte, läuft es wieder rund bei Zidan - und beim Klub. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Drei Spiele, drei Tore. Kein Wunder, dass Zidan glücklich ist. 520178(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

"Es ist bisher für mich großartig gelaufen und damit ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagt der 30-Jährige im Gespräch mit SPORT1. "Das ist mehr, als ich nach meiner Rückkehr nach Mainz erwarten konnte. Ein wunderbares Gefühl."

Happy End im dritten Anlauf

Das dritte Gastspiel in Mainz scheint für Zidan endgültig zum Happy End zu werden. Vor dem Rheinland Pfalz-Derby am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ist Zidan einfach nur glücklich, geradezu erleichtert.

"Derbys sind immer emotional und umkämpft. Es ist ein wichtiges Spiel, vor allem für unsere Fans", so Zidan. "Nach der Niederlage im Hinspiel wollen wir Kaiserslautern nun schlagen. Wir versuchen uns aber auf unsere Leistung zu konzentrieren. Wenn wir die abrufen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir gewinnen."

Sein Comeback in Mainz lebt von Emotionen, nahezu perfekt für einen Menschen wie es Zidan nun mal ist. Er ist wieder zu Hause. Und die Mainzer sind froh, dass sie ihren "verrückten Ägypter" wieder haben.

Ausgeprägtes Bedürfnis nach Bindung

Zidan braucht diese Nestwärme. Mainz-Coach Thomas Tuchel zählt ihn zu jenen Charakteren, die ein "ausgeprägtes Bedürfnis nach Bindung haben." Deshalb sei "ein enges, unterstützendes, emotionales Umfeld wichtig."

Das hat Zidan. Er steht im Mittelpunkt des Interesses. Doch zuletzt hatte der Stürmer ein Problem mit dem Trubel um seine Person. Interviews sagte er ab. Er wolle den Eindruck vermeiden, Mainz 05 sei nur Zidan.

[kaltura id="0_dil3ivyk" class="full_size" title="Derby Zeit in Rheinland Pfalz"]

Während Zidan früher an keinem Mikrofon vorbeidribbelte, ist er heute wesentlich ruhiger geworden. Kein Wunder, waren doch die letzten Jahre turbulent genug.

In Bremen, seiner ersten Station in Deutschland, glückte ihm zwar der Start, die Konkurrenz mit Klose, Klasnic und Valdez war "aber zu stark."

Turbulente Wanderjahre

2005/2006 war seine erste Zeit bei Mainz 05. Im Sommer 2006 ging er wieder nach Bremen und kehrte in der gleichen Saison nach Mainz zurück.

2007 unterschrieb er für zwei Jahre beim Hamburger SV, doch es lief auch dort nicht gut, so dass er zu Saisonbeginn 2008/2009 seinem Ex-Trainer und Förderer Jürgen Klopp nach Dortmund folgte.

Das einstige "Dream Team" aus Mainzer Zeiten hatte sich wieder, jedoch verliefen nur die ersten beiden Jahre für Zidan erfolgreich. Geplagt von Verletzungen konnte Zidan im Meister-Jahr an der starken Konkurrenz in der Dortmunder Offensive nicht vorbeikommen.

Dieses Mal für immer

Ein Grund, warum er nun einen dritten Anlauf in Mainz nimmt - und dieses Mal soll es für immer sein. Der Start war vielversprechend.

"Uns war klar: Mo wird das genießen und braucht das, weil er das Rampenlicht sucht", sagte Tuchel im "kicker". "Bei anderen hätte ich eher die Sorge, dass es sie ablenkt, bei Mo nicht."

Fragen, ob er nur in Mainz funktioniere, will Zidan gar nicht erst hören. "Ich sehe das gar nicht so, dass es vorher nicht gut lief. Ich habe das in den ersten zwei Jahren in Dortmund sehr ordentlich gemacht bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich verletzt habe", erklärte er SPORT1:

"Danach habe ich nicht so viele Möglichkeiten gehabt zu spielen. Es ist also nicht so, dass ich nicht funktioniert habe."

"Meine Liebe für Mainz ist echt genug"

Doch es gibt nicht nur die Schulterklopfer, sondern auch Fans, die behaupten, er wäre nur deshalb ein drittes Mal nach Mainz zurückgekehrt, weil er es woanders nicht geschafft hätte.

Zidan wehrt sich: "Meine Liebe für Mainz ist echt genug. Wenn jemand das nicht glaubt, dann tut er mir leid. Ich muss keinem etwas beweisen. Nur ich weiß, wie ich fühle. Ich kann nicht verstehen, was geredet wird."

Dreimal 1:1 in Folge

Im Team spricht nach dem starken Auftakt sicher keiner schlecht über den Knipser. "Die Mannschaft hat mich sehr gut angenommen und ich freue mich, dass ich das mit Toren zurückzahlen kann", sagte Zidan.

Der Stürmer laufe immer dann zur Hochform auf, "wenn er das Gefühl hat gebraucht zu werden", berichtete Tuchel.

Das wird er in Mainz definitiv. Nach zuletzt drei 1:1-Unentschieden in Folge soll im Derby unbedingt ein Dreier her.

Mit einem weiteren Tor würde Zidan ein weiteren Stein zu seinem Mainzer Denkmal hinzufügen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel