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Torschütze Tolgay Arslan (3.v.r) wechselte 2009 von Borussia Dortmund nach Hamburg © getty

Die Borussen lassen in der zweiten Halbzeit nach und müssen sich mit einem Punkt begnügen. Der HSV dreht nach dem Wechsel auf.

Mönchengladbach - Dämpfer für die Gladbacher Titelträume:

Borussia Mönchengladbach ist zum Auftakt des 23. Spieltages gegen einen starken Hamburger SV nicht über ein 1:1 (1:0) hinausgekommen.

Dadurch verpasste es die Mannschaft von Erfolgstrainer Lucien Favre, zumindest vorübergehend nach Punkten zu Titelverteidiger und Tabellenführer Borussia Dortmund aufzuschließen.

Am Sonntag kann die Borussia von Rekordmeister Bayern München oder Schalke 04 sogar noch von Platz zwei verdrängt werden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Heute haben Durchschlagskraft und Tiefe gefehlt. Wir haben auch spielerisch zu wenig gemacht. Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt, gegen die man Schnelligkeit und Durchschlagskraft braucht. Das hatten wir nicht", meinte Gladbach-Trainer Lucien Favre.

"Es ist ein gerechtes Unentschieden, es war ein ziemlich zerfahrenes Spiel", sagte Gladbachs U-21-Nationalspieler Tony Jantschke.

Hanke trifft

Mike Hanke sorgte fast mit dem Pausenpfiff für die Gladbacher Führung (45.) 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag).

Der Stürmer stand bei seinem sechsten Saisontor allerdings im Abseits. In der 55. Minute traf Tolgay Arslan zum verdienten Ausgleich der überraschend selbstbewusst auftretenden Gäste.

Petric fällt aus

Vor 54.049 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park hatte sich Gäste-Trainer Thorsten Fink, der kurzfristig auf Torjäger Mladen Petric (Knieprobleme) verzichten musste, etwas Besonderes einfallen lassen.

Der HSV agierte mit einem extremen Pressing tief in der Gladbacher Hälfte und provozierte so in der Anfangsphase zahlreiche Fehlpässe und Ballverluste des Tabellenzweiten.

"Wir verkaufen uns von Woche zu Woche besser. In der zweiten Halbzeit haben wir defensiv ein sehr gutes Spiel gemacht", erklärte Heiko Westermann bei LIGA total!.

Mike Hanke analysierte: "Der HSV hat es sehr gut gemacht, wir hatten aber die besseren Chancen, wenn man die nicht nutzt, spielt man eben unentschieden. Die entscheidenden Bälle nach vorne kamen nicht an."

Die Hamburger gewannen in der Anfangsphase dadurch schnell an Sicherheit, kombinierten im Mittelfeld gefällig und kamen durch Arslan, der Petric gut vertrat, zur ersten Torchance. Doch sein Schuss bereitete Torhüter Marc-Andre ter Stegen keine Probleme (12.).

Gladbach wird stärker

Nach rund 20 Minuten hatten sich die Gastgeber, die auf den zuletzt so starken Offensivspieler Patrick Herrmann (Schlüsselbeinbruch) verzichten mussten, auf die offensive Spielweise der Gäste besser eingestellt.

Die vier Gladbacher Offensivspieler Hanke, Igor de Camargo, Marco Reus und Juan Arango wechselten nun häufig die Positionen und sorgten so für mehr Unruhe beim Gegner.

Zudem wurde Havard Nordtveit im defensiven Mittelfeld immer stärker und eroberte viele Bälle.

Diekmeier rettet auf der Linie

Innenverteidiger Roel Brouwers bot sich dann die erste große Chance zur Führung, doch sein Schuss nach einer Reus-Ecke rettete Dennis Diekmeier auf der Torlinie.

In der 28. Minute scheiterte de Camargo freistehend an HSV-Schlussmann Jaroslav Drobny.

Als alles mit einem torlosen Unentschieden zur Pause gerechnet hatte, verlängerte Hanke einen Arango-Freistoß per Kopf aus Abseitsposition zur Führung ins Tor. Alle HSV-Proteste halfen nichts, Schiedsrichter Günter Perl gab den Treffer.

"Der Treffer war abseits, aber es war schwer zu sehen. Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir mehr können. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt. Da haben wir uns super zusamengerissen und verdient das Unentschieden geholt", sagte HSV-Coach Thorsten Fink.

Arslan trifft zum Ausgleich

Trotz des unglücklichen Rückstands zeigten sich die Gäste nicht geschockt und kamen mit Schwung aus der Halbzeitpause.

Arslan verfehlte mit einer Direktabnahme das Gladbacher Tor aber knapp (47. ).

Besser machte er es acht Minuten später, als er im Anschluss an eine Ecke aus kurzer Distanz ter Stegen keine Abwehrchance ließ.

Nach dem Ausgleich war der HSV weiter die bessere Mannschaft, Gladbach hatte große Mühe, sich offensiv in Szene zu setzen.

Erst in der 76. Minute prüfte Nordtveit Drobny mit einem Distanzschuss. In der Nachspielzeit köpfte dann Arango freistehend neben das Tor.

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